Leopoldsdorf: Rechenzentrum-UVP darf kein Einzelfall bleiben
„Das Beispiel Leopoldsdorf zeigt, wie wichtig ein eigener UVP-Tatbestand für Rechenzentren wäre“, so Gregor Schamschula, Umweltjurist beim ÖKOBÜRO. Wir haben jetzt Rechenzentren mit und solche ohne UVP in Österreich, das gehört dringend vereinheitlicht. Schon jetzt ergibt sich eine UVP-Pflicht nach EU-Recht. Ein eigener Tatbestand im österreichischen UVP-Gesetz könnte in die aktuelle Novelle aufgenommen werden. Das schafft Klarheit für Betreiber, Betroffene und Behörden."
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Während in Leopoldsdorf nun eine UVP durchgeführt wird, ist für das noch größerer Projekt in Kronstorf in Oberösterreich zum Beispiel nach wie vor keine vorgesehen. „Hier sieht man, wie dringend die Politik ins Handeln kommen muss. Das Rechenzentrum in Kronstorf darf rund 200 Liter Wasser pro Sekunde entnehmen, der erwartete Stromverbrauch ist größer als der aller oberösterreichischen Haushalte gemeinsam und es wird die Fläche von 70 Fußballfeldern versiegelt. Nun soll bei einem Projekt dieser Dimension, nur weil kein derzeit festgeschriebener UVP-Tatbestand ausgelöst wird, keine Prüfung durchgeführt werden“, kritisiert Hannah Keller, Klima- und Energieexpertin bei GLOBAL 2000. „Das zeigt ganz klar, das UVP-Gesetz, wie es jetzt ist, hält dem Test der Zeit nicht stand! Im Zuge der Novelle, an der gerade gearbeitet wird, muss ein Tatbestand für Rechenzentren geschaffen werden, alles andere wäre unverantwortlich gegenüber Natur, Bevölkerung und auch gegenüber potentiellen Betreibern, denen so Klarheit fehlt.“
Gegen das Vorgehen in Kronstorf, bei dem Betroffene bei weitem nicht ausreichend eingebunden waren, findet heute, Freitag, Nachmittag um 15:00 eine Kundgebung in Linz statt, bei der GLOBAL 2000 gemeinsam mit vielen anderen Organisationen präsent sein wird.