Mexiko startet historischen Ausbau erneuerbaren Energien
Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete das Vorhaben als historisch. Mit dem massiven Ausbau von Solar-, Wind- und Geothermieanlagen wolle Mexiko den Anteil fossiler Energieträger deutlich reduzieren und langfristig eine klimafreundlichere Stromversorgung aufbauen.
Milliardeninvestitionen in die Energiewende
Für den Ausbau sind Investitionen von 739 Milliarden Pesos vorgesehen. Die Finanzierung soll über ein gemischtes Modell erfolgen: Rund 42,6 Prozent stammen aus öffentlich-privaten Partnerschaften, 36,6 Prozent aus staatlichen Eigenmitteln und 20,8 Prozent aus privaten Investitionen.
Nach Angaben von Energieministerin Luz Elena González Escobar soll der Ausbau den Anteil erneuerbarer Energien im Stromsystem deutlich erhöhen. Bis 2030 sollen 38 Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen stammen. Gleichzeitig soll die Photovoltaikleistung um 140 Prozent, die Geothermie um 90 Prozent und Windkraft um 70 Prozent wachsen. Auch die Modernisierung bestehender Wasserkraftwerke ist Teil der Strategie, genauso wie der Bau von Batteriespeichern.
Solarenergie spielt Schlüsselrolle
Besonders stark setzt Mexiko auf die Photovoltaik. Bereits heute befinden sich 50 Solarkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 7.859 Megawatt im Bau. Hinzu kommen 17 Windparks mit 4.701 Megawatt. Insgesamt erwartet die Regierung, dass durch die neuen Anlagen bis 2030 rund 69 Millionen Tonnen CO₂ eingespart werden.
Ein Leuchtturmprojekt ist das Vorhaben „Oasis“ in Baja California Sur. Dort werden eine 72-Megawatt-Photovoltaikanlage, ein 20-Megawatt-Batteriespeicher und eine Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff miteinander kombiniert. Der Wasserstoff soll gespeichert und bei Bedarf über Brennstoffzellen wieder in Strom umgewandelt werden. Das Projekt soll rund 40.000 Haushalte versorgen und zusätzlich Trinkwasser bereitstellen.
Größtes Solarkraftwerk Amerikas entsteht
Ein weiteres Schlüsselprojekt ist das Photovoltaikkraftwerk Rafael Galván Maldonado in Puerto Peñasco im Bundesstaat Sonora. Nach Abschluss aller vier Bauphasen soll die Anlage eine Leistung von 1.000 Megawatt erreichen und damit zum größten Solarkraftwerk Amerikas werden. Ergänzt wird die Anlage durch Batteriespeicher mit einer Leistung von 246 Megawatt. Die Investitionen belaufen sich auf mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar.
Erneuerbare Energien als Motor für Energiesouveränität
Mit dem Ausbau verfolgt die mexikanische Regierung nicht nur klimapolitische Ziele. Ein zentrales Motiv ist die Verringerung der Abhängigkeit von importiertem Erdgas und damit eine stärkere Energiesouveränität. Gleichzeitig sollen sinkende Kosten für Solar- und Windenergie dazu beitragen, die Stromversorgung langfristig wirtschaftlicher und klimafreundlicher zu gestalten.
Der Ausbauplan zählt zu den ambitioniertesten Energieprogrammen Lateinamerikas und unterstreicht den wachsenden Stellenwert erneuerbarer Energien für die zukünftige Stromversorgung Mexikos. Besonders die Kombination von Photovoltaik, Batteriespeichern und grünem Wasserstoff zeigt, dass das Land zunehmend auf integrierte Lösungen für eine stabile und emissionsarme Energieversorgung setzt.