Nachhaltige Ernährung– alltagsgerecht
Wie Menschen sich ernähren und wie sie das im Alltag gestalten, ist individuell sehr unterschiedlich. Es gibt jedoch Bedürfnisse und Wünsche, die defakto alle Verbraucherinnen und Verbrauchern haben. Ein solches „übergreifendes„ Bedürfnis ist vor allem "Entlastung", so zeigen jetzt die Ergebnisse eines sozial–ökologischen Forschungsprojektes, das den Ernährungsalltag der Deutschen repräsentativ untersucht hat. Entlastung ist zum Beispiel ein kürzerer Arbeits– und Zeitaufwand, sowohl für Einkauf, Zubereitung oder Einnahme von Mahlzeiten. Oder der Aufwand, der notwendig ist, um vertrauenswürdige Informationen über ein Ernährungsangebot und –qualität zu bekommen.
Unter "Ernährung" wird meist nur die Aufnahme von Nahrung verstanden. Ernährung hat aber auch soziale und kulturelle Aspekte. Sie ist im Alltag des Menschen eingebettet und wird von den jeweiligen Lebensstilen, Einstellungen und Ansprüchen genauso geprägt wie von kulturellen Aspekten.
Das Ziel des Forschungsprojekts ist, Empfehlungen und Strategien für „nachhaltige Ernährung„ zu entwickeln. Darunter verstehen die Wissenschaftlerinnen umweltverträgliche und gesundheitsfördernde Ernährung, die auf den Alltag zugeschnitten und soziokulturell vielfältig ist. Sie muss vor allem aber auch im Alltag praktisch umsetzbar sein.
Das Projekt hat auf Grundlage einer repräsentativen Untersuchung eine "Typologie der Ernährungsstile" entwickelt. Demnach lassen sich sieben Ernährungsstile identifizieren, die sich z.B: bei den Einkaufs– und Kochgewohnheiten, bei der Produktauswahl und den Qualitätsansprüchen, bei Art und Rhythmus von Mahlzeiten, aber auch bei allgemeinen Lebensstil–Orientierungen und sozialen Merkmalen unterscheiden.
So wünschen sich die ernährungsbewussten Anspruchsvollen Entlastung beim Zeitaufwand für eine nachhaltige Ernährung. Sie sind interessiert an entsprechenden Fertigprodukten sowie einem flächendeckenden Angebot an nachhaltigen Lebensmitteln und Mahlzeiten. Auch den Fitnessorientierten geht es darum, den Zeitaufwand für die Zubereitung zu verringern. Hilfreich für diese Gruppe, deren Alltag von beruflichen und privaten Belastungen gekennzeichnet ist, sind Bio–Fertig–Produkte. Auch entsprechende Angebote "außer Haus" stießen auf großes Interesse, vor allem wenn sie an passenden Orten angeboten werden. Gestresste AlltagsmanagerInnen können durch nachhaltige Convenience(Fertig)–Angebote, die nicht nur das Zeit–, sondern auch das Finanzbudget entlasten, bei der Umsetzung von nachhaltiger Ernährung im Alltag unterstützt werden.
Nachhaltige Lebensmittel und Mahlzeitenangebote im Niedrigpreissegment, die bislang eher selten erhältlich sind, stoßen auch bei den konventionellen Gesundheitsorientierten auf Interesse. Die Billig– und Fleisch–Esser sowie die desinteressierten Fast Fooder – zwei Gruppen, die eher wenig Interesse an Ernährungsfragen zeigen – wünschen sich Entlastung vor allem damit, dass ihre alltägliche Ernährung mit möglichst geringem Zeit–, Arbeits– und Kostenaufwand verbunden ist. Wünschenswert wäre es, nachhaltige Produkte in Nahrungs–Dienstleistungen zu integrieren, die von diesen Gruppen gerne genutzt werden – etwa Burger oder Döner, die gesundheits– und umweltverträglich produziert sind.
Alltagsadäquanz ist nicht nur bei Ernährungsangeboten gefragt, bei Lebensmitteln und Mahlzeiten. Notwendig sind auch entsprechende Ernährungsleitbilder, die zeigen, wie nachhaltige Ernährung konkret umgesetzt werden kann, und so Orientierung im Alltag geben. Dazu sind auch unterstützende Beratungs– und Informationsangebote notwendig. Eine wichtige Rolle nehmen hier Produktinformationen ein: "Beispielsweise könnte ein einheitliches Siegel, das die Nachhaltigkeitsqualitäten von Lebensmitteln und Außer–Haus–Mahlzeiten kommuniziert, Hilfestellung zur Umsetzung nachhaltiger Ernährung im Alltag bieten", meint Projektleiterin Ulrike Eberle vom Öko–Institut e.V.. Neben "Bio" sind hier auch Qualitäten wie "aus regionaler Produktion", "saisonal", "gentechnik–frei" oder "aus artgerechter Tierhaltung" von Bedeutung. Gerade in der Gastronomie fehlt eine solche Orientierungshilfe bislang noch sehr oft.
