Mikroplastik erreicht sogar die Tiefsee
Für die weltweit erste vergleichende Untersuchung analysierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Korea Research Institute of Bioscience and Biotechnology (KRIBB) und des Korea Institute of Ocean Science and Technology (KIOST) Schnecken und Muscheln aus hydrothermalen Quellen im südwestlichen Pazifik und im Indischen Ozean. Im Durchschnitt enthielt jedes Tier 3,4 Mikroplastikpartikel. Besonders häufig wurde Polystyrol nachgewiesen, das unter anderem in Verpackungen und Einwegprodukten verwendet wird.
Die Studie zeigt außerdem, dass sich Mikroplastik je nach Ernährungsweise unterschiedlich im Körper verteilt. Während es sich bei weidenden Schnecken vor allem in den Verdauungsorganen ansammelt, ist es bei filtrierenden Muscheln gleichmäßig im gesamten Gewebe verteilt.
Deutliche Unterschiede fanden die Forschenden auch zwischen den Ozeanen: Tiere aus dem Indischen Ozean wiesen, bezogen auf ihr Körpergewich, bis zu 14,7-mal höhere Mikroplastikkonzentrationen auf als ihre Artgenossen im südwestlichen Pazifik. Als mögliche Ursachen nennen die Forschenden unterschiedliche Einträge durch Flüsse, menschliche Aktivitäten sowie Meeresströmungen.
Die Ergebnisse liefern den bisher deutlichsten Nachweis, dass Plastikverschmutzung selbst die entlegensten Tiefsee-Ökosysteme erreicht. Die Forschenden sehen darin ein wichtiges Signal dafür, dass ein besserer Schutz der Ozeane notwendig ist- auch die Umweltbewertung künftiger Tiefsee-Rohstoffprojekte ist mitzudenken.