MiD 2023: Zahl der Carsharing-Haushalte seit 2017 fast verdoppelt
Berlin - Das deutsche Bundesministerium für Verkehr hat am Freitag den Abschlussbericht der neuen Studie „Mobilität in Deutschland 2023“ (MiD) veröffentlicht. Die Ergebnisse zeigen deutliche Veränderungen im Mobilitätsverhalten – vor allem beim Carsharing: Immer mehr Haushalte nutzen geteilte Autos und kombinieren Verkehrsmittel flexibler als früher.
Neun Prozent der deutschen Haushalte – rund 3,7 Millionen – verfügen mittlerweile über eine Carsharing-Mitgliedschaft. Das entspricht nahezu einer Verdopplung seit 2017, als erst zwei Millionen Haushalte registriert waren. Besonders verbreitet ist Carsharing in Metropolen und Großstädten: In Berlin und Hamburg ist etwa jeder dritte Haushalt angemeldet. Aber auch in Mittelstädten greifen inzwischen rund sechs Prozent der Haushalte auf Carsharing-Angebote zurück.
Obwohl Carsharing immer populärer wird, macht es an allen in Deutschland zurückgelegten Wegen weiterhin weniger als 0,1 Prozent aus. Für Verkehrsexpert*innen ist das jedoch ein positives Signal: Es zeigt, dass Carsharing vor allem dann genutzt wird, wenn man gelegentlich ein Auto braucht – nicht als tägliches Verkehrsmittel. Menschen mit Carsharing-Vertrag sind daher deutlich multimodaler unterwegs und steigen häufiger auf Fahrrad und öffentlichen Nahverkehr um.
Während bundesweit 71 Prozent der Haushalte mindestens ein Auto besitzen, liegt der Anteil bei Carsharing-Kund*innen deutlich niedriger – und hängt stark von der Art des Angebots ab:
Stationsbasiertes Carsharing: 52 Prozent der Haushalte haben kein eigenes Auto.
Free-Floating-Carsharing: 35 Prozent besitzen kein privates Fahrzeug.
Damit zeigt die Studie, dass Carsharing vor allem in densem urbanen Umfeld eine echte Alternative zum eigenen Pkw darstellt.
Nutzerinnen von stationsbasierten Angeboten stechen besonders hervor: Sie fahren äußerst selten mit dem Auto und nutzen dafür überdurchschnittlich oft das Fahrrad oder den öffentlichen Verkehr. In einer normalen Woche greifen nur 27 Prozent dieser Nutzerinnen zu einem Pkw – verglichen mit 56 Prozent in der Gesamtbevölkerung.
Bei Free-Floating-Nutzer*innen fällt der Unterschied geringer aus: Hier fahren 48 Prozent in einer durchschnittlichen Woche Auto. Dennoch liegen auch sie deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt.