Klimaschutz muß ins Zentrum politischen Handels gestellt werden
Um an der Exkursion am Sonntag teilnehmen zu können, erfolgte die Anreise bereits am Samstag mit öffentlichen Verkehrsmitteln Der Bus von Zell am See nach Neukrichen/Großvenediger fährt samstags leider nur alle zwei Stunden – daher fast zwei Stunden Wartezeit.
Am Sonntag fand die Exkursion „Hochwasserschutz Salzach, Bramberg„ – unter der Leitung von Martin Zopp, Abteilung Wasserwirtschaft, Land Salzburg.Der Salzach soll wieder mehr Raum, d.h. ein breiteres Flussbett zur Verfügung gestellt werden, . In dem relativ engen Tal, wo nur wenige ebene Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung stehen, ist dies nicht leicht zu realisieren. Die Entschädigung für zwecks Flussbett–Verbreiterung zur Verfügung gestellte Grundstücke beträgt € 12.– pro Quadratmeter.
In einigen Abschnitten ist die Verbreiterung, sowie die Uferbefestigung mittels Felsblöcken und Schotter, bereits abgeschlossen. Zur Bepflanzung werden überwiegend die Wurzelstöcke jener Stauden und Bäumchen verwendet, die vorher am Ufer gewachsen sind. Obwohl stark zurück geschnitten, treiben sie wieder aus.
Am Sonntag fand die Exkursion „Hochwasserschutz Salzach, Bramberg„ – unter der Leitung von Martin Zopp, Abteilung Wasserwirtschaft, Land Salzburg.Der Salzach soll wieder mehr Raum, d.h. ein breiteres Flussbett zur Verfügung gestellt werden, . In dem relativ engen Tal, wo nur wenige ebene Flächen zur landwirtschaftlichen Nutzung zur Verfügung stehen, ist dies nicht leicht zu realisieren. Die Entschädigung für zwecks Flussbett–Verbreiterung zur Verfügung gestellte Grundstücke beträgt € 12.– pro Quadratmeter.
In einigen Abschnitten ist die Verbreiterung, sowie die Uferbefestigung mittels Felsblöcken und Schotter, bereits abgeschlossen. Zur Bepflanzung werden überwiegend die Wurzelstöcke jener Stauden und Bäumchen verwendet, die vorher am Ufer gewachsen sind. Obwohl stark zurück geschnitten, treiben sie wieder aus.
Temperatur in den Alpen steit ständig an– die Gletscher werden verschwinden
Am Sonntag stand die Eröffnung der Ausstellung „Gletscher im Treibhaus„ auf dem Programm. Zu sehen sind Fotos, wie die Gletscher vor etwa 50 Jahren ausgesehen haben und was heute noch davon übrig ist. Vor etwa 160 Teilnehmern wurde darauf hingewiesen, dass der Klimawandel stattfindet und mit Sicherheit der Mensch seinen Beitrag dazu leistet. Man sollte sich Gedanken machen, wie man gegensteuert. Durch Schmelzen des Permafrostes (Kitt der Alpen) haben ganze Täler Hangrutsche.
Seit 1980 ist die Temperatur in den Alpen um 1,5 Grad gestiegen. Wenn die Sommertemperatur um 3 Grad steigt, werden die Gletscher um 80 % zurückgehen, bei einem Temperaturanstieg um 5 Grad ganz verschwinden.
Seit 1980 ist die Temperatur in den Alpen um 1,5 Grad gestiegen. Wenn die Sommertemperatur um 3 Grad steigt, werden die Gletscher um 80 % zurückgehen, bei einem Temperaturanstieg um 5 Grad ganz verschwinden.
Ohne wenn und aber : Festhalten am globalen Klimaschutzziel
Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes, stellte fest dass wir ohne Wenn und Aber am globalen Klimaschutzziel festhalten müssen. Eine weltweite Erwärmung um mehr als 2 Grad Celsius muss verhindert werden. Unerlässlich sind vor allem Maßnahmen in den Problemsektoren Energieversorgung und Verkehr. Ein essentieller Schritt ist eine zukunftsweisende und dem Prinzip der nachhaltigen Entwicklung verpflichtete österreichische Energiepolitik, die sich klar zur Förderung und dem weiteren Ausbau Erneuerbarer Energiequellen und zum Einsatz von Energiespar– und Effizienzmaßnahmen bekennt. Energiesparen, Effizienzsteigerung und eine ökosoziale Steuerreform böten gleichzeitig eine große wirtschaftliche Chance – der Umweltdachverband setzt diesbezüglich auch Hoffnungen in eine künftige Regierung.
