NatPower Marine übernimmt Aqua superPower und will global Elektrifizierung von Häfen beschleunigen
Aqua superPower verfügt derzeit über eines der größten internationalen Netzwerke für das Laden von Elektrobooten und Yachten. Das Angebot umfasst mehr als 80 Häfen und Marinas in Europa und Nordamerika. Dazu zählen unter anderem Standorte an der französischen und italienischen Riviera, in Venedig, Triest und Genua, am Lago Maggiore und am Genfersee sowie in Schweden, Barcelona, an der Südküste Großbritanniens und in den USA – etwa in der San Francisco Bay, am Lake Tahoe, in San Diego und am Lake Michigan.
Mit der Übernahme will NatPower Marine die bestehende Infrastruktur und die operative Erfahrung von Aqua superPower in die eigene Plattform integrieren. Ziel ist es, das bisher vor allem auf den Freizeitbootsektor ausgerichtete Modell künftig auch auf größere kommerzielle Häfen und maritime Zentren zu übertragen.
Von einzelnen Ladestationen zur integrierten Infrastruktur
Für NatPower-CEO Fabrizio Zago liegt die Herausforderung der maritimen Elektrifizierung inzwischen weniger in der Technologie oder der Verfügbarkeit von Kapital als in der Umsetzung. Der Aufbau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur erfordere das Zusammenspiel von Energieversorgung, Netzanschlüssen, Genehmigungen, Finanzierung, Engineering und Betrieb.
Genau hier soll die Kombination der beiden Unternehmen ansetzen. Aqua superPower bringt ein bereits bestehendes internationales Netzwerk an Ladeinfrastruktur und operative Erfahrung ein. NatPower Marine ergänzt diese Basis um eine strukturierte Projektpipeline, Finanzierungsmöglichkeiten und die Entwicklung integrierter Energieinfrastrukturen.
Damit soll ein skalierbares Modell entstehen, das sich auf weitere Märkte übertragen lässt. Statt einzelne Ladepunkte isoliert zu errichten, geht es um die koordinierte Entwicklung kompletter Energiesysteme für Häfen und Marinas.
„Wir entwickeln nicht mehr nur Infrastruktur, sondern bauen eine Plattform auf, die international betrieben werden kann“, erklärte Fabrizio Zago. Die Integration von Aqua superPower verschaffe NatPower Marine eine unmittelbare operative Präsenz in wichtigen Märkten und stärke die Fähigkeit, Projekte weltweit schneller und in größerem Maßstab umzusetzen.
Auch ATV-Power-CEO Stewart Wilkinson sieht in der Übernahme die Möglichkeit, das bisher aufgebaute Netzwerk schneller weiterzuentwickeln und die internationale Reichweite auszubauen.
Elektrifizierung braucht mehr als Ladepunkte
Die Übernahme zeigt eine zentrale Herausforderung der maritimen Energiewende: Mit der Installation von Ladepunkten allein ist es nicht getan. Elektrische Boote benötigen ausreichend verfügbare Energie, leistungsfähige Netzanschlüsse und eine Infrastruktur, die auf die jeweiligen Anforderungen von Häfen, Marinas und Schiffen abgestimmt ist.
NatPower Marine will daher verschiedene Bausteine, von Energieversorgung und Netzinfrastruktur über Lade- und Speichersysteme bis hin zu neuen Energieträgern, stärker miteinander verbinden. Die Integration von Aqua superPower soll dabei helfen, aus einzelnen Projekten ein international ausrollbares Gesamtkonzept zu entwickeln.
Vorgestellt wurde die Vereinbarung im Rahmen des Monaco Energy Boat Challenge, einer internationalen Plattform für nachhaltige maritime Technologien und alternative Energieformen. NatPower Marine beteiligte sich dort an einer Diskussion über nachhaltige Energielösungen für die Schifffahrt.
Aqua superPower ist bereits seit vier Jahren Partner der Veranstaltung und stellt mit seinem schwimmenden E-Dock Ladeinfrastruktur für Elektroboote bereit. Eine besondere Rolle spielt dabei der Yacht Club de Monaco: Er war 2019 weltweit der erste Standort, an dem ein Schnelllader von Aqua superPower installiert wurde. Das Beispiel zeigt, wie der Ausbau entsprechender Infrastruktur die Einführung elektrischer Antriebstechnologien auf dem Wasser unterstützen kann.
Mit der Übernahme will NatPower Marine nun den nächsten Schritt gehen: Aus einem wachsenden Netz von Ladepunkten soll eine globale Infrastrukturplattform für die maritime Energiewende entstehen, von der Marina für Elektroboote bis hin zu den großen Häfen der Zukunft.