Ergebnisse des Forschungsprojektes werden auf dem Kongress "Impulse für Landwirtschaft und Ernährung – Ergebnisse der sozial–ökologischen Forschung" vorgestellt, der am 17. und 18. Januar 2006 in Berlin stattfindet. Ende Februar 2006 erscheint die Buchpublikation "Ernährungswende. Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft.".
Weitere Informationen:
www.ernaehrungswende.de
Unter "Ernährung" wird meist nur die Aufnahme von Nahrung verstanden. Ernährung hat aber auch soziale und kulturelle Aspekte. Sie ist im Alltag des Menschen eingebettet und wird von den jeweiligen Lebensstilen, Einstellungen und Ansprüchen genauso geprägt wie von kulturellen Aspekten.
Das Ziel des Forschungsprojekts ist, Empfehlungen und Strategien für „nachhaltige Ernährung„ zu entwickeln. Darunter verstehen die Wissenschaftlerinnen umweltverträgliche und gesundheitsfördernde Ernährung, die auf den Alltag zugeschnitten und soziokulturell vielfältig ist. Sie muss vor allem aber auch im Alltag praktisch umsetzbar sein.
Das Projekt hat auf Grundlage einer repräsentativen Untersuchung eine "Typologie der Ernährungsstile" entwickelt. Demnach lassen sich sieben Ernährungsstile identifizieren, die sich z.B: bei den Einkaufs– und Kochgewohnheiten, bei der Produktauswahl und den Qualitätsansprüchen, bei Art und Rhythmus von Mahlzeiten, aber auch bei allgemeinen Lebensstil–Orientierungen und sozialen Merkmalen unterscheiden.
So wünschen sich die ernährungsbewussten Anspruchsvollen Entlastung beim Zeitaufwand für eine nachhaltige Ernährung. Sie sind interessiert an entsprechenden Fertigprodukten sowie einem flächendeckenden Angebot an nachhaltigen Lebensmitteln und Mahlzeiten. Auch den Fitnessorientierten geht es darum, den Zeitaufwand für die Zubereitung zu verringern. Hilfreich für diese Gruppe, deren Alltag von beruflichen und privaten Belastungen gekennzeichnet ist, sind Bio–Fertig–Produkte. Auch entsprechende Angebote "außer Haus" stießen auf großes Interesse, vor allem wenn sie an passenden Orten angeboten werden. Gestresste AlltagsmanagerInnen können durch nachhaltige Convenience(Fertig)–Angebote, die nicht nur das Zeit–, sondern auch das Finanzbudget entlasten, bei der Umsetzung von nachhaltiger Ernährung im Alltag unterstützt werden.
Nachhaltige Lebensmittel und Mahlzeitenangebote im Niedrigpreissegment, die bislang eher selten erhältlich sind, stoßen auch bei den konventionellen Gesundheitsorientierten auf Interesse. Die Billig– und Fleisch–Esser sowie die desinteressierten Fast Fooder – zwei Gruppen, die eher wenig Interesse an Ernährungsfragen zeigen – wünschen sich Entlastung vor allem damit, dass ihre alltägliche Ernährung mit möglichst geringem Zeit–, Arbeits– und Kostenaufwand verbunden ist. Wünschenswert wäre es, nachhaltige Produkte in Nahrungs–Dienstleistungen zu integrieren, die von diesen Gruppen gerne genutzt werden – etwa Burger oder Döner, die gesundheits– und umweltverträglich produziert sind.
Alltagsadäquanz ist nicht nur bei Ernährungsangeboten gefragt, bei Lebensmitteln und Mahlzeiten. Notwendig sind auch entsprechende Ernährungsleitbilder, die zeigen, wie nachhaltige Ernährung konkret umgesetzt werden kann, und so Orientierung im Alltag geben. Dazu sind auch unterstützende Beratungs– und Informationsangebote notwendig. Eine wichtige Rolle nehmen hier Produktinformationen ein: "Beispielsweise könnte ein einheitliches Siegel, das die Nachhaltigkeitsqualitäten von Lebensmitteln und Außer–Haus–Mahlzeiten kommuniziert, Hilfestellung zur Umsetzung nachhaltiger Ernährung im Alltag bieten", meint Projektleiterin Ulrike Eberle vom Öko–Institut e.V.. Neben "Bio" sind hier auch Qualitäten wie "aus regionaler Produktion", "saisonal", "gentechnik–frei" oder "aus artgerechter Tierhaltung" von Bedeutung. Gerade in der Gastronomie fehlt eine solche Orientierungshilfe bislang noch sehr oft.
Ergebnisse des Forschungsprojektes werden auf dem Kongress "Impulse für Landwirtschaft und Ernährung – Ergebnisse der sozial–ökologischen Forschung" vorgestellt, der am 17. und 18. Januar 2006 in Berlin stattfindet. Ende Februar 2006 erscheint die Buchpublikation "Ernährungswende. Eine Herausforderung für Politik, Unternehmen und Gesellschaft.".
Weitere Informationen:
www.ernaehrungswende.de