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Kopenhagen: Umweltfreundliches Handeln als Bezahlmöglichkeit

16.07.2024

Viele Kopenhagener Attraktionen können mit klimafreundlichen Aktionen bezahlt werden.

© VisitCopenhagen/Copenpay / Mit dem Rad ins Museum fahren wird belohnt
© VisitCopenhagen/Copenpay / Mit dem Rad ins Museum fahren wird belohnt
Um Touristen zu nachhaltigerem Handeln zu bewegen, startet die Tourismusorganisation Wonderful Copenhagen eine neue Initiative in Zusammenarbeit mit vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt.
Damit wird umweltfreundliches Handeln zur "Währung" für kulturelle Erlebnisse umwandelt: CopenPay. Im Rahmen eines Pilotprojektes diesen Sommer will die Stadt Besucher dazu inspirieren, ganz bewusst grüne Entscheidungen zu treffen - und somit dazu beizutragen, die Lücke zwischen nachhaltigem Bewusstsein und tatsächlichem Verhalten zu schließen.
Umfragen unter Reisenden zeigen, dass das Bewußtsein groß ist: 82 % der Befragten geben an, nachhaltig handeln zu wollen - aber nur 22 % ändern ihr Verhalten tatsächlich. Das sich Reisen und Nachhaltigkeit nicht ausschließen müssen, will Kopenhagen durch gezielte Maßnahmen zum Klimaschutz zu einem besseren ökologischen Fußabdruck unterstreichen
CopenPay belohnt daher Aktionen wie Fahrradfahren anstatt Autofahren, die Teilnahme an Aufräumarbeiten oder die freiwillige Mitarbeit in städtischen Gärten mit dem Zugang zu einer Vielzahl von Erlebnissen. Dazu gehören kostenlose Museumsführungen, kostenloser Kajakverleih und sogar ein kostenloses vegetarisches Mittagessen, das aus regionalen Produkten zubereitet wird.
Besucher, die mit selbst gesammelten Plastikmüll in die Nationalgalerie von Dänemark kommen, werden zu einem Workshop eingeladen, bei dem sie diesen in ein Kunstwerk verwandeln können. Wer das ikonische Heizkraftwerk der Stadt mit ÖPNV oder Fahrrad besucht, kann dafür gratis das Dach des Gebäudes mit Skiern herunterfahren.
"Eine unserer Kernaufgaben im Tourismus ist es, das Reisen nachhaltig zu gestalten. Und das wird uns nur gelingen, wenn wir die Kluft zwischen nachhaltigem Bewusstsein und tatsächlichem Verhalten überbrücken. Das mag einfach klingen, ist es aber nicht. Wir wollen, dass unsere Besucher bewusste, grüne Entscheidungen treffen und dadurch noch bessere Erfahrungen beim Besuch unserer Stadt machen. Mit CopenPay setzen wir Anreize für ein nachhaltiges Verhalten der Touristen, die gleichzeitig ihr kulturelles Erlebnis bereichern - ein kleiner, experimenteller Schritt hin zu einer neuen Mentalität bei unseren Besuchern, und eine von vielen Initiativen, die wir ergreifen, um Kopenhagen umweltschonend zu bereisen", sagt Mikkel Aarø-Hansen, CEO von Wonderful Copenhagen.
CopenPay funktioniert einfach und unkompliziert: Touristen müssen einfach nur ein Zugticket vorzeigen, mit dem Fahrrad anreisen oder andere Nachweise für umweltfreundliches Handeln vorlegen, um ihre Prämien einzulösen. Alle Besucher und auch Einheimische sind eingeladen, sich an CopenPay zu beteiligen. Das Projekt geht mit über 20 städtischen Partnern an den Start und läuft vom 15. Juli bis zum 10. August 2024. Auf www.visitcopenhagen.com/copenpay werden regelmäßig Updates zu verfügbaren Attraktionen und Prämien veröffentlicht.
Die Verantwortlichen hoffen darauf, das Pilotprojekt nach der Testphase fortzusetzen und wollen auch andere Städte auf der ganzen Welt dazu zu inspirieren, eine grüne Erlebniswirtschaft einzuführen.
"Wir müssen den Tourismus von einer Umweltbelastung zu einer Kraft des positiven Wandels verändern. Mit CopenPay möchten wir, dass sich lokale Anbieter ebenso wie Besucher auf die Entscheidungen konzentrieren, die wir treffen müssen: wie wir uns am Reiseziel bewegen, was wir konsumieren und wie wir mit den Einheimischen interagieren", sagt Mikkel Aarø-Hansen und fügt hinzu: "Da Reisen international ist, hängt unser Erfolg von den Entscheidungen der Menschen und Reiseziele in anderen Ländern ab. Wir bemühen uns daher auch, weltweit zu nachhaltigem Verhalten und kultureller Wertschätzung zu inspirieren."
Grüne Fakten über Kopenhagen:
- Bevölkerung in Kopenhagen: 602 t. Einwohner
- Fahrräder: 750.000 (viermal mehr als Autos)
- Pendeln: 62% aller Bürger pendeln mit dem Fahrrad
- Radverkehrsinfrastruktur: 382 km Radwege
- Hotels: Die Mehrheit der Hotelzimmer in der Stadt ist öko-zertifiziert
- Leitungswasser: Trinkbar und sicher zu trinken
- Kanäle: Sauber genug zum Schwimmen
- Elektrizität: Mehr als 70 % aus erneuerbaren Energiequellen
- Fernwärme: Hauptsächlich mit Biomasse betrieben
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16.07.2024 | Autor*in: holler
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