Nachhaltigkeit verständlich gemacht: UMSICHT-Wissenschaftspreis zeichnet Spitzenforschung und Journalismus aus
Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse so vermittelt werden, dass sie gesellschaftliche Veränderungen anstoßen? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit Jahren der UMSICHT-Wissenschaftspreis. Bei der diesjährigen Preisverleihung am 8. Juli im Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) in Oberhausen wurden drei Persönlichkeiten ausgezeichnet, die mit innovativer Forschung und fundiertem Wissenschaftsjournalismus neue Perspektiven auf Nachhaltigkeit eröffnen.
Der vom UMSICHT-Förderverein seit 2010 vergebene Preis würdigt herausragende Leistungen in den Kategorien Wissenschaft, Journalismus Print/Online sowie Journalismus Audio/Video. Jede Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und soll den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft stärken.
Mechanochemie: Nachhaltige Chemie ohne Lösungsmittel
Den Preis in der Kategorie Journalismus Print/Online erhielt der freie Wissenschaftsjournalist Klaus Bachmann für seinen im P.M. Magazin veröffentlichten Beitrag „Eine neue Chemie“.
Darin stellt er die Mechanochemie vor – ein Forschungsgebiet, das chemische Reaktionen nicht durch Hitze und Lösungsmittel, sondern mithilfe mechanischer Energie wie Mahlen, Druck oder Reibung auslöst. Dieses Verfahren könnte den Energieverbrauch senken, den Einsatz giftiger Lösungsmittel vermeiden und Abfall reduzieren.
Bachmann zeigt anhand von Beispielen aus der Ammoniaksynthese, der Arzneimittelproduktion sowie dem Batterie- und Kunststoffrecycling, welches Potenzial die Mechanochemie für eine nachhaltigere Industrie besitzt. Bis zu einer breiten industriellen Anwendung seien jedoch weitere Forschung und Investitionen erforderlich.
Elektronik aus Pilzen als Zukunftsvision
In der Kategorie Journalismus Audio/Video wurde Miriam Garufo für ihren Podcast „Grüne Elektronik aus Pilzen – Super-Material der Zukunft?“ ausgezeichnet, der in der BR-Reihe „IQ – Wissenschaft und Forschung“ erschienen ist.
Der Beitrag beleuchtet ein noch junges Forschungsfeld: die sogenannte Myceliotronic. Dabei werden Materialien auf Basis von Pilzmyzel – dem fadenförmigen Wurzelgeflecht von Pilzen – für nachhaltige elektronische Bauteile genutzt.
Vorgestellt werden unter anderem flexible Leiterplatten aus Myzel, pilzbasierte mikrobielle Brennstoffzellen zur Stromerzeugung sowie erste Ansätze biologischer Speicherelemente. Der Podcast zeigt anschaulich, wie aus einer ungewöhnlich klingenden Idee ein ernstzunehmendes Forschungsgebiet mit großem Zukunftspotenzial entstehen kann.
Nachhaltigere Herstellung von Wasserstoffperoxid
Den UMSICHT-Wissenschaftspreis 2026 in der Kategorie Wissenschaft erhielt Dr. André Olean-Oliveira, Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr.
Ausgezeichnet wurde seine wissenschaftliche Veröffentlichung über die elektrochemische Herstellung von Wasserstoffperoxid. Die Verbindung wird unter anderem als Desinfektionsmittel, Bleichmittel und in der Abwasserbehandlung eingesetzt. Bislang erfolgt ihre Produktion überwiegend in energieintensiven Großanlagen.
Olean-Oliveira untersucht, wie sich Wasserstoffperoxid mithilfe von Strom und speziell entwickelten Kohlenstoffelektroden effizienter und ressourcenschonender herstellen lässt. Seine Forschung zeigt, dass bereits kleinste Veränderungen an der Oberfläche der Elektroden den Herstellungsprozess erheblich beeinflussen. Die Ergebnisse könnten künftig eine dezentrale und nachhaltigere Produktion ermöglichen.
Forschung als Motor gesellschaftlicher Transformation
Die Preisverleihung wurde von einem Rahmenprogramm begleitet, das die Rolle von Wissenschaft für die gesellschaftliche Transformation in den Mittelpunkt stellte. Oberhausens Bürgermeister Werner Nakot begrüßte die Gäste, während Prof. Andrea Kienle vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium sowie Prof. Stefan Gärtner vom Institut für Arbeit und Technik die Bedeutung von Forschung für nachhaltige Stadtentwicklung und Demokratie hervorhoben. Schirmherr Prof. Dietrich Grönemeyer würdigte die Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger.
Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zum Austausch und erhielten bei einer Führung durch das Technikum von Fraunhofer UMSICHT Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.
Neue Kategorie für Schulen ab 2027
Der UMSICHT-Wissenschaftspreis wird im kommenden Jahr erweitert. Erstmals können sich auch Schülerinnen und Schüler beteiligen. Sie sollen wissenschaftliche Schulprojekte entwickeln und deren Ergebnisse über Social-Media-Kampagnen – etwa mit Reels, Stories oder Feed-Beiträgen – einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.
Mit dieser neuen Kategorie möchte der UMSICHT-Förderverein bereits junge Menschen dafür begeistern, wissenschaftliche Themen verständlich aufzubereiten und Nachhaltigkeit aktiv mitzugestalten.
