Lobau–Autobahn: Teil der Transit–Drehscheibe Ostösterreichs
Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Gründung des Nationalparks Donau–Auen warnt die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 vor den Gefahren, die dem Nationalpark durch die so genannte Lobau–Autobahn drohen. Denn ab Anfang November sollen mit den Probebohrungen die Bauarbeiten an dieser umstrittenen Straßenverbindung beginnen. Die Transit–Autobahn Lobau soll mitten in einem Feinstaubsanierungsgebiet errichtet und des weiteren Teil einer europaweiten Transitroute von der Ostsee zur Adria vor allem für Schwerverkehr werden.„Auch der geplante Lobau–Tunnel ist nicht zu akzeptieren„, betont Heinz Högelsberger, Verkehrsreferent von GLOBAL 2000. „Der Nationalpark hört nicht fünfzig Meter unter der Oberfläche auf. Die Untertunnelung der Lobau kann den Grundwasserhaushalt stören, was in diesem sensiblen Augebiet besonders dramatisch wäre.„ Die Abgase der Lobau–Autobahn werden den Nationalpark beeinträchtigen, was einen Verstoß gegen das Verschlechterungsverbot (EU–Richtlinie) darstellt. „Vollkommen unter den Tisch gekehrt wird die Tatsache, dass diese Transit–Route wesentlich mehr Verkehr anziehen wird. Der Schwerverkehr wird ja nur zu einem geringen Teil unter der Erde geführt werden. Eine vollkommene Überlastung der Zubringerstrecken ist absehbar, darüber hinaus werden auch die Abgase aus dem Inneren des Tunnels wieder an die Oberfläche und somit der Wiener Luft zugeführt werden„, kritisiert Högelsberger. In letzter Konsequenz könnten sogar der Lobau – oder Teilen davon – der Nationalparkstatus wieder aberkannt werden. „Die Betreiber und Befürworter des Lobau–Tunnels können noch so viele teure Anzeigen schalten, Faktum ist, dass Schwerverkehr und eine drohende Transit–Hölle mit dem Nationalparkgedanken unvereinbar sind!„ . „Mit der Lobau–Autobahn wird eine Transitschneise mitten durch einen Nationalpark geschlagen, sowie Speckgürtelentwicklung und Zersiedelung rund um Wien weiter angeheizt. Zu allem Überfluss wurde ausgerechnet jene Trasse ausgewählt, die die Lobau an der breitestmöglichen Stelle quert und laut Strategischer Umweltprüfung die schlechteste aller Varianten ist.„ Aus all diesen Gründen spricht sich GLOBAL 2000 auch massiv gegen die ab November vorgesehenen Probebohrungen im Nationalparkgebiet aus. Diese wären ohne Lobau–Autobahn nicht notwendig und stellen daher den Beginn der Bauarbeiten dar. Ab 1. November veranstaltet GLOBAL 2000 gemeinsam mit Bürgerinitiativen eine „Mahnwache in der Au„.
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