Für Browser < IE 11 nicht optimiert. Verwenden Sie bitte einen aktuelleren Browser.
Skip to main content
Ökonwes
  • Sonne
  • Wind
  • Biomasse
  • Mobilität
  • Nachhaltigkeit(current)1
    • Nachhaltigkeit
    • Vernetzung
    • Wasser
    • weitere Energien
    • Ersatz fossiler Energie
    • Umweltschutz(current)2
    • Bauen
    • offene Briefe
    • Ansichtssache
    • Buch-Tipp
    • Heroes for future
    • Jobs
    • Ernährung und Gesundheit
    • Ökologisch Investieren
  1. oekonews
  2. Nachhaltigkeit
  3. Umweltschutz

Mehr Indien als Österreich im Gurkenregal

28.07.2026

Heimische Gurkenbauern fordern mehr Herkunftstransparenz

alexei other-EssiggurkeGurkerln.jpg
© alexej other pixabay.com
Eine Erhebung von „Wirtschaften am Land“ zeigt große Lücken bei der Herkunftskennzeichnung von Essiggurken. Besonders bei Handels-Eigenmarken bleibt für Konsumentinnen und Konsumenten oft unklar, woher die Gurken stammen. Die heimischen Produzenten warnen vor wachsendem Importdruck und fordern mehr Transparenz.
 

Wien/Hartkirchen - Wer im Supermarkt zu einem Glas Essiggurken greift, kann häufig nicht erkennen, aus welchem Land die verwendeten Gurken stammen. Das zeigt eine Anfang Juni 2026 durchgeführte Erhebung von „Wirtschaften am Land“. Insgesamt wurden 98 Essiggurkenprodukte im österreichischen Lebensmitteleinzelhandel untersucht – 58 Markenartikel und 40 Produkte von Handels-Eigenmarken.

Besonders groß sind die Lücken bei den Eigenmarken: Bei 77,5 Prozent der untersuchten Produkte war die Herkunft auf dem Etikett nicht angegeben. Auf Nachfrage erhielten die Initiatoren zwar Informationen von den Handelsunternehmen, teilweise wurden jedoch bis zu 15 mögliche Herkunftsländer genannt. Für Konsumentinnen und Konsumenten bleibt damit beim Einkauf weiterhin unklar, woher die Gurken tatsächlich stammen.
 

Besonders brisant ist laut der Erhebung der Anteil indischer Ware. Ein Viertel der untersuchten Eigenmarken soll Gurken aus Indien enthalten haben, während nur fünf von 40 Produkten österreichische Herkunft aufwiesen. Neben Indien werden auch Russland und die Türkei als wichtige Herkunftsländer genannt.

„Die Konsumenten erwarten sich heimische Gurkerl, bekommen jedoch oft unwissentlich Gurken aus Indien“, kritisiert Mag. Robert Pichler, Obmann von „Wirtschaften am Land“. Gerade bei Eigenmarken sei die Herkunft vielfach nicht erkennbar. Er fordert daher eine klare Kennzeichnung: Nur mit transparenter Information könnten Konsumentinnen und Konsumenten bewusst entscheiden und heimische Wertschöpfung unterstützen. 


Heimische Produktion unter Druck
 

Der zunehmende Import setzt die österreichischen Gurkenbauern unter Druck. Seit dem EU-Beitritt Österreichs 1995 und der damit verbundenen Öffnung der Märkte sei der oberösterreichische Marktanteil bei Einlegegurken im Lebensmitteleinzelhandel von mehr als 80 auf rund 50 Prozent gesunken, heißt es von den Initiatoren.
 

Für die heimischen Produzenten ist die Situation besonders herausfordernd, weil die Gurkenproduktion sehr arbeitsintensiv ist. Einlegegurken werden überwiegend händisch geerntet. Gleichzeitig steigen in Österreich die Kosten für Arbeitskräfte, Energie und Betriebsmittel.
 

