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Milder Winter entschärft Gasknappheit - aber strukturelle Risiken bleiben bestehen

23.01.2026

Weniger Gas steigert die Preise

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Erdgas © pexels.com pixabay.com
Berlin – Der bislang milde Verlauf des Winters 2025/26 hat die angespannte Lage auf dem Gasmarkt spürbar entspannt. Moderate Temperaturen im Dezember und ein bir verlangsamt. Dennoch bleiben die strukturellen Risiken für die Versorgungssicherheit erheblich: Die deutschen Gasspeicher  sind weiterhin auf historisch niedrigem Niveau.

Der Dezember 2025 lag mit einer durchschnittlichen Temperatur von 3,1 Grad nahezu exakt im Bereich eines Normalwinters und entsprach damit den Annahmen der INES-Gas-Szenarien (3,2 Grad). Zum Vergleich: Im extrem kalten Winter 2010 betrug die Monatsmitteltemperatur −4,1 Grad. Auch der Januar 2026 verläuft bislang zwar kühler als ein Normaljahr, bleibt jedoch deutlich über den Extremwerten früherer Kälteperioden. Mit aktuell −0,4 Grad liegt er klar über dem Referenzwert des Winters 2010 (−4,6 Grad).

Diese Witterung hat die Ausgangslage für den weiteren Winterverlauf verbessert und den in den Modellen ausgewiesenen Gasmangel gegenüber dem November-Update spürbar reduziert. Gleichzeitig entwickeln sich die Speicherfüllstände jedoch weiterhin auf einem historisch niedrigen Niveau – ein zentrales Risiko für die Versorgungssicherheit.
 

Gasmangel bedeutet hohe Preise – nicht physische Unterversorgung 

Die INES-Modellierungen zeigen weiterhin, dass es bei extrem kalten Temperaturen zu Unterdeckungen kommen kann. Ein ausgewiesener Gasmangel bedeutet jedoch keine physische Nicht-Versorgung. Vielmehr würde sich eine Knappheit zunächst in stark steigenden Preisen an den Großhandelsmärkten niederschlagen. Diese Preissignale führen zu Verbrauchsreduktionen und gleichen den Markt damit wieder aus. Erste deutliche Preissteigerungen sind bereits zu beobachten.
 

Speicherfüllstände auf Krisenniveau 

Deutschland startete mit einem Speicherfüllstand von lediglich 75 Prozent in die Heizperiode. Zum Jahresbeginn 2026 lag der Füllstand bei nur noch 57 Prozent – rund 23 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert. Ein vergleichbar niedriges Niveau wurde zuletzt im Krisenwinter 2021/22 erreicht.

Die unzureichende Befüllung vor Beginn der Heizperiode bleibt damit der zentrale Risikofaktor. Zwar hat der milde Winter die Situation kurzfristig entspannt, an den strukturellen Schwächen der Wintervorsorge ändert dies jedoch nichts.

Als Ursache für die niedrigen Speicherstände nennt INES unter anderem die bestehenden gesetzlichen Füllstandsvorgaben und die damit verbundenen Marktverzerrungen. Diese beeinflussen die Preisbildung, reduzieren den saisonalen Speicher. 

Zwar hätte die deutsche Bundesregierung über das Gasspeichergesetz staatliche Instrumente einsetzen können, um höhere Füllstände sicherzustellen, verzichtete jedoch aus Kostengründen darauf.  

Ein Blick in andere EU-Mitgliedstaaten zeigt dass durch geeignete politische Rahmenbedingungen deutlich höhere Speicherstände möglich sind. In einem integrierten europäischen Binnenmarkt stößt ein rein marktwirtschaftlicher Ansatz in Deutschland an Grenzen, wenn Nachbarländer ihre Speicherpolitik regulatorisch absichern. 

Klug wäre einfach, so rasch wie möglich auf erneuerbare Energien umzusteigen. Derzeit ist Europa  über  den EInsatz von   LNG von einer Putinabhängigkeit zu einer Trumpabhängigkeit geswitcht, die noch dazu teurer ist.

Hintergrund

INES modelliert fortlaufend die europäischen Gasmärkte, um die Sicherheit der Gasversorgung zu bewerten. Grundlage für das aktuelle Januar-Update sind die realen Speicherfüllstände zu Jahresbeginn 2026 sowie aktualisierte Temperatur- und Verbrauchsdaten. Detaillierte Annahmen und Ergebnisse werden in einer begleitenden Dokumentation sowie einem Foliensatz veröffentlicht. 

 

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