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Menschliche Landnutzung in Bergregionen erhöht Risiko tödlicher Erdrutsche

09.04.2026

Einkommensschwache Länder deutlich stärker betroffen

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Der Erdrutsch von Hisarçandır, ausgelöst durch extreme Regenfälle am 24. Januar 2019 im Taurusgebirge bei Antalya, Türkei. © C: Tolga Görüm

Entgegen der weit verbreiteten Auffassung, dass Erdrutsche naturgemacht sind, zeigt eine neue Studie, dass die meisten tödlichen Erdrutsche in vom Menschen veränderten Umgebungen auftreten. Die aktuelle Studie, die von einem internationalen Team der Universität Wien, der Universität Ankara, der Technischen Universität Istanbul, der Bursa Uludag Universität und des GFZ Helmholtz-Zentrums für Geowissenschaften durchgeführt wurde, liefert einen globalen Überblick darüber, wie Eingriffe des Menschen in die Natur das Auftreten von Erdrutschen beeinflussen. Die wichtigste Erkenntnis der Studie ist, dass Veränderungen der Landnutzung und der Bodenbedeckung einen wesentlich größeren Einfluss auf die Zahl der Todesopfer durch Erdrutsche haben als physikalische Faktoren wie Topografie und Niederschlag, insbesondere in Ländern mit niedrigem und unterem mittleren Einkommen. Die Studie wurde in der renommierten Fachzeitschrift Science Advances veröffentlicht.

 

Erdrutsche gehören zu den verheerendsten Naturgefahren; sie fordern jährlich in der Regel über 4.500 Menschenleben und verursachen Schäden in Höhe von 20 Milliarden US-Dollar. Ausgangspunkt der aktuellen Studie war eine entscheidende globale Frage: Warum sind Erdrutsche in bestimmten Regionen tödlicher als in anderen Regionen mit vergleichbarem Gelände und Klima? Da sich die Zahl der Menschen in gefährdeten Berggebieten seit 1975 verdoppelt hat, wollen die Studienautor*innen aufzeigen, dass menschliche Eingriffe in die Landoberfläche – wie Kahlschlag, Umstellung der Landwirtschaft und Straßenbau – Hänge drastisch destabilisieren. Die Studie verdeutlicht, wie der zunehmende Druck des Menschen auf die Natur sozioökonomisch benachteiligte Menschen verschärft gefährdet. 


Quantifizierung menschlicher Eingriffe im Zusammenhang mit Erdrutschen


In der Studie wurden Berggebiete in 46 Ländern nach nationalen Einkommensniveau kategorisiert und untersucht. Die Forscher*innen analysierten einen umfangreichen Datensatz, der etwa 60 Jahre an Veränderungen der Landnutzung und Bodenbedeckung sowie 45 Jahre an Bevölkerungsdynamik abbildet. Daraus erarbeiteten die Wissenschafter*innen eine neue Kennzahl, um die Veränderungen der Landnutzung und Bodenbedeckung und damit die gesamten menschengemachten Eingriffe zu quantifizieren. Im nächsten Schritt integrierte das Team diese Zahlen in Modelle zu Topografie, Niederschlag und Exposition.

Diese umfassende Analyse zeigt: Während Länder mit hohem Einkommen nur 7 Prozent ihrer Berglandschaften verändert haben, sind in Ländern mit niedrigem Einkommen 50 Prozent der Berglandbedeckung des Landes verändert. Zu solchen Veränderungen zählen Entwaldung sowie die Ausweitung von Ackerflächen und Infrastruktur.


Veränderte Landnutzung in Zusammenhang mit tödlichen Erdrutschen


"In Ländern wie Haiti, Sri Lanka und El Salvador korreliert diese Veränderung der Landnutzung und Bodenbedeckung mit einem Anstieg tödlicher Erdrutsche und der Zahl der Todesopfer. In wohlhabenden Ländern wie der Schweiz, Japan und Italien schwächt sich diese Korrelation jedoch ab, dort sind trotz erdrutschgefährdeter Topografie und Klimabedingungen weniger Todesfälle zu verzeichnen", erklärt Studienautor Ugur Öztürk von der Universität Wien. Der Hauptautor Seckin Fidan fügt hinzu: "Wirtschaftlich benachteiligte Länder sehen sich im Gegensatz zu wohlhabenderen Nationen oft auch einem erheblichen Bevölkerungsdruck ausgesetzt. Dieser Druck führt zur raschen Rodung empfindlicher Berggebiete für landwirtschaftliche Zwecke, informelle Siedlungen und den Bedarf an grundlegender Infrastruktur."

Veränderungen der Landnutzung und der Bodenbedeckung erweisen sich neben dem nationalen Wohlstand also als entscheidender Faktor für die Sterblichkeit bei Erdrutschen. Länder, denen es gelingt, Veränderungen der Bodenbedeckung gering zu halten, verzeichnen trotz ähnlicher naturgegebener Gefahr weniger Todesfälle durch Erdrutsche. Die Studienautor*innen zeigen also deutlich: Wenige Eingriffe des Menschen in die Landnutzung in Bergregionen senken das Risiko für tödliche Erdrutsche.

 
Zusammenfassung:

  • Ausgangspunkt der Studie war die Frage: Warum sind Erdrutsche in bestimmten Regionen tödlicher als in anderen Regionen mit vergleichbarem Gelände und Klima?
  • Veränderungen der Landnutzung und Bodenbedeckung beeinflussen die Zahl der Todesopfer durch Erdrutsche wesentlich stärker als die natürliche Topografie oder Niederschläge, insbesondere in Ländern mit niedrigem Einkommen. 
  • Menschengemachte Veränderungen in Berglandschaften (z. B. Entwaldung, Ausbau der Infrastruktur) wirken als Katastrophenverstärker und erhöhen die Gefährdung der Armen dieser Welt. 
  • Eine effektive und nachhaltige Landnutzungsplanung ist eine entscheidende, lebensrettende Notwendigkeit für die Katastrophenvorsorge in Ländern mit niedrigem und unterem mittleren Einkommen.


Originalpublikation: 
Fidan, S., Görüm, T., Akbaş, A., Ekberzade, B., & Ozturk, U. Wealth and land cover change govern landslide fatalities on world's mountains. In Science Advances (in press), 2026.

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