Kooperation mit Afrika: Daimler und Benz Stiftung fördert Forschung zu Hitzeschutz und Solarenergie
Forschung gegen extreme Hitze in Tansania
Ein Schwerpunkt widmet sich den Folgen zunehmender Hitze in afrikanischen Großstädten. Das Projekt „Hitzegerechte Mobilitätskartierung für Dar es Salaam“ untersucht, wie sich extreme Temperaturen auf den Alltag der Menschen in der tansanischen Metropole auswirken und wie Städte darauf reagieren können.
In Dar es Salaam liegen die Temperaturen regelmäßig bei rund 32 Grad Celsius, während Hitzewellen Werte bis zu 40 Grad erreichen können. Das Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Zipf vom Heidelberg Institute for Geoinformation Technology arbeitet gemeinsam mit der Universität Dar es Salaam an neuen Ansätzen für eine hitzesensible Stadtplanung.
Dafür kombinieren die Wissenschaftler Satellitendaten mit lokalen Klimamessungen, um die Hitzebelastung entlang wichtiger Fußwege zu analysieren. Durch die Verknüpfung mit Bewegungsdaten sollen besonders belastete Bereiche identifiziert werden. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen wie Baumpflanzungen oder Verschattungen gezielt geplant werden. Zudem sollen Stadtverwaltungen künftig simulieren können, welche Wirkung solche Maßnahmen bereits vor ihrer Umsetzung entfalten würden.
Die Forscher sehen das Projekt als Modell für andere schnell wachsende Städte des globalen Südens, die vor ähnlichen Herausforderungen durch Klimawandel und Urbanisierung stehen.
Bessere Solarstrom-Prognosen für Afrika
Ein zweites Forschungsprojekt konzentriert sich auf den Ausbau der Solarenergie in Afrika. Obwohl der Kontinent über rund 60 Prozent der weltweiten Solarressourcen verfügt, stammt bislang weniger als ein Prozent der global erzeugten Solarenergie aus Afrika.
Das Projekt „Solar forecasting across Africa using low-cost sky imagers and machine learning for improved photovoltaic generation“ soll helfen, die Stromerzeugung aus Photovoltaik zuverlässiger zu machen. Gründe für die bislang geringe Nutzung sind vor allem schwankende Sonneneinstrahlung durch Bewölkung sowie instabile Stromnetze in vielen Regionen.
Unter der Leitung von Prof. Dr. Bryce S. Richards vom Karlsruher Institut für Technologie arbeiten Forschungspartner aus Ghana, Namibia, Kenia und Tansania zusammen. Geplant ist der Einsatz kostengünstiger Himmelskameras sowie Methoden des maschinellen Lernens, um präzisere Vorhersagen der Sonneneinstrahlung zu ermöglichen.
Dadurch sollen Solarstromanlagen effizienter betrieben und besser in lokale Stromnetze integriert werden können – insbesondere in Regionen mit schwacher Infrastruktur. Langfristig wollen die Beteiligten damit die Grundlage für ein afrikanisches Netzwerk zur Solarprognose schaffen, das Forschungseinrichtungen und Energieakteure auf dem Kontinent unterstützt.
Fokus auf deutsch-afrikanische Forschungskooperationen
Mit der Förderlinie „Ladenburger Horizonte“ setzt die Daimler und Benz Stiftung gezielt auf Kooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Forschungseinrichtungen. Die Initiative soll der wachsenden wissenschaftlichen und politischen Bedeutung afrikanischer Regionen Rechnung tragen und langfristige Partnerschaften fördern.
Die Stiftung unterstützt nach eigenen Angaben innovative und interdisziplinäre Forschungsvorhaben und legt dabei einen besonderen Schwerpunkt auf die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.