Naturschutz ist Pflicht – nicht Kür
Wien – Zum Welttag des Naturschutzes am 28. Juli richtet der Naturschutzbund Österreich einen eindringlichen Appell an Politik und Gesellschaft: Der Schutz der Natur darf nicht länger als optionales Extra behandelt werden – er ist überlebenswichtig.
„Eine intakte Natur ist kein Luxus, sondern unsere Lebensversicherung“, bringt es Naturschutzbund-Präsident Thomas Wrbka auf den Punkt. Von der Bestäubung unserer Nutzpflanzen über den Schutz vor Hochwasser bis zur Stabilisierung des Klimas – gesunde Ökosysteme leisten unersetzliche Beiträge für unser tägliches Leben. Dennoch wird der Natur immer häufiger das Budget gestrichen, während umweltschädliche Subventionen weiter fließen.
Laut Schätzungen von Expert*innen werden in Österreich jährlich bis zu 5,7 Milliarden Euro in umweltschädliche Förderungen gesteckt – etwa durch Steuerbegünstigungen im Verkehrssektor oder für fossile Energieträger. „Das ist paradox“, sagt Wrbka, „wir investieren Milliarden in das, was unsere Zukunft zerstört, während wir gleichzeitig dort sparen, wo es ums Überleben geht.“
Der Naturschutzbund zeigt sich besorgt über aktuelle Entwicklungen: Wichtige Mittel für Schutzgebiete, Renaturierungsprojekte und Artenschutz werden nicht erhöht, sondern vielerorts gekürzt oder gestrichen. Dies geschehe ausgerechnet in einer Zeit, in der die Klimakrise, das Artensterben und der Verlust wertvoller Lebensräume neue Höchststände erreichen.
Der Naturschutzbund fordert ein radikales Umdenken – und nennt drei zentrale Maßnahmen, um den Naturschutz aus der Sparfalle zu befreien:
Schrittweiser Abbau umweltschädlicher Subventionen mit einem klaren Fahrplan bis 2030
Massive Aufstockung der Mittel für den Natur- und Artenschutz, insbesondere für Renaturierung und Schutzgebiete
Verlässliche, langfristige Förderstrukturen, die nachhaltige Projekte ermöglichen und Planungssicherheit schaffen
„Der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen ist kein ‚Nice to have‘. Er ist die Grundlage für unsere Gesundheit, unsere Ernährungssicherheit, unsere wirtschaftliche Stabilität – kurz: für unser Überleben“, betont Wrbka.
Am Welttag des Naturschutzes macht der Naturschutzbund klar: Wer heute an der Natur spart, gefährdet die Zukunft von uns allen. Die Zeit zum Handeln ist jetzt.
Links
Verwandte Artikel
- EU verschärft Druck auf Österreich wegen Aarhus-Konvention
- „Ewigkeits-Chemikalien, Atomrisiko und Naturschutz“: Länder machen Druck auf den Bund
- Wie umweltbewusst ist Österreich?
- TFA im Trinkwasser: Österreichweit fast flächendeckend nachgewiesen
- Auch der Umgang mit Speiseöl ist eine Frage der Gesundheit
- ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA