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Meeresschildkröten–Tag: EU kann jährlich zehntausende Schildkröten retten

16.06.2017

Beifang–Problematik in Garnelen–Fischerei für europäischen Markt / Einfache Lösungen existieren

© Unsplash – pixabay.com / Meeresschildkröte
© Unsplash – pixabay.com / Meeresschildkröte
Wien – Anlässlich de Welt–Meeresschildkröten–Tages ruft der WWF EU–Mitgliedsstaaten und Konsumenten dazu auf, sofortige Maßnahmen zum Schutz mariner Schildkröten zu ergreifen. Jährlich verenden Zehntausende in den Netzen großer Garnelen–Fischereien, die den europäischen Markt beliefern, warnt der morgen veröffentlichte Report des Fischerei Komitees in Französisch Guayana.
Der Report ‚Wild–caught tropical shrimp imports into the EU & associated impacts on marine turtle populations: the need for EU import restrictions‚ unterstreicht die Wirksamkeit von sogenannten ‚Turtle Excluder Devices‚ (TEDs) als einfache und effektive Lösung, um Schildkröten das Entkommen aus den Schleppnetzen durch Sortiergitter zu ermöglichen. Der Schildkröten–Beifang wird so um bis zu 97 Prozent reduziert.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation (FAO) ist ungewollter Beifang durch unselektive Fangmethoden die weltweit größte Bedrohung für die Meeresreptilien. Meeresschildkröten spielen eine zentrale Rolle für das marine Ökosystem, unter anderem in der Erhaltung und Pflege von Seegräsern und Korallenriffen.
"Jährlich verenden ca. 29.000 Meeresschildkröten in den Netzen der für den Export nach Europa produzierenden Garnelen–Fischerei. EU–Mitgliedsstaaten und die Europäische Kommission können diesen Praktiken einen einfachen Riegel vorschieben, indem sie durch strengere Importbestimmungen den Einsatz von TEDs in der tropischen Garnelen–Fischerei mit Schleppnetzen verpflichtend vorschreiben. Konsumenten können durch ihre Nachfragen nach nachhaltigen Garnelen öffentlichen Druck auf Politik und Handel ausüben, um den Einsatz von TEDs zu beschleunigen„, so Axel Hein, Meeresexperte des WWF Österreich.
TEDs sind nicht nur einfach einsetzbar und hochwirksam, sondern verhindern das Erdrücken von Garnelen, was durch verbesserte Qualität wirtschaftlich profitablere Fänge verspricht. Die Gesetzgebung mehrerer wichtiger Garnelen–Produktionsländer sieht den Einsatz von TEDs bereits jetzt vor – alleine an der Umsetzung scheitert es bis dato. "Der Einsatz von TEDs ist doppelt nützlich. Sie schützen nicht nur gefährdete Meerestiere, auch Fischereien profitieren davon. EU–Mitgliedsstaaten können dieser Win–win–Situation schneller zum Durchbruch verhelfen, indem sie den TED–Einsatz bei Garnelen–Importen vorschreiben", so Hein.
Der WWF betont, dass die Zukunft der meisten Meeresschildkröten–Populationen untrennbar mit einer Reform der tropischen Garnelen–Fischerei verbunden ist. Ein globaler Bewusstseinswandel ist nötig, um der Beifangproblematik Herr zu werden. Der WWF nimmt alle beteiligten Akteuere in die Pflicht – von tropischen Fischereien über nationale Regierungen bis hin zur EU Kommission – ihre Bemühungen zu intensivieren, um Meeresschildkröten ihren Platz und ihre essenzielle Rolle im marinen Ökosystem zu sichern.
"Die tropische Garnelen–Fischerei hat verheerende Auswirkungen auf das Leben von Meeresschildkröten. Dabei existieren einfache Lösungen. Wir appellieren an EU–Mitgliedsstaaten, Konsumenten, Handelsbetriebe und die Fischerei–Industrie, dem Einsatz von TEDs schnellstmöglich den Weg zu bereiten", schließt Axel Hein und betont, dass positive Beispiele am österreichischen Markt bereits erfolgreich umgesetzt werden.
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16.06.2017 | Autor*in: holler
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© Unsplash – pixabay.com / Meeresschildkröte

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