Klimasozialplan: Gute Ansätze, zu wenig für die Betroffenen
Gestern endete die Begutachtungsfrist für den neuen Klimasozialplan der Bundesregierung. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht wichtige Akzente gegen Energiearmut, doch die geplanten Maßnahmen reichen bei Weitem nicht aus. "Der Klimasozialplan geht in die richtige Richtung, bleibt aber viel zu klein. Ein paar tausend sanierte Wohnungen werden die Energiearmut in Österreich nicht lösen. Schlecht sanierte Gebäude werden im Sommer zur Hitze- und im Winter zur Kostenfalle. Der vergangene Hitzesommer hat allein im Juni und Juli 646 Todesopfer gefordert und jetzt drohen hohe Heizkosten", bringt es Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von GLOBAL 2000, auf den Punkt.
Mini-Plan: Richtiger Ansatz, aber völlig unterdimensioniert
Positiv ist, dass erstmals ein eigenes Programm für die Sanierung mehrgeschossiger Wohnbauten mit energiearmen Haushalten geplant ist. Auch die Sanierung von Gebäuden karitativer Organisationen und der Heizungstausch für energiearme Haushalte sollen weiter gefördert werden. Die Dimension der Maßnahmen steht jedoch in keinem Verhältnis zum Problem.
- Für Sanierung mehrgeschossiger Wohnbauten sind pro Jahr knapp 20 Mio. Euro vorgesehen. Damit könnten rund 2.380 Gebäude saniert werden.
- Vom Heizungstausch profitieren in fünf Jahren nur 11.500 Haushalte. Das sind nur 2,4 Prozent der energiearmen Haushalte.
- Für die Sanierung karitativer Einrichtungen sind bis 2032 lediglich 75 Objekte vorgesehen.
- Dabei leben rund 70 Prozent der energiearmen Haushalte zur Miete.
Wahlmüller: "Gerade für energiearme Haushalte sind Sanierungen besonders wichtig. Sie können ihre Wohnsituation meist nicht selbst verbessern und sind gleichzeitig von hohen Heizkosten betroffen, die wegen des Kriegs im Nahen Osten wöchentlich steigen".
Klimasozialplan muss besonders Betroffenen helfen
GLOBAL 2000 fordert, die Sanierung von Mietwohnungen massiv auszuweiten und mehr energiearme Haushalte beim Umstieg auf saubere Heizsysteme zu unterstützen. "Wenn die Bundesregierung ernsthaften sozialen Klimaschutz umsetzen will, dann muss sie diesen Klimasozialplan deutlich ausweiten. Wir wollen in einem Land leben, in dem die Wohnungen im Sommer kühl und im Winter warm und leistbar sind", fasst Wahlmüller zusammen.