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Neue Studie von AllianceBernstein: Biodiversitätsrisiken in Investmentportfolios oft unterschätzt

06.02.2026

Vor allem Wasserrisken haben immense Bedeutung

WasserfallWasser.jpg
Wasser © Sushuti pixabay.com

Eine aktuelle Analyse von AllianceBernstein (AB) zeigt, dass die Risiken durch den Verlust von biologischer Vielfalt in Anlageportfolios häufig anders verteilt sind als von vielen Investoren angenommen. Forschende des Investmenthauses betonen, dass vor allem Wasserbezogene Risiken eine größere Bedeutung haben können als jene aus Entwaldung – entgegen gängiger Erwartungen.
 

In einer Fallstudie für einen britischen Pensionsfonds analysierte AB ein Portfolio mithilfe eines eigens entwickelten Biodiversitäts-Risikobewertungsrahmens. Dabei stellte sich heraus, dass wasserbezogene Risiken – etwa durch Wasserknappheit und die Beeinträchtigung der Wasserqualität – die größte Exposition darstellten, während Risiken aus Entwaldung deutlich geringer ausfielen.

Ein Blick auf den globalen MSCI ACWI-Index untermauert diesen Befund: 35 % des Index sind einem hohen oder sehr hohen wasserbezogenen Risiko ausgesetzt, während nur 14 % ein hohes Entwaldungsrisiko aufweisen. Insgesamt hat rund 16 % des Index eine hohe Gesamt-Biodiversitätsrisikoexposition.
 

Wie wird Biodiversitätsrisiko gemessen? 

AB nutzt ein Modell, das sowohl Abhängigkeiten von natürlichen Ressourcen (z. B. Wasser, gesunde Ökosysteme) als auch Auswirkungen auf die Natur (z. B. Umweltverschmutzung) berücksichtigt. In einem Risiko-Matrix-Ansatz werden Branchen und Unternehmen danach eingeordnet, wie stark sie von der Natur abhängig sind und wie sehr sie diese selbst beeinflussen.
 

Industrien mit hoher Abhängigkeit und hohem Einfluss – etwa bestimmte Chemie- oder Lebensmittelsektoren – weisen demnach die größten Biodiversitätsrisiken auf. Solche Analysen helfen Investor:innen, gezielt Risiken zu identifizieren und entsprechende Strategien zu entwickeln.
 

Engagement mit Unternehmen als Teil der Lösung 

Ein zentrales Element der AB-Strategie ist das direkte Engagement mit Unternehmen, deren Aktivitäten erhebliche Natur-Risiken bergen. Beispiele aus der Praxis:
 

  • Beim Industriegase-Hersteller Linde ging es um Wasserverbrauch in der Wasserstoffproduktion.

  • Mit dem Wassermanagement-Dienstleister Ecolab wurde über die Wassereffizienz bei der Versorgung von energieintensiven Rechenzentren gesprochen.

  • Beim Lebensmittelkonzern Nestlé lag der Fokus auf Fortschritten bei der Verringerung von Entwaldungsrisiken in globalen Lieferketten.
     

Solche Dialoge sollen nicht nur Transparenz schaffen, sondern auch dazu beitragen, dass Unternehmen nachhaltig operieren und ihre naturbezogenen Risiken aktiv reduzieren.
 

Chancen neben Risiken 

Laut AB sind Biodiversitätsaspekte nicht nur Risikoquelle, sondern bieten auch Chancen für langfristige Wertschöpfung. So können Verbesserungen bei Ressourceneffizienz oder neue Technologien (z. B. zur Wassernutzung) sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Vorteile bringen.
 

Die Analyse unterstreicht eine wachsende Erkenntnis in der Finanzwelt: Biodiversität gehört zu den finanziell relevanten Nachhaltigkeitsfaktoren – und eine sorgfältige Bewertung kann helfen, Risiken zu mindern und potenziell attraktive Chancen zu erkennen

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Wasser © Sushuti pixabay.com