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Mariazellerbahn künftig schnell und breitspurig?

12.03.2006

Für die Entwicklung der Infrastruktur rund um Niederösterreichs Landeshauptstadt St. Pölten sind zwei Varianten zur Attraktivierung und Beschleunigung der Mariazellerbahn in Planung

Die Experten der NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft (NÖVOG) arbeiten zur Zeit gemeinsam mit der ÖBB–Infrastruktur Bau AG an detaillierten Planungen, die zwei verschiedene Wege aufzeigen:
Variante 1 sieht eine Spurverbreiterung der Mariazellerbahn bis Kirchberg/Pielach vor. Variante 2 zielt auf eine Begradigung und Modernisierung der Schmalspurstrecke samt Erneuerung des Fuhrparks ab.
Beide Varianten würden eine Fahrzeitverkürzung bis Mariazell bringen, Variante 1 sogar um rund 30 Minuten, weil sie abschnittsweise Geschwindigkeiten bis zu 120 km/h ermöglicht. Die Kosten der beiden unterschiedlichen Projekte unterscheiden sich nach ersten Einschätzungen "nicht grundsätzlich². NÖVOG–Geschäftsführer Otfried Knoll sagt im Gespräch mit dem NÖ Wirtschaftspressedienst: "Wir rechnen noch.
Die Varianten–Debatte ist freilich auch davon bestimmt, dass ­ grob gesagt – für Infrastrukturinvestitionen hauptsächlich der Bund als Zahler zuständig wäre, während bei Variante 2 mehr Investitionen in den Fuhrpark erforderlich wären, wofür das Land aufzukommen hätte.
Mehr Fantasie hat allemal Variante 1. Sie würde die Mariazellerstrecke direkt ans europaweite Schienennetz anknüpfen. Züge aus dem Pielachtal könnten direkt nach Wien oder Krems durchgeleitet werden, was erhebliche Vorteile für viele Pendler brächte. Sie würde auch modernen Güterverkehr in das Pielachtal bringen ­ z. B. für Großbetriebe wie die Teich AG und andere.
Das As im Ärmel von Variante 1 erklärt Otfried Knoll so: "Sie würde ab St. Pölten–Hauptbahnhof zunächst bis zur Autobahn die vorhandene Leobersdorfer Bahnstrecke benutzen, dann in die geplante Güterzugumfahrung (GZU) einschwenken. Erst westlich der bereits fertig gebauten neuen Pielachbrücke wäre eine neue Trasse bis Obergrafendorf erforderlich.
Bis Obergrafendorf wären laut Knoll ­ unter Nutzung der geplanten GZU für St. Pölten ­ lediglich vier Kilometer Neubaustrecke erforderlich. Die Fahrzeit bis Obergrafendorf würde sich von derzeit 20 auf elf Minuten verkürzen. Erstmals wäre damit das Gebiet im Süden von St. Pölten um das Veranstaltungszentrum, das Möbelhaus KIKA und das Entwicklungsgebiet der Kopalkaserne direkt aus dem Pielachtal erreichbar.
Im Zuge der Planungsarbeiten hat man auch festgestellt, dass bei einer Attraktivierung der bestehenden Strecke (Variante 2) die beiden "Eisberg–Tunnel² in St. Pölten sehr kostenaufwändig umgebaut werden müssten – ein zusätzliches Argument für Variante 1. Dazu kommt, dass diese Variante auch den Bahnhofsumbau in St. Pölten vereinfachen würde. Es wären dann nur mehr ein Schienensystem und ein Stromsystem notwendig und allenfalls ein Bahnsteig einzusparen. Der so genannte "HTL–Steg" könnte dann auch einen direkten Zugang zu den Bahnsteigen bekommen.
Dieses Faktum wiederum drängt auf eine rasche Entscheidung, welche der beiden Varianten es nun werden soll. Denn der Bahnhofsumbau in St. Pölten hat schon begonnen. Knoll rechnet damit, dass im Planungsausschuss, in dem das Verkehrsministerium, Land Niederösterreich, die ÖBB und die NÖVOG vertreten sind, bereits im April eine Vorentscheidung fallen wird. (au)
http://www.noevog.at
http://www.oebb.at/vip8/bau/de
Quelle: NÖ. Wirtschaftspressedienst
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12.03.2006 | Autor*in: holler
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