Der vom UMSICHT-Förderverein seit 2010 vergebene Preis würdigt herausragende Leistungen in den Kategorien Wissenschaft, Journalismus Print/Online sowie Journalismus Audio/Video. Jede Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert und soll den Dialog zwischen Forschung und Gesellschaft stärken.
Mechanochemie: Nachhaltige Chemie ohne Lösungsmittel
Den Preis in der Kategorie Journalismus Print/Online erhielt der freie Wissenschaftsjournalist Klaus Bachmann für seinen im P.M. Magazin veröffentlichten Beitrag „Eine neue Chemie“.
Darin stellt er die Mechanochemie vor – ein Forschungsgebiet, das chemische Reaktionen nicht durch Hitze und Lösungsmittel, sondern mithilfe mechanischer Energie wie Mahlen, Druck oder Reibung auslöst. Dieses Verfahren könnte den Energieverbrauch senken, den Einsatz giftiger Lösungsmittel vermeiden und Abfall reduzieren.
Bachmann zeigt anhand von Beispielen aus der Ammoniaksynthese, der Arzneimittelproduktion sowie dem Batterie- und Kunststoffrecycling, welches Potenzial die Mechanochemie für eine nachhaltigere Industrie besitzt. Bis zu einer breiten industriellen Anwendung seien jedoch weitere Forschung und Investitionen erforderlich.
Elektronik aus Pilzen als Zukunftsvision
In der Kategorie Journalismus Audio/Video wurde Miriam Garufo für ihren Podcast „Grüne Elektronik aus Pilzen – Super-Material der Zukunft?“ ausgezeichnet, der in der BR-Reihe „IQ – Wissenschaft und Forschung“ erschienen ist.
Der Beitrag beleuchtet ein noch junges Forschungsfeld: die sogenannte Myceliotronic. Dabei werden Materialien auf Basis von Pilzmyzel – dem fadenförmigen Wurzelgeflecht von Pilzen – für nachhaltige elektronische Bauteile genutzt.
Vorgestellt werden unter anderem flexible Leiterplatten aus Myzel, pilzbasierte mikrobielle Brennstoffzellen zur Stromerzeugung sowie erste Ansätze biologischer Speicherelemente. Der Podcast zeigt anschaulich, wie aus einer ungewöhnlich klingenden Idee ein ernstzunehmendes Forschungsgebiet mit großem Zukunftspotenzial entstehen kann.
Nachhaltigere Herstellung von Wasserstoffperoxid
Den UMSICHT-Wissenschaftspreis 2026 in der Kategorie Wissenschaft erhielt Dr. André Olean-Oliveira, Postdoktorand am Max-Planck-Institut für Chemische Energiekonversion in Mülheim an der Ruhr.
Ausgezeichnet wurde seine wissenschaftliche Veröffentlichung über die elektrochemische Herstellung von Wasserstoffperoxid. Die Verbindung wird unter anderem als Desinfektionsmittel, Bleichmittel und in der Abwasserbehandlung eingesetzt. Bislang erfolgt ihre Produktion überwiegend in energieintensiven Großanlagen.
Olean-Oliveira untersucht, wie sich Wasserstoffperoxid mithilfe von Strom und speziell entwickelten Kohlenstoffelektroden effizienter und ressourcenschonender herstellen lässt. Seine Forschung zeigt, dass bereits kleinste Veränderungen an der Oberfläche der Elektroden den Herstellungsprozess erheblich beeinflussen. Die Ergebnisse könnten künftig eine dezentrale und nachhaltigere Produktion ermöglichen.
Forschung als Motor gesellschaftlicher Transformation
Die Preisverleihung wurde von einem Rahmenprogramm begleitet, das die Rolle von Wissenschaft für die gesellschaftliche Transformation in den Mittelpunkt stellte. Oberhausens Bürgermeister Werner Nakot begrüßte die Gäste, während Prof. Andrea Kienle vom nordrhein-westfälischen Wissenschaftsministerium sowie Prof. Stefan Gärtner vom Institut für Arbeit und Technik die Bedeutung von Forschung für nachhaltige Stadtentwicklung und Demokratie hervorhoben. Schirmherr Prof. Dietrich Grönemeyer würdigte die Leistungen der Preisträgerinnen und Preisträger.
Im Anschluss nutzten zahlreiche Besucher die Gelegenheit zum Austausch und erhielten bei einer Führung durch das Technikum von Fraunhofer UMSICHT Einblicke in aktuelle Forschungsprojekte.
Neue Kategorie für Schulen ab 2027
Der UMSICHT-Wissenschaftspreis wird im kommenden Jahr erweitert. Erstmals können sich auch Schülerinnen und Schüler beteiligen. Sie sollen wissenschaftliche Schulprojekte entwickeln und deren Ergebnisse über Social-Media-Kampagnen – etwa mit Reels, Stories oder Feed-Beiträgen – einer breiten Öffentlichkeit vermitteln.
Mit dieser neuen Kategorie möchte der UMSICHT-Förderverein bereits junge Menschen dafür begeistern, wissenschaftliche Themen verständlich aufzubereiten und Nachhaltigkeit aktiv mitzugestalten.