Auch die heimische Lebensmittelindustrie sieht dadurch den Produktionsstandort unter Druck. „Heimische Lebensmittelproduktion braucht faire Wettbewerbsbedingungen“, betont efko-Geschäftsführer Mag. Thomas Krahofer. Regionale Produktion sichere Wertschöpfung und Arbeitsplätze und erfülle zugleich hohe Qualitätsstandards. Eine transparente Herkunftskennzeichnung sei die Grundlage dafür, dass Konsumentinnen und Konsumenten bewusste Kaufentscheidungen treffen könnten. 


Mehr als 2.500 Arbeitsplätze betroffen
 

Die Landwirtschaftskammer Oberösterreich verweist auf die wirtschaftliche Bedeutung des Gurkenanbaus. Nach Angaben von Kammerpräsident Mag. Franz Waldenberger hängen mehr als 1.000 direkte Arbeitsplätze im oberösterreichischen Gemüsebau und rund 1.500 weitere Arbeitsplätze in nachgelagerten Bereichen von der Produktion ab.
 

Waldenberger fordert daher bessere Rahmenbedingungen für die heimischen Betriebe. Dazu gehörten ausreichend verfügbare Saisonarbeitskräfte, wettbewerbsfähige Arbeitskosten und praxistaugliche Lösungen beim Pflanzenschutz. 

Die Kritik richtet sich nun vor allem an den Lebensmittelhandel. Dieser habe bei seinen Eigenmarken einen entscheidenden Hebel in der Hand, so Pichler. Die Forderung der Produzenten und Verarbeiter lautet daher, die Herkunft der verwendeten Gurken künftig klar und verständlich auf den Produkten auszuweisen.
 

Denn für die Konsumentinnen und Konsumenten geht es eigentlich um eine einfache Frage: Wer österreichische Gurken kaufen möchte, sollte auch eindeutig erkennen können, in welchem Glas wirklich österreichische Gurken stecken!

  • Drucken
  • Empfehlen
28.07.2026 | Autor*in: Doris Holler-Bruckner
Zum vorigen Artikel voriger Artikel

EU-Naturschutzrichtlinien: Erfolgsmodell für Vögel in Gefahr?

Zum nächsten Artikel nächster Artikel

Krems unterzeichnet als erste Stadt Österreichs die „NaturStadt-Garantie“

oekonews

Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Freitag, 11. September 2026, 70.114 Artikel Online

Weitere Themen

  • Klimagesetz: Sanktionslose Zielvorgaben sind reine Lippenbekenntnisse und ihr Papier nicht wert
  • Bleckwandhütte neu eröffnet: Nachhaltiges Hüttenprojekt über dem Wolfgangsee
  • Hitzesommer setzt Wildtieren zu: Rekord bei Wildtieraufnahmen
  • Mehr als 17.000 Schmetterlinge gezählt: Kaisermantel ist Hochsommer-Sieger der Großen Schmetterlingszählung Österreichs
  • Extremsommer 2026 kostet Deutschland mindestens 36 Milliarden Euro
  • Henkel in Wien setzt bei Weichspülern auf pflanzliche Stärke
  • Weißstörche brechen in den Süden auf – positive Zwischenbilanz für den Bruterfolg
  • Städte und Regionen fordern mehr Mitsprache beim Schutz von Böden
  • „Ihr verhandelt unsere Zukunft“: Fridays For Future protestiert für ein starkes Klimagesetz
  • 240-Millionen-Euro-Dürrepaket: Bund unterstützt Landwirtschaft und beschließt Klimagesetz
  • zum ersten Set
  • zurück zum vorigen Set
  • 3
  • 4(current)
  • 5
  • weiter zum nächsten Set
  • zum letzten Set
15.627 Artikel | Seite 4 von 1.563

Newsletter

zur Anmeldung

Termintipp

Termin-Tipp buchen

Oekotermine

Werben auf oekonews

Direkt an der Zielgruppe

Wichtiger Artikel

STUDIE: Ohne Energiewende mehr Rohstoffverbrauch
  • Suche
  • Impressum
  • Datenschutz
  • Über oekonews
  • Haftung
  • RSS
© 2026 oekonews.at
alexei other-EssiggurkeGurkerln.jpg

© alexej other pixabay.com