Moor-Plattform 2025 gestartet: Neues Forum für Moorschutz und Nutzung
Wien - Unter dem Motto „Moore und ihre umgebenden Torfböden – Synergien zwischen Nutzung und Schutz“ fand am 7. November 2025 die erste nationale Moor-Plattform im Rahmen des EU-Projekts LIFE AMooRe – Austrian Moor Restoration – statt. Die Veranstaltung wird vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK) gemeinsam mit dem LIFE-AMooRe-Team organisiert und markiert den Auftakt eines mehrjährigen Governance-Prozesses zur Umsetzung der Moorstrategie Österreich 2030+.
Umwelt- und Wasserminister Norbert Totschnig betonte die Bedeutung der Moore: „Moore sind wertvolle Klimaschützer und einzigartige Lebensräume. Sie speichern enorme Mengen an Kohlenstoff, regulieren den Wasserhaushalt und bieten seltenen Arten einen Rückzugsraum. Mit LIFE AMooRe fördern wir Moor-Renaturierungen und schaffen ein breites Dialogforum, um Schutz, Nutzung und regionale Entwicklung in Einklang zu bringen.“ Das BMLUK beteiligt sich mit einem Eigenanteil von 3,6 Millionen Euro.
Fokus auf Randbereiche der Moore
Ein besonderes Augenmerk liegt auf den Torfböden, die Moore umgeben. Diese werden oft landwirtschaftlich oder forstwirtschaftlich genutzt, stabilisieren aber gleichzeitig den Wasserhaushalt der Moore und wirken als Pufferzonen für die Regeneration geschädigter Gebiete. Die Plattform setzt genau hier an und diskutiert in Fachvorträgen und Workshops, wie Moorschutz und landwirtschaftliche Nutzung miteinander vereinbart werden können.
Neuerungen: Moorinventar liefert aktuelle Daten
Ein Highlight der Veranstaltung war die Präsentation des überarbeiteten Moorinventars Österreichs. Das vom Umweltbundesamt im Auftrag des BMLUK aktualisierte Geoinformationssystem liefert nach 33 Jahren neue Daten zu rund 44.000 Hektar Moorfläche – inklusive Verbreitung, Zustand und ökologischer Merkmale. Das Inventar ist ein zentraler Baustein für die Umsetzung der Moorstrategie 2030+ sowie für Biodiversitäts- und Klimaschutzziele.
Das EU-finanzierte Projekt LIFE AMooRe hat ein Gesamtvolumen von 44 Millionen Euro, davon 60 % EU-Kofinanzierung, und läuft bis 2033. Ziel ist es, konkrete Maßnahmen zur Moorwiederherstellung umzusetzen und Entscheidungsgrundlagen für die Zeit nach Projektende zu schaffen. Projektleitung hat das Land Vorarlberg inne, Partner sind das BMLUK, alle neun Bundesländer, die Universität Wien und die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel.
Die Moor-Plattform 2025 legt den Grundstein für einen neunjährigen Prozess, der Erfahrungen bündelt, administrative Hürden abbaut und konkrete Lösungen für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Mooren entwickelt.