Kronberger: EU-Konsens über Atomausstieg schwer gefährdet
Als "absolut falsches Signal" bezeichnet EU-Abgeordneter Dr. Hans Kronberger die Pläne des tschechischen Industrieministeriums für den Bau zwei weiterer Reaktorblöcke in Temelin. Besorgt zeigt sich der Abgeordnete bei dieser Gelegenheit vor allem über einen Wechsel in der Energiepolitik nach der Erweiterung.
Kronberger: "Derzeit bekennt sich noch die Mehrzahl der EU-Staaten zu einer atomfreien Zukunft. Die Erweiterung wird das Kräfteverhältnis zugunsten der Atomkraft so weit verschieben, dass Entscheidungen, die den Ausstieg vorantreiben, mühelos blockiert werden können. Umso wichtiger wird es sein, das Instrument EURATOM so schnell wie möglich und noch vor der Ratifizierung der EU-Verfassung umzubauen."
Kronberger äußert sich in diesem Zusammenhang auch sehr besorgtüber Frankreichs Pläne, nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Osteuropa in neue AKWs zu investieren. "Hier werden wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen, die allein aufgrund des Investitionsaufwands für die nächsten Jahrzehnte Gültigkeit haben werden. Wie soll in den Beitrittsländern ein Umstieg bewerkstelligt werden, wenn eines der größten EU-Länder keinerlei Bereitschaft zum Umdenken zeigt?"
Zuversichtlich ist Kronberger jedoch, was die Haltung der Bevölkerung etwa in Tschechien angeht. "Hier hat sich vor allem dank der Informationsarbeit der NGOs sehr viel zum Positiven verändert. Eine österreichisch-tschechische Allianz der Atomgegner könnte Temelin längerfristig immer noch zum Stillstand bringen. Immerhin war auch in Österreich das Bekenntnis zu einer atomfreien Zukunft das Ergebnis einer "Revolution von unten". (Schluss)
Rückfragehinweis: Freiheitliches Pressereferat Tel.: (01) 40 110 /5491
*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0094 2003-11-18/11:18
Kronberger: "Derzeit bekennt sich noch die Mehrzahl der EU-Staaten zu einer atomfreien Zukunft. Die Erweiterung wird das Kräfteverhältnis zugunsten der Atomkraft so weit verschieben, dass Entscheidungen, die den Ausstieg vorantreiben, mühelos blockiert werden können. Umso wichtiger wird es sein, das Instrument EURATOM so schnell wie möglich und noch vor der Ratifizierung der EU-Verfassung umzubauen."
Kronberger äußert sich in diesem Zusammenhang auch sehr besorgtüber Frankreichs Pläne, nicht nur im eigenen Land, sondern auch in Osteuropa in neue AKWs zu investieren. "Hier werden wirtschaftspolitische Entscheidungen getroffen, die allein aufgrund des Investitionsaufwands für die nächsten Jahrzehnte Gültigkeit haben werden. Wie soll in den Beitrittsländern ein Umstieg bewerkstelligt werden, wenn eines der größten EU-Länder keinerlei Bereitschaft zum Umdenken zeigt?"
Zuversichtlich ist Kronberger jedoch, was die Haltung der Bevölkerung etwa in Tschechien angeht. "Hier hat sich vor allem dank der Informationsarbeit der NGOs sehr viel zum Positiven verändert. Eine österreichisch-tschechische Allianz der Atomgegner könnte Temelin längerfristig immer noch zum Stillstand bringen. Immerhin war auch in Österreich das Bekenntnis zu einer atomfreien Zukunft das Ergebnis einer "Revolution von unten". (Schluss)
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OTS0094 2003-11-18/11:18
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