Las Vegas: Aktivisten fordern schnelleren Umstieg auf Elektro-Lkw
Las Vegas – Vor der ACT Expo, der größten Flottentechnologiemesse, forderten Umwelt- und Gesundheitsorganisationen einen schnelleren Übergang zu emissionsfreien Lkw. Sie kritisierten dabei insbesondere große Hersteller wie Volvo und Daimler, denen sie vorwerfen, öffentlich Klimaschutz zu unterstützen, gleichzeitig aber strengere Umweltstandards auszubremsen.
Bei einer Pressekonferenz vor dem Las Vegas Convention Center warnten die Vertreter und Vertreterinnnen von Umwelt- und Bürgerrechtsgruppen aus den USA vor den gesundheitlichen Folgen von Dieselabgasen. Besonders betroffen seien Menschen entlang großer Verkehrsachsen, in Industriegebieten und in der Nähe von Lagerhäusern.
„Saubere Lkw gehören auf die Straße“
„Wir brauchen keine sauberen Lkw auf Ausstellungen, sondern auf den Straßen unserer Gemeinden“, sagte Mary Wagner von Moms Clean Air Force und EcoMadres Nevada. Die Technologie für Elektro-Lkw sei längst verfügbar, nun müsse der Ausbau schneller erfolgen und für Unternehmen wirtschaftlich attraktiver werden.
Auch Jackie Spicer von der Nevada Environmental Justice Coalition forderte ein rasches Ende der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen im Transportsektor. Die Luftverschmutzung verschärfe bereits heute Gesundheitsprobleme und belaste besonders einkommensschwächere Gemeinden.
Die Demonstrierenden werfen Herstellern wie Daimler und Volvo vor, auf der ACT Expo moderne Elektrofahrzeug zu präsentieren, gleichzeitig jedoch lobbyierten sie gegen strengere Vorschriften, die einen flächendeckenden Umstieg auf emissionsfreie Lkw rapid beschleunigen würden.
„Wenn die Hersteller es ernst meinen mit Klimaschutz und öffentlicher Gesundheit, müssen sie aufhören, notwendige Standards für saubere Lkw zu blockieren“, erklärte Olivia Tanager vom Sierra Club.
Daimler Truck North America, Volvo North America, International Motors und PACCAR reichten im Vorjahr eine Klage gegen das California Air Resources Board (CARB) ein, um aus der Clean Truck Partnership auszusteigen.
Laut Umweltverbänden könnten emissionsfreie Lkw erhebliche Vorteile bringen: weniger Feinstaub, weniger Smog und sinkende Gesundheitsrisiken wie Asthma oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Besonders Menschen entlang stark befahrener Transportkorridore würden davon profitieren.
Gleichzeitig sehen die Organisationen im Ausbau elektrischer Nutzfahrzeuge einen wichtigen Schritt zur Verringerung der CO₂-Emissionen im Verkehrssektor.
Der Protest in Las Vegas zeigt, dass der Druck auf Politik und Industrie auch in den USA zunimmt. Während die Technologie für emissionsfreie Lkw immer weiter voranschreitet, fordern Umweltgruppen nun in unzähligen Ländern verbindliche Regeln und schnellere Investitionen, damit Elektro-Lkw nicht nur auf Messen präsentiert, sondern flächendeckend im Alltag eingesetzt werden.
Links
Verwandte Artikel
- PETITION: Kritik an geplanter Besteuerung von E-Dienstautos
- Österreich verliert Anschluss bei Elektroautos: Kritik an geplanter Steuermaßnahme
- WKÖ-Bundesspartenobmann Roth: „E-Auto-Steuerpläne sind ein fatales Signal“
- Elektroautos dominieren Norwegens Automarkt: Neuer Rekord mit 98,6 Prozent Anteil
- Neuer ID. Polo: Volkswagens elektrischer Kleinwagen startet in Österreich
- ZEIGE ALLE BERICHTE ZU DIESEM THEMA