Neue Daten zeigen starke Unterscheide bei E-Mobilität in Europa
Für die Analyse wurden Neuwagenzulassungen der europäischen Automobilverbände (ACEA) aus Januar bis September 2024 und 2025 ausgewertet sowie die Umsätze führender Autokonzerne verglichen.
Die nordischen Länder führen den Wandel klar an:
Norwegen erreicht mit 96,8 % E-Auto-Anteil an Neuzulassungen nahezu Vollelektrifizierung. Die Zahl der reinen Elektroautos stieg um 31,5 %.
Dänemark, Schweden, Finnland und Island liegen zwischen 56 % und 69 % E-Auto-Anteil. Besonders Finnland verzeichnete einen Sprung um fast 18 Prozentpunkte.
Am unteren Ende der Tabelle stehen Kroatien (4,43 %), Bulgarien (5,82 %) und die Slowakei (8,58 %). In Bulgarien machen Benziner und Diesel weiterhin über 90 % der Neuzulassungen aus - trotz deutlicher Zuwächse bei E-Autos.
Deutschland bleibt Europas größter Markt für batterieelektrische Fahrzeuge mit 382.202 neuen BEVs, gefolgt vom Vereinigten Königreich (349.414) und Frankreich (216.310). Zusammen entfallen auf sie mehr als ein Drittel aller BEV-Zulassungen in Europa. Während Deutschland und Großbritannien starke Zuwächse bei E-Autos verzeichnen (+46,6 % bzw. +32,2 %), rutscht Frankreich wegen sinkender Plug-in-Hybridzahlen um 8,6 % ab.
Ein überraschender Trend: Hybridfahrzeuge (HEV) sind 2025 erstmals die meistgekaufte Antriebsform in Europa – mit 34,8 % aller Neuzulassungen. Damit liegen sie vor Elektrofahrzeugen (27,3 %) und vor Benzinern (27,2 %).
„Europa entwickelt sich zu einem Kontinent der Gegensätze“, sagt Michael Fisher von TradingPedia. Norwegen zeige, was durch klare politische Unterstützung möglich sei. Länder mit geringem Einkommen und schwacher Infrastruktur hingegen riskieren, die Klimaziele auszubremsen.
Die starke Nachfrage nach Hybriden deutet laut Fisher darauf hin, dass manche Verbraucher noch zögern – wegen Kosten, Reichweite und Ladezugang. Ohne gezielte Fördermaßnahmen drohe eine wachsende Kluft zwischen Vorreitern und Nachzüglern, so Fisher.