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Lehm statt Asphalt: Wie Bauernhöfe zur Rettung der Schwalben beitragen können

15.07.2025

Der Loitzhof in Salzburg zeigt, wie mit einfachen Mitteln Lebensräume für Schwalben erhalten werden.

Mehlschwalbe.jpg.jpg
© Netzwerk Natur/Peter Buchner

Rauch- und Mehlschwalben finden in Österreich immer schwerer geeignete Bedingungen für die Aufzucht ihrer Jungen. Durch Gebäudesanierungen und die zunehmende Bodenversiegelung fehlen ihnen sowohl Nistplätze als auch das wichtigste Baumaterial für ihre Nester: feuchter Lehm. Ohne offenen, feuchten Boden können die Vögel keine Nester bauen und das bedroht ihre Bestände. Familie Grünwald zeigt auf ihrem Biohof in Untertauern eine einfache Maßnahme, wie Schwalben durch eine regelmäßig bewässerte Gatschlacke unterstützt werden können.

Warum Schwalben Hilfe brauchen

Rauch- und Mehlschwalben legen jedes Jahr tausende Kilometer aus Afrika zurück, um in Mitteleuropa zu brüten. Doch geeignete Nistplätze und das nötige Baumaterial sind in Österreich immer schwerer zu finden.

„Schwalben sind seit jeher aus Dörfern und von Bauernhöfen nicht wegzudenken“, sagt Gábor Wichmann, Geschäftsführer von BirdLife Österreich und Vorstand von Blühendes Österreich. „Sie zählen mittlerweile leider zu den Sorgenvögeln im Naturschutz. Besonders dramatisch ist die Situation bei Mehlschwalben, denn in den letzten 20 Jahren haben sich ihre Bestände österreichweit halbiert.“

Während die Vögel früher an Felswänden brüteten, haben sie sich an Dachvorsprünge und Stallgebäude angepasst. Doch viele dieser Plätze gehen durch Gebäudesanierungen verloren. Besonders kritisch ist der Mangel an feuchtem Lehm: Für den Nestbau formen Schwalben über tausend kleine Lehmklümpchen mit dem Schnabel. Feuchter, formbarer Lehm ist dafür unerlässlich. Doch offene Bodenstellen werden durch Bodenversiegelung immer seltener und dort, wo es sie noch gibt, trocknet der Boden in heißen Sommern schnell aus.

„Man kann den Schwalben aber sehr leicht helfen“, so Wichmann. „Gatschlacken auf unbefestigten Wegen zu erhalten oder Schwalbenlacken anzulegen, ist eine einfache und wirksame Hilfe.“

Biodiversität auf dem Bauernhof

Ein Beispiel dafür, wie diese einfache Maßnahme in der Praxis funktioniert, findet sich auf dem Loitzhof der Familie Grünwald in Salzburg. Der Hof ist Teil des Netzwerks Urlaub am Bauernhof. Für Julia Grünwald ist klar: „Die anderen schauen auf die Leistung ihrer Kühe, wir schauen eben mehr auf Vögel und Insekten.“

Geschätzte 30 Nester schmiegen sich an die Decken der Gebäude, ein Drittel davon ist aktuell besetzt. Die meisten Nester wurden von den Schwalben selbst gebaut, die Familie hat aber auch schon probiert, Kunstnester aufzuhängen, um es den Schwalben leichter zu machen. Doch wie Julia Grünwald erzählt:

„Ich glaube, die Schwalben bauen lieber selbst oder übernehmen alte Nester. Es ist schon ab und zu eines von den Kunstnestern besetzt, aber weit weniger als die Naturnester.“

Damit es den Schwalben nicht an Baumaterial fehlt, bleibt eine große Gatschlacke vor dem Schuppen der Familie Grünwald bewusst bestehen. Die Lacke hat sich vor Jahren in einer kleinen Senke gebildet und wurde bald zum beliebten Lehm-Lieferanten für den Nestbau der Schwalben. Heute ist es Aufgabe der Kinder, dort Wasser nachzufüllen, wenn es länger nicht regnet.

Eine einfache und gute Lösung für viele

Was Familie Grünwald auf ihrem Biohof lebt, ist ein inspirierendes Beispiel für viele andere Höfe und sogar für Hausgärten. Genau hier setzt das Projekt „EINFACH GUT“ an: Gemeinsam mit Bäuerinnen und Bauern entwickelt Blühendes Österreich – BILLA gemeinnützige Privatstiftung in Kooperation mit suske consulting zehn praxisnahe und kostengünstige Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität.

Durch gezielte Anleitungen, Erklärvideos und Erfahrungsberichte wie jenen vom Loitzhof soll das Bewusstsein für biodiversitätsfördernde Maßnahmen gestärkt und zur Nachahmung motiviert werden. Alle Informationen sowie die Erklärvideos sind auf bluehendesoesterreich.at/einfach-gut zu finden.

Das Projekt „EINFACH GUT“ will innerhalb von drei Jahren 500 Maßnahmen auf 1.500 landwirtschaftlichen Flächen umsetzen. Jede einzelne Maßnahme trägt zur Stärkung des Biotopverbunds und zur Verbesserung der Lebensräume heimischer Arten bei.

 

Mit Unterstützung von Bund, Ländern und Europäischer Union.

https://www.youtube.com/watch?v=zMIz-bVkuOM
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Lehmgatsch für Schwalben © suske consulting
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© Netzwerk Natur/Peter Buchner