Klimawandel erfordert Maßnahmen – auch in Österreich
Bei einem gemeinsamem Pressegespräch mit Heinz Kopetz berichtete Helga Kromp–Kolb, Österreichs bekannteste Klimaforscherin und Wissenschaftlerin des Jarhes 2005, umfassene Maßnahmen.
"Dass sich das Klima weltweit ändert, ist inzwischen unbestrittene Tatsache. Der globale Temperaturanstieg des letzten Jahrhunderts – etwa 0,6 Grad Celsius ohne Berücksichtigung der Rekordjahre 2001–2005 – und die raschere Erwärmung im Alpinen Raum [ÖGM 2003], die Verdoppelung der Zahl der Tage mit Temperaturen über 30GradC seit 1950 und die längere Andauer von Hitzeperioden [StartClim 2004] sind nur Teilaspekte des Klimawandels. Die Auswirkungen in Europa reichen vom voraussichtlichen Verschwinden der meisten alpinen Gletscher in der 2. Hälfte des Jahrhunderts über spektakuläre Felsstürze, Muren und Überschwemmungen bis zu den über 30.000 Hitzetoten im Jahr 2003.
Auch die Erwärmung der Meere hat vielfältige Auswirkungen: Tropischer Wirbelstürme in Atlantik häufen sich und ihre Zerstörungskraft nimmt zu. Stürme werden in Mitteleuropa vermutlich seltener werden (Verschiebung der Zugbahnen der Tiefdruckgebiete nach Norden), aber extreme Stürme häufiger. In der Arktis und auf Grönland schmilzt das Eis rascher ab als von den Modellen erwartet. Insgesamt erweisen sich die bisherigen Projektionen der Klimaforscher als eher zu vorsichtig – vieles geht schneller und mit größeren Intensitäten vor sich als erwartet.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht an die Britische Regierung lässt keine Zweifel an der wirtschaftlichen Bedeutung des Klimawandels. Er stellt auch fest, dass der Klimawandel das größte und umfassendste Versagen des Marktes darstellt, das wir je gesehen haben. Daraus folgt, dass politische Steuerungsmaßnahmen unerlässlich sind: Es müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen gesetzt bzw. attraktiv gemacht werden und – gerade im extrem sensitiven Alpenraum – muss auch die Anpassung an das sich entwickelnde Klima vorangetrieben werden.
Bezüglich der Minderungsmaßnahmen ist Österreich gut beraten, wenn es auf alternative, "sanfte" Energieformen setzt und sich die Zukunft weder durch stärkere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch durch Zuwendung zur Kernenergie verbaut. Wir stehen vor einer historischen Weichenstellung. Deswegen sind Initiativen, wie jene des Biomasse–Verbandes, zu begrüßen.
Eine vorausschauende und effiziente Anpassung erfordert Verständnis für die lokalen Klimaentwicklungen und deren Berücksichtigung bei Langfristinvestitionen. Welche und wie viel Biomasse wird uns in 20, 30 oder 50 Jahren angesichts von Dürren undÜberschwemmungen zur Verfügung stehen? Wie viel Energie werden wir im Sommer, wie viel im Winter brauchen? Für welches Klima müssen wir unsere Wälder und unseren Hochwasserschutz auslegen? Um wissensbasierte Entscheidungen treffen zu können, brauchen wir endlich ein großzügig ausgestattetes österreich–spezifisches Klimaforschungsprogramm, das vernetzte Expertise in allen erforderlichen Fachbereichen schafft, im Dienste der österreichischen Bevölkerung, Wirtschaft und Politik.
"Dass sich das Klima weltweit ändert, ist inzwischen unbestrittene Tatsache. Der globale Temperaturanstieg des letzten Jahrhunderts – etwa 0,6 Grad Celsius ohne Berücksichtigung der Rekordjahre 2001–2005 – und die raschere Erwärmung im Alpinen Raum [ÖGM 2003], die Verdoppelung der Zahl der Tage mit Temperaturen über 30GradC seit 1950 und die längere Andauer von Hitzeperioden [StartClim 2004] sind nur Teilaspekte des Klimawandels. Die Auswirkungen in Europa reichen vom voraussichtlichen Verschwinden der meisten alpinen Gletscher in der 2. Hälfte des Jahrhunderts über spektakuläre Felsstürze, Muren und Überschwemmungen bis zu den über 30.000 Hitzetoten im Jahr 2003.
Auch die Erwärmung der Meere hat vielfältige Auswirkungen: Tropischer Wirbelstürme in Atlantik häufen sich und ihre Zerstörungskraft nimmt zu. Stürme werden in Mitteleuropa vermutlich seltener werden (Verschiebung der Zugbahnen der Tiefdruckgebiete nach Norden), aber extreme Stürme häufiger. In der Arktis und auf Grönland schmilzt das Eis rascher ab als von den Modellen erwartet. Insgesamt erweisen sich die bisherigen Projektionen der Klimaforscher als eher zu vorsichtig – vieles geht schneller und mit größeren Intensitäten vor sich als erwartet.
Ein kürzlich veröffentlichter Bericht an die Britische Regierung lässt keine Zweifel an der wirtschaftlichen Bedeutung des Klimawandels. Er stellt auch fest, dass der Klimawandel das größte und umfassendste Versagen des Marktes darstellt, das wir je gesehen haben. Daraus folgt, dass politische Steuerungsmaßnahmen unerlässlich sind: Es müssen Maßnahmen zur Eindämmung der Treibhausgasemissionen gesetzt bzw. attraktiv gemacht werden und – gerade im extrem sensitiven Alpenraum – muss auch die Anpassung an das sich entwickelnde Klima vorangetrieben werden.
Bezüglich der Minderungsmaßnahmen ist Österreich gut beraten, wenn es auf alternative, "sanfte" Energieformen setzt und sich die Zukunft weder durch stärkere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen noch durch Zuwendung zur Kernenergie verbaut. Wir stehen vor einer historischen Weichenstellung. Deswegen sind Initiativen, wie jene des Biomasse–Verbandes, zu begrüßen.
Eine vorausschauende und effiziente Anpassung erfordert Verständnis für die lokalen Klimaentwicklungen und deren Berücksichtigung bei Langfristinvestitionen. Welche und wie viel Biomasse wird uns in 20, 30 oder 50 Jahren angesichts von Dürren undÜberschwemmungen zur Verfügung stehen? Wie viel Energie werden wir im Sommer, wie viel im Winter brauchen? Für welches Klima müssen wir unsere Wälder und unseren Hochwasserschutz auslegen? Um wissensbasierte Entscheidungen treffen zu können, brauchen wir endlich ein großzügig ausgestattetes österreich–spezifisches Klimaforschungsprogramm, das vernetzte Expertise in allen erforderlichen Fachbereichen schafft, im Dienste der österreichischen Bevölkerung, Wirtschaft und Politik.