Download 10 Punkte–Programm „Energiezukunft JETZT„: www.umweltdachverband.at/service/presse/energiezukunft_jetzt_190406.pdf
Daniela Jacob vom Max–Planck vom Institut für Meteorologie in Hamburg sprach über Klimawandel – globale und regionale Klimamodell.: Um herauszufinden, welche Veränderungen das Klima in der Zukunft durchmachen könnte, wurden globale Klimamodelle entwickelt, die zusammen mit verschiedenen Annahmen über die Treibhausgasentwicklung in der Atmosphäre mögliche Entwicklungen des Klimas in den nächsten 100 Jahren berechnen.
Der Anteil des Schneefalls am Gesamtniederschlag wird ab ca. 2030 abnehmen und – je nach Erwärmung – um bis zu 50 % zum Ende dieses Jahrhunderts reduzieren.
Michael Kuhn, vom Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Innsbruck referierte über Klimawandel und Gletscherschwund. Gletscher in allen Gebirgen der Erde reagieren sehr empfindlich auf Änderungen des Klimas.
In den Alpen hat es im 20. Jahrhundert zwei kleine Gletschervorstöße gegeben, um 1920 und um 1980. Das ist insofern bemerkenswert, als in dieser Zeit das atmosphärische CO2 ununterbrochen zugenommen hat, und zeigt, dass Gletscher auf mehr als nur auf den Treibhauseffektreagieren. Allgemein haben aber in den vergangenen Jahrzehnten die zunehmenden Temperaturen den Gletschern zugesetzt.
Heidi Escher–Vetter von der Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München berichtete umfassend von den Zusammenhängen von Klimawandel und Wasserkreislauf: Die Rolle der Gletscher hierbei: saisonale und mehrjährige Wasserspeicher. Die Entwicklung des Abflusses seit 1974 wurde an Hand von Jahressummen, Monatssummen und ausgewählten Zeitreihen auf Stundenbasis dargestellt. Langfristig wird Wassermangel das Bild der alpinen Flüsse bis hin ins Vorland prägen, da die kompensierende Wirkung der Gletscherschmelze in heißen, niederschlagsarmen Sommern dann nicht mehr zu einer ausgeglicheneren Wasserführung von Inn oder Salzach, ja teilweise bis zu Donau oder Rhein, führt.
Die Eckpunkte des Impulsreferats des Ministers: Der Klimawandel hat eingesetzt, wir haben zu handeln. Wir haben ein massives Problem, wo liegen die Eckpunkte in der politischen Arena, um Maßnahmen zu setzen .Wir haben in den letzten Monaten und Jahren Maßnahmen gesetzt, die das Ziel erreichen können. Beim Emissionshandel darf die Decke von 32 Milliarden Tonnen CO2–Ausstoß nicht durchstoßen werden. Bei der Wohnbauförderung wurden Mindeststandards eingeführt.
Frage der zukünftigen Energiebewirtschaftung: Fossile Energie ist endlich. Tatsache sind massive Verbrauchs– und Nachfragesteigerungen sowie massive Probleme im CO2–Ausstoß. Die Bundesregierung will den Anteil Erneuerbarer Energien von 22 auf etwa 45 % verdoppeln, bei der Stromproduktion von ca. 65 % auf 85 % im Jahr 2020 kommen.
Download 10 Punkte–Programm „Energiezukunft JETZT„: www.umweltdachverband.at/service/presse/energiezukunft_jetzt_190406.pdf
Daniela Jacob vom Max–Planck vom Institut für Meteorologie in Hamburg sprach über Klimawandel – globale und regionale Klimamodell.: Um herauszufinden, welche Veränderungen das Klima in der Zukunft durchmachen könnte, wurden globale Klimamodelle entwickelt, die zusammen mit verschiedenen Annahmen über die Treibhausgasentwicklung in der Atmosphäre mögliche Entwicklungen des Klimas in den nächsten 100 Jahren berechnen.
