Klimafreundliche Gebäudekühlung im Donaufeld startet
Die ersten Bewohnerinnen und Bewohner des neuen Stadtquartiers profitieren bereits diesen Sommer von der innovativen Lösung. Rund 1.000 Wohnungen werden mit einer lokalen Öko-Kühlung ausgestattet, die auf sogenannte Temperierung setzt. Dabei kommen dieselben Flächenheizungen zum Einsatz, die im Winter für angenehme Wärme sorgen.
„Die Hitzetage nehmen zu, daher ist es umso wichtiger, klimafreundliche Kühlungsmethoden in der Stadt zu etablieren“, betont Ulli Sima, Stadträtin für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke. Das Beispiel Donaufeld zeige, wie intelligente Kühlung bereits in der Planungsphase eines Stadtentwicklungsgebiets mitgedacht werden könne. Bewohnerinnen und Bewohner würden dadurch von Beginn an von einer nachhaltigen Energielösung profitieren.
Herzstück der Anlage sind zwei Kältemaschinen mit einem Gewicht von elf beziehungsweise dreizehn Tonnen. Sie wurden im Frühjahr mittels Kran in die unterirdische Kältezentrale eingebracht. Mit einer Leistung von 750 beziehungsweise 500 Kilowatt erzeugen sie ausreichend Kühlenergie für die neu errichteten Wohngebäude.
„Kühlung wird für die Lebensqualität in der Stadt immer wichtiger“, sagt Wien Energie-Geschäftsführer Sascha Zabransky. Das System verbinde energieeffiziente Gebäudekühlung mit nachhaltiger Wärmenutzung. „Beim Kühlen entsteht immer Abwärme – und genau diese nutzen wir für die Fernwärme.“
Im Donaufeld wird die Kühlung über kaltes Wasser bereitgestellt, das durch die Rohrleitungen der Flächenheizungen zirkuliert. Mit einer Vorlauftemperatur von rund 20 Grad Celsius nimmt das Wasser Wärme aus den Wohnräumen auf und transportiert sie ab. Dadurch entsteht eine angenehme und gleichmäßige Temperierung der Räume, ohne dass zusätzliche Klimageräte erforderlich sind.
Im Gegensatz zu klassischen Klimaanlagen wird keine warme Luft nach außen abgegeben. Zudem verhindert die moderate Wassertemperatur die Bildung von Kondenswasser an Böden oder Decken, wie sie bei deutlich kälteren Kühlsystemen auftreten könnte.
Ein besonderer Vorteil der Anlage liegt in der Nutzung der entstehenden Abwärme. Ähnlich wie ein Kühlschrank erzeugen auch Kältemaschinen Wärme als Nebenprodukt. Während diese bei herkömmlichen Systemen meist ungenutzt bleibt, wird sie im Donaufeld auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und in das Wiener Fernwärmenetz eingespeist.
Gerade in den Sommermonaten, wenn der Kühlbedarf besonders hoch ist, kann die gewonnene Energie zur Warmwasserbereitung für zahlreiche Wiener Haushalte genutzt werden. Damit leistet die neue Kältezentrale einen doppelten Beitrag zum Klimaschutz: Sie sorgt für angenehme Temperaturen in den Wohnungen und unterstützt gleichzeitig eine ressourcenschonende Wärmeversorgung.
Mit dem Projekt setzt Wien Energie einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung und zeigt, wie innovative Energielösungen den Herausforderungen des Klimawandels begegnen können.
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