Der Anteil des Schneefalls am Gesamtniederschlag wird ab ca. 2030 abnehmen und – je nach Erwärmung – um bis zu 50 % zum Ende dieses Jahrhunderts reduzieren.
Michael Kuhn, vom Institut für Meteorologie und Geophysik, Universität Innsbruck referierte über Klimawandel und Gletscherschwund. Gletscher in allen Gebirgen der Erde reagieren sehr empfindlich auf Änderungen des Klimas.
In den Alpen hat es im 20. Jahrhundert zwei kleine Gletschervorstöße gegeben, um 1920 und um 1980. Das ist insofern bemerkenswert, als in dieser Zeit das atmosphärische CO2 ununterbrochen zugenommen hat, und zeigt, dass Gletscher auf mehr als nur auf den Treibhauseffektreagieren. Allgemein haben aber in den vergangenen Jahrzehnten die zunehmenden Temperaturen den Gletschern zugesetzt.
Heidi Escher–Vetter von der Kommission für Glaziologie der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München berichtete umfassend von den Zusammenhängen von Klimawandel und Wasserkreislauf: Die Rolle der Gletscher hierbei: saisonale und mehrjährige Wasserspeicher. Die Entwicklung des Abflusses seit 1974 wurde an Hand von Jahressummen, Monatssummen und ausgewählten Zeitreihen auf Stundenbasis dargestellt. Langfristig wird Wassermangel das Bild der alpinen Flüsse bis hin ins Vorland prägen, da die kompensierende Wirkung der Gletscherschmelze in heißen, niederschlagsarmen Sommern dann nicht mehr zu einer ausgeglicheneren Wasserführung von Inn oder Salzach, ja teilweise bis zu Donau oder Rhein, führt.
Die Eckpunkte des Impulsreferats des Ministers: Der Klimawandel hat eingesetzt, wir haben zu handeln. Wir haben ein massives Problem, wo liegen die Eckpunkte in der politischen Arena, um Maßnahmen zu setzen .Wir haben in den letzten Monaten und Jahren Maßnahmen gesetzt, die das Ziel erreichen können. Beim Emissionshandel darf die Decke von 32 Milliarden Tonnen CO2–Ausstoß nicht durchstoßen werden. Bei der Wohnbauförderung wurden Mindeststandards eingeführt.
Frage der zukünftigen Energiebewirtschaftung: Fossile Energie ist endlich. Tatsache sind massive Verbrauchs– und Nachfragesteigerungen sowie massive Probleme im CO2–Ausstoß. Die Bundesregierung will den Anteil Erneuerbarer Energien von 22 auf etwa 45 % verdoppeln, bei der Stromproduktion von ca. 65 % auf 85 % im Jahr 2020 kommen.
Roundtable – Alpen: Bedrohung Klimawandel ?
Zur Sprache kamen Auswirkungen auf den Wintertourismus und den Skisport. Es muss mehr für den Schutz der Menschen vor Naturgefahren getan werden. Dramatisch war der Appell von Sepp Friedhuber: „Wir sind schizophren, denn wir tun so als wäre alles in Ordnung, wenn der untere Teil eines Gletschers geschmolzen ist, dann bauen wir halt im oberen Teil Lifte. Wir sollten uns auf Szenarien vorbereiten, die uns die Natur bescheren wird. Es muss eine Form von ökologischer Landesverteidigung geschaffen werden.„
Zunehmende Gefährdung durch Hochwasser und Muren
Johannes Hübl vom Institut Alpine Naturgefahren der Universität für Bodenkultur, Wien referierte über Hochwässer, Muren und Lawinen – Zukunftsgefahren. Durch die zunehmende Inanspruchnahme alpiner Gefahrengebiete (Besiedlung, Infrastruktur, touristische Nutzung) wird die Schadanfälligkeit oder Verletzlichkeit (Vulnerabilität) der Gesellschaft stetig erhöht. Österreich weist über 18.000 Einzugsgebiete von Wildbächen und Lawinen auf, dies entspricht etwa 62 Prozent des Bundesgebietes. Die Gefährdung durch Hochwasser und Muren infolge des Klimawandels (Temperaturanstieg) wird sich erhöhen, während sich die Gefährdung durch Lawinen kaum ändern wird.
Karl Krainer, Universität Innsbruck, Institut für Geologie und Paläontologie stellte Permafrost und Naturgefahren in den Mittelpunkt seines Vortrags. Permafrost ist in den Alpen ab einer Seehöhe von etwa 2300 m, lokal auch tiefer, anzutreffen.
Jüngste Ereignisse, insbesondere Felsstürze (Eiger, Gotthard), der Absturz einner Stützmauer am Rettenbachferner, Setzungserscheinungen an Bauwerken (Sonnblick–Observatorium, Schutzhütten etc.) sind vielfach auf die Erwärmung der Permafrostböden und auf das verstärkte Abschmelzen des Permafrosteises zurückzuführen.
Die Abschätzung von Naturgefahren in Zusammenhang mit Permafrost ist nach wie vor sehr schwierig, weil es über die Verbreitung, die Mächtigkeit, das Eisvolumen und auch über die Reaktion des Permafrostes auf Klimaänderungen, insbesondere auf die gegenwärtige Erwärmung, in Österreich kaum Daten gibt.
Wolfgang Viertler, Bürgermeister von Mittersill berichtete über Leben mit Naturgefahren. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um eine Wiederholung von Überflutungen wie im Sommer 2005 zu verhindern.
Harald Pauli von der Universität Wien, Institut für Ökologie und Naturschutz informierte über Klimawandel und Vegetation im Hochgebirge. Aktuelle Untersuchungen aus den Alpen (Schrankogel, Stubaier Alpen) lieferten erste Signale über einen Rückgang von nivalen Pflanzenarten, die besonders an tiefe Temperaturen angepasst sind. Bei weiterer Erwärmung, etwa um über 2 – 3 °C, kann der Klimawandel zu einer der größten Bedrohungen für die Biodiversität in den Alpen werden. Eine europaweite Modellstudie prognostizierte, dass bis Ende des Jahrhunderts über die Hälfte von 1350 berücksichtigten Pflanzenarten vom Klimawandel bedroht sind, wobei Gebirgspflanzen überdurchschnittlich vertreten waren.
Erich Tasser von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC)/ Institut für Alpine Umwelt sprach über Landnutzung: von der Vergangenheit in die Zukunft: Wechselnde Standortbedingungen und unterschiedlichste Aktivitäten des Menschen schufen das vielfältige Erscheinungsbild, das wir alle mit dem Alpenraum verbinden. Flächenmäßig von besonderer Bedeutung sind die Land– und die Forstwirtschaft. Im Alpenraum wurden etwa 41 % der landwirtschaftlichen Betriebe innerhalb der letzten 20 Jahre (1980 – 2000) aufgegeben, weitere 49 % werden nur mehr im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die Ergebnisse zur Situation des Alpenraumes zeigen, dass bei der derzeitigen Diskussion zu den globalen Veränderungen die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen in der Land– und Forstwirtschaft nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Sie wirkten sich in der Vergangenheit und werden sich auch in Zukunft entscheidend auf die Landschaft und ihre Ökosysteme auswirken.
Mojca Golobic vom Urban Planning Institute, SLO referierte über Klimaschutz durch Raumordnung und stellte einige in der Slowakei umgesetzte Projekte vor, Raumordnung ist das wichtigste Instrument, um die räumliche Entwicklung in die gewünschte Richtung zu führen.
Karl Krainer, Universität Innsbruck, Institut für Geologie und Paläontologie stellte Permafrost und Naturgefahren in den Mittelpunkt seines Vortrags. Permafrost ist in den Alpen ab einer Seehöhe von etwa 2300 m, lokal auch tiefer, anzutreffen.
Jüngste Ereignisse, insbesondere Felsstürze (Eiger, Gotthard), der Absturz einner Stützmauer am Rettenbachferner, Setzungserscheinungen an Bauwerken (Sonnblick–Observatorium, Schutzhütten etc.) sind vielfach auf die Erwärmung der Permafrostböden und auf das verstärkte Abschmelzen des Permafrosteises zurückzuführen.
Die Abschätzung von Naturgefahren in Zusammenhang mit Permafrost ist nach wie vor sehr schwierig, weil es über die Verbreitung, die Mächtigkeit, das Eisvolumen und auch über die Reaktion des Permafrostes auf Klimaänderungen, insbesondere auf die gegenwärtige Erwärmung, in Österreich kaum Daten gibt.
Wolfgang Viertler, Bürgermeister von Mittersill berichtete über Leben mit Naturgefahren. Welche Maßnahmen werden gesetzt, um eine Wiederholung von Überflutungen wie im Sommer 2005 zu verhindern.
Harald Pauli von der Universität Wien, Institut für Ökologie und Naturschutz informierte über Klimawandel und Vegetation im Hochgebirge. Aktuelle Untersuchungen aus den Alpen (Schrankogel, Stubaier Alpen) lieferten erste Signale über einen Rückgang von nivalen Pflanzenarten, die besonders an tiefe Temperaturen angepasst sind. Bei weiterer Erwärmung, etwa um über 2 – 3 °C, kann der Klimawandel zu einer der größten Bedrohungen für die Biodiversität in den Alpen werden. Eine europaweite Modellstudie prognostizierte, dass bis Ende des Jahrhunderts über die Hälfte von 1350 berücksichtigten Pflanzenarten vom Klimawandel bedroht sind, wobei Gebirgspflanzen überdurchschnittlich vertreten waren.
Erich Tasser von der Europäischen Akademie Bozen (EURAC)/ Institut für Alpine Umwelt sprach über Landnutzung: von der Vergangenheit in die Zukunft: Wechselnde Standortbedingungen und unterschiedlichste Aktivitäten des Menschen schufen das vielfältige Erscheinungsbild, das wir alle mit dem Alpenraum verbinden. Flächenmäßig von besonderer Bedeutung sind die Land– und die Forstwirtschaft. Im Alpenraum wurden etwa 41 % der landwirtschaftlichen Betriebe innerhalb der letzten 20 Jahre (1980 – 2000) aufgegeben, weitere 49 % werden nur mehr im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die Ergebnisse zur Situation des Alpenraumes zeigen, dass bei der derzeitigen Diskussion zu den globalen Veränderungen die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen in der Land– und Forstwirtschaft nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Sie wirkten sich in der Vergangenheit und werden sich auch in Zukunft entscheidend auf die Landschaft und ihre Ökosysteme auswirken.
Mojca Golobic vom Urban Planning Institute, SLO referierte über Klimaschutz durch Raumordnung und stellte einige in der Slowakei umgesetzte Projekte vor, Raumordnung ist das wichtigste Instrument, um die räumliche Entwicklung in die gewünschte Richtung zu führen.
Was können wir tun?
Franz Prettenthaler vom Joanneum Research/Institut für Technologie– und Regionalpolitik stellte Risikomanagement als Antwort auf den Klimawandel vor. Der Klimawandel ist aus zwei Gründen von entscheidender wirtschaftlicher Bedeutung: Zum einen erwachsen große wirtschaftliche Herausforderungen für Unternehmen und Nationalstaaten aus dem Versuch, die Emissionen von Treibhausgasen – den mutmaßlichen Hauptverursachern – zu reduzieren und unser Wirtschaften auf mehr Energieeffizienz und den verstärkten Einsatz alternativer Energieträger umzustellen. Dies ist zunächst eine Bürde, die aufgrund internationaler Verpflichtungen (Kyotoprotokoll) auf uns liegt und darf nicht bagatellisiert werden. Es bergen diese notwendigen Reformen aber auch Chancen für unsere Volkswirtschaft. Der zweite Grund ist das erhebliche wirtschaftliche Bedrohungspotential, das mit diesen Veränderungen verknüpft ist. Untersuchungen, wie hoch das konkrete ökonomische Höchstschadenspotential – z.B. durch Hochwasser ist, sind gerade in Arbeit.
Wenn das Risiko aufgrund zusätzlicher ungewöhnlicher Wettervariabilität bzw. aufgrund der Bedrohung von Zerstörung der getätigten Investitionen durch Unwetter wächst, ist es unwahrscheinlich, dass auch der unternehmerische Geist bzw. die Bereitschaft, Risiken auf sich zu nehmen, im selben Maße mitwächst. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass in besonders betroffenen Regionen und Branchen die Neigung zu Investitionen und damit Impulse für den Arbeitsmarkt völlig zum Erliegen kommen. Im Jahre 2002 war für den Katastrophenfonds jeder Haushalt mit € 64.– belastet und jedes Unternehmen mit € 270.– (aus Steuergeldern).
Matthias Buchecker von der Eidgenöss. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, CH referierte über Partizipation – wertvoll auch für Entscheidungsfindungen im Bereich Naturgefahren. Der Schutz vor Naturgefahren ist – spätestens seit den 50–er Jahren – eine klassische Domäne der Experten. Die Sicherheit von Siedlungen und Infrastrukturanlagen konnte massiv erhöht werden. Zudem konnten durch Schutzbauten Siedlungen ausgedehnt und die Erschließung von Tälern erreicht werden. Aus der Akzeptanzforschung ist bekannt, dass Betroffene Stakeholder–Entscheide viel besser anerkennen, wenn sie ihre Meinung einbringen können. M. Buchecker bringt einige Beispiele, wie durch Einbeziehung der Bürger, Schutzbauten auf breiter Basis akzeptiert werden.
Ulrike Pröbstl von Universität für Bodenkultur, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs– und Naturschutzplanung sprach im Anschluß über Tourismus – Herausforderungen der Zukunft. Nach den Veröffentlichungen der Welttourismusorganisation WTO zählen – bezogen auf den Europäischen Alpenraum als Tourismusdestination – vor allem die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus zu den wichtigsten Bedrohungen. Betrachtet man die wirtschaftliche Bedeutung des Wintersports für Österreich, dann ist diese Einschätzung nachvollziehbar. Im Jahresdurchschnitt sind ca. 150.000 Mitarbeiter im Tourismusbereich beschäftigt, das entspricht rund 5 % der unselbständig tätigen Bevölkerung. Rund 57 Mio. Nächtigungen entfallen auf die Wintersaison.
Derzeit werden drei Varianten zur Sicherung des Tourismus praktiziert und diskutiert: Beibehalten des Wintertourismus, Ersatzkonzepte und Alternative Angebote für den Ski– und Wintertourismus. Darüber hinaus gibt es auch Ansätze und Initiativen zur Ursachenbekämpfung, die in der einschlägigen Literatur jedoch eine geringe Rolle spielen.
Maria Patek vom Lebensministerium/Abteilung Wildbach– und Lawinenverbauung sprach über Perspektiven und Konsequenzen – Antworten und Handlungsempfehlungen der Alpenkonvention: Zahlreiche Wetter– und Klimadaten belegen einen globalen Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur um 0,6 Grad Celsius seit 1860. Für Österreich beträgt der Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur sogar 1,8 Grad C. Als wesentlicher Faktor für den Temperaturanstieg wird die Verstärkung des natürlichen „Treibhauseffektes„ durch die Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger und die damit verbundene Emission von CO2 (Kohlendyoxid) gesehen, das zusammen mit anderen Treibgasen zu einer zusätzlichen Erwärmung der Erdatmosphäre führt. Das CO2–Gleichgewicht wird außerdem durch den Verlust an Waldfläche (Abholzung der tropischen Wälder) zusätzlich gestört. Nach den Erkenntnissen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird die Konzentration aller Treibhausgase in den nächsten 100 Jahren ansteigen und einen Temperaturanstieg um 1,4 bis 5,8 Grad C bewirken, falls keine Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Der Klimawandels wirkt sich auf Starkniederschläge, Hochwasserereignisse, Massenbewegungen (Hangrutsch), und Lawinen aus.
Claudia Guggisberg vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Mitglied der Plattform Naturgefahren der Alpenkonvention, Schweiz sprach über Perspektiven und Konsequenzen – Antworten und Handlungsempfehlungen der Alpenkonvention:
Bereits nach den katastrophalen Überschwemmungen von 1999 und 2000, die fast den gesamten europäischen Alpenraum betrafen, hat eine internationale Arbeitsgruppe im Auftrag der Alpenkonferenz die Ereignisse analysiert und in ihrem Bericht Empfehlungen für Maßnahmen zu einem noch wirkungsvolleren Schutz vor Naturgefahren gegeben. Dieser Bericht „Naturgefahren und Alpenkonvention – Ereignisanalyse und Empfehlungen„ steht auf der Internetseite www.are.admin.ch unter der Rubrik „ARE„, Unterrubrik „Publikationen„ in verschiedenen Sprachen als pdf–Dokument zur Verfügung.
Anläßlich der VIII. Alpenkonferenz der Minister im November 2004 in Garmisch–Partenkirchen wurde eine Plattform Naturgefahren eingesetzt, um alpenweit gemeinsame Strategien für die Prävention bei Naturgefahren zu entwickeln sowie über angemessene Anpassungsstrategien zu beraten. Die hauptsächlichen Themen der Plattform sind:
Integrales Risikomanagement, Früherkennung, Frühwarnsysteme, Konkrete Schutzkonzepte und Schutzmaßnahmen, Ereignisdokumentation, Strategien der Wiederinstandsetzung nach Katastrophen, Risikokultur und Risikodialog.
Die Aussage von Franz Prettenthaler (InTeReg), dass jeder österreichische Haushalt mit € 64.– pro Jahr für den Katastrophenfonds belastet ist, veranlasste mich dazu, einen Vergleich anzustellen zur angeblich nicht zumutbaren Belastung pro Haushalt mit € 36.– pro Jahr für Strom aus Erneuerbaren Energien. Außerdem wies ich darauf hin, dass uns der Katastrophenfonds in Zukunft noch wesentlich mehr belasten wird, wenn wir nicht endlich begreifen, dass die Förderung Erneuerbarer Energien der einzige Weg ist, Umweltschäden zu verringern bzw. zu verhindern.
Antwort: Man könne die Kosten nicht gegenüberstellen und auch nicht auf den Katastrophenfonds verzichten. (Was ich nicht beabsichtigt hatte, weil klar ist, dass auch bei sofortigem Verzicht auf fossile Brennstoffe das Klima Jahrzehnte benötigen würde, sich wieder zu normalisieren).
Die (fast) vollständigen Texte der Vorträge sind unter www.umweltdachverband.at nachzulesen.
Autorin: Helga Morocutti [knifeshop@ gmx.net] für Oekonews
Wenn das Risiko aufgrund zusätzlicher ungewöhnlicher Wettervariabilität bzw. aufgrund der Bedrohung von Zerstörung der getätigten Investitionen durch Unwetter wächst, ist es unwahrscheinlich, dass auch der unternehmerische Geist bzw. die Bereitschaft, Risiken auf sich zu nehmen, im selben Maße mitwächst. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr, dass in besonders betroffenen Regionen und Branchen die Neigung zu Investitionen und damit Impulse für den Arbeitsmarkt völlig zum Erliegen kommen. Im Jahre 2002 war für den Katastrophenfonds jeder Haushalt mit € 64.– belastet und jedes Unternehmen mit € 270.– (aus Steuergeldern).
Matthias Buchecker von der Eidgenöss. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft, CH referierte über Partizipation – wertvoll auch für Entscheidungsfindungen im Bereich Naturgefahren. Der Schutz vor Naturgefahren ist – spätestens seit den 50–er Jahren – eine klassische Domäne der Experten. Die Sicherheit von Siedlungen und Infrastrukturanlagen konnte massiv erhöht werden. Zudem konnten durch Schutzbauten Siedlungen ausgedehnt und die Erschließung von Tälern erreicht werden. Aus der Akzeptanzforschung ist bekannt, dass Betroffene Stakeholder–Entscheide viel besser anerkennen, wenn sie ihre Meinung einbringen können. M. Buchecker bringt einige Beispiele, wie durch Einbeziehung der Bürger, Schutzbauten auf breiter Basis akzeptiert werden.
Ulrike Pröbstl von Universität für Bodenkultur, Institut für Landschaftsentwicklung, Erholungs– und Naturschutzplanung sprach im Anschluß über Tourismus – Herausforderungen der Zukunft. Nach den Veröffentlichungen der Welttourismusorganisation WTO zählen – bezogen auf den Europäischen Alpenraum als Tourismusdestination – vor allem die Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus zu den wichtigsten Bedrohungen. Betrachtet man die wirtschaftliche Bedeutung des Wintersports für Österreich, dann ist diese Einschätzung nachvollziehbar. Im Jahresdurchschnitt sind ca. 150.000 Mitarbeiter im Tourismusbereich beschäftigt, das entspricht rund 5 % der unselbständig tätigen Bevölkerung. Rund 57 Mio. Nächtigungen entfallen auf die Wintersaison.
Derzeit werden drei Varianten zur Sicherung des Tourismus praktiziert und diskutiert: Beibehalten des Wintertourismus, Ersatzkonzepte und Alternative Angebote für den Ski– und Wintertourismus. Darüber hinaus gibt es auch Ansätze und Initiativen zur Ursachenbekämpfung, die in der einschlägigen Literatur jedoch eine geringe Rolle spielen.
Maria Patek vom Lebensministerium/Abteilung Wildbach– und Lawinenverbauung sprach über Perspektiven und Konsequenzen – Antworten und Handlungsempfehlungen der Alpenkonvention: Zahlreiche Wetter– und Klimadaten belegen einen globalen Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur um 0,6 Grad Celsius seit 1860. Für Österreich beträgt der Anstieg der mittleren Oberflächentemperatur sogar 1,8 Grad C. Als wesentlicher Faktor für den Temperaturanstieg wird die Verstärkung des natürlichen „Treibhauseffektes„ durch die Folgen der Verbrennung fossiler Energieträger und die damit verbundene Emission von CO2 (Kohlendyoxid) gesehen, das zusammen mit anderen Treibgasen zu einer zusätzlichen Erwärmung der Erdatmosphäre führt. Das CO2–Gleichgewicht wird außerdem durch den Verlust an Waldfläche (Abholzung der tropischen Wälder) zusätzlich gestört. Nach den Erkenntnissen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) wird die Konzentration aller Treibhausgase in den nächsten 100 Jahren ansteigen und einen Temperaturanstieg um 1,4 bis 5,8 Grad C bewirken, falls keine Gegenmaßnahmen gesetzt werden. Der Klimawandels wirkt sich auf Starkniederschläge, Hochwasserereignisse, Massenbewegungen (Hangrutsch), und Lawinen aus.
Claudia Guggisberg vom Bundesamt für Raumentwicklung (ARE), Mitglied der Plattform Naturgefahren der Alpenkonvention, Schweiz sprach über Perspektiven und Konsequenzen – Antworten und Handlungsempfehlungen der Alpenkonvention:
Bereits nach den katastrophalen Überschwemmungen von 1999 und 2000, die fast den gesamten europäischen Alpenraum betrafen, hat eine internationale Arbeitsgruppe im Auftrag der Alpenkonferenz die Ereignisse analysiert und in ihrem Bericht Empfehlungen für Maßnahmen zu einem noch wirkungsvolleren Schutz vor Naturgefahren gegeben. Dieser Bericht „Naturgefahren und Alpenkonvention – Ereignisanalyse und Empfehlungen„ steht auf der Internetseite www.are.admin.ch unter der Rubrik „ARE„, Unterrubrik „Publikationen„ in verschiedenen Sprachen als pdf–Dokument zur Verfügung.
Anläßlich der VIII. Alpenkonferenz der Minister im November 2004 in Garmisch–Partenkirchen wurde eine Plattform Naturgefahren eingesetzt, um alpenweit gemeinsame Strategien für die Prävention bei Naturgefahren zu entwickeln sowie über angemessene Anpassungsstrategien zu beraten. Die hauptsächlichen Themen der Plattform sind:
Integrales Risikomanagement, Früherkennung, Frühwarnsysteme, Konkrete Schutzkonzepte und Schutzmaßnahmen, Ereignisdokumentation, Strategien der Wiederinstandsetzung nach Katastrophen, Risikokultur und Risikodialog.
Die Aussage von Franz Prettenthaler (InTeReg), dass jeder österreichische Haushalt mit € 64.– pro Jahr für den Katastrophenfonds belastet ist, veranlasste mich dazu, einen Vergleich anzustellen zur angeblich nicht zumutbaren Belastung pro Haushalt mit € 36.– pro Jahr für Strom aus Erneuerbaren Energien. Außerdem wies ich darauf hin, dass uns der Katastrophenfonds in Zukunft noch wesentlich mehr belasten wird, wenn wir nicht endlich begreifen, dass die Förderung Erneuerbarer Energien der einzige Weg ist, Umweltschäden zu verringern bzw. zu verhindern.
Antwort: Man könne die Kosten nicht gegenüberstellen und auch nicht auf den Katastrophenfonds verzichten. (Was ich nicht beabsichtigt hatte, weil klar ist, dass auch bei sofortigem Verzicht auf fossile Brennstoffe das Klima Jahrzehnte benötigen würde, sich wieder zu normalisieren).
Die (fast) vollständigen Texte der Vorträge sind unter www.umweltdachverband.at nachzulesen.
Autorin: Helga Morocutti [knifeshop@ gmx.net] für Oekonews