Kein Dauerblinken - mehr Lebensqualität: Windräder werden nachts dunkler
Nach einer mehrmonatigen Testphase kann die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung für Windräder ab sofort in den Regelbetrieb gehen. Burgenland Energie hat, erstmals bei einem Windpark in Österreich, in Andau das Dauerblinken in der Nacht mit der neuen Technologie beenden.
Nach erfolgreichen Tests, dazu notwendigen neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen sowie erforderlichen Genehmigungen konnte diese Windkraft-Innovation endlich auch in Österreich starten Burgenland Energie nahm nun die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung für 38 Windanlagen in Andau in Betrieb. Weitere Windparks in Neusiedl/Weiden und Parndorf sind bereits zur Umrüstung in Genehmigung und folgen demnächst. Bis 2027 plant die Burgenland Energie als größter Windanlagenbetreiber Österreichs bei all ihren Windrädern diese Umstellung vorzunehmen.
Ermöglicht wird das durch eine innovative technische Lösung von Austro Control. Durch die umfassende Integration verschiedener Datenquellen und Technologien wird Sicherheit, Effizienz und Flexibilität gewährleistet. Anhand bestehender Informationen, wie Radar- und Flugplandaten, stellt das System fest, ob sich Flugzeuge in der Nähe von Windrädern befinden, mit einem Abstand von mindestens 8 km zum Hindernis. Dieser Raum wird außerdem durch eine Höhe von mindestens 600 Metern über dem höchsten Punkt des Hindernisses begrenzt. Befindet sich ein Flugzeug in diesem Bereich, wird die Beleuchtung aktiviert, sonst bleibt die Anlage dunkel. Besonderes Augenmerk wurde auf die Sicherheit von Rettungs- und Einsatzflügen gelegt, die über die Möglichkeit einer Fernaktivierung verfügen und im Bedarfsfall die Beleuchtung über die jeweilige Leitstelle jederzeit selbst einschalten können.
„Mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung zeigen wir, wie technologische Innovation und Rücksichtnahme Hand in Hand gehen können. Die Reduktion der nächtlichen Lichtsignale stärkt die Akzeptanz von Windkraftanlagen in der Bevölkerung und unterstützt zugleich den konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien. Dieses System ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie Erfindergeist den Menschen zugutekommen kann“, sagt Peter Hanke, Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur.
„Wir setzen damit ein starkes Zeichen für unser Bundesland: Die Menschen im Burgenland sollen von Windrädern und eigener Energieerzeugung direkt profitieren. Das bedeutet einerseits günstige, langfristige Preise – etwa durch Modelle wie den Fanclub – und andererseits, dass wir jede technologische Innovation konsequent im Interesse der Bevölkerung umsetzen. So reduzieren wir belastendes Dauerlicht für unsere Gemeinden und stärken gleichzeitig eine sichere und nachhaltige Energiewende“, sagt Hans Peter Doskozil, Landeshauptmann des Burgenlandes.
„Das ist heute ein Meilenstein für den Seewinkel und das ganze Burgenland. Mit dem Ende des nächtlichen Dauerblinkens beginnt endlich der Anfang vom Ende des rot blinkenden Lichtermeers. Für die Anrainerinnen und Anrainer bedeutet das spürbar mehr Lebensqualität – ein ganz wesentlicher Schritt, um die Akzeptanz für Windkraft weiter zu stärken. Gleichzeitig ist klar: Die Sicherheit bleibt jederzeit voll gewährleistet“, sagt Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann-Stellvertreterin.
„Für Austro Control hat die Sicherheit der Luftfahrt oberste Priorität. Mit der Entwicklung unseres innovativen Systems zur bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung verbinden wir höchste Sicherheitsstandards mit einer deutlichen Verringerung der Lichtbelastung für die Bevölkerung“, sagt Austro Control Geschäftsführer Philipp Piber. Austro Control Geschäftsführerin Elisabeth Landrichter: „Mit der Umsetzung dieses Projekts ist es gelungen, dass Hindernisbefeuerungen nur dann aktiviert werden, wenn ein Flugzeug in der Nähe ist und somit Sicherheit und auch Umweltschutz optimal vereint sind.“
„Unser Anspruch als größter Windanlagenbetreiber Österreichs ist es, Vorreiter zu sein. So wie vor knapp 30 Jahren als mit dem ersten Windrad die Energieunabhängigkeitsbewegung im Burgenland gestartet hat. Es macht mich persönlich stolz, dass es uns nun gelungen ist, durch eine Innovation das blinkende rote Nachtlicht bei den Windanlagen abschalten zu können. Klingt einfach, ist jedoch technisch komplex. Das Projekt „Nachtlicht Aus für Windräder“ konnte nun nach vier Jahren Projektlaufzeit mit vielen technischen Tests, neuer Infrarot-Lichter, neuer Gesetze und Genehmigungen abgeschlossen werden. Auf rund 150 Meter Höhe sind Infrarot-Lichter und Windpark-Rechner installiert worden. Damt schalten sich die Lichter nur ein, wenn sich ein Flugzeug oder Hubschrauber nähert. Wir machen die Windräder unsichtbar – nicht durch einen Zaubertrick, sondern durch Innovation“, so Stephan Sharma, CEO der Burgenland Energie. „Mit dieser Innovation heben wir die Windkraft in eine neue Dimension für die österreichische Energieversorgung. Damit geben wir eine weitere Antwort auf die Energiekrise. Wind ist unsere österreichische Energiequelle. Gerade im Herbst/Winter und in der Nacht liefert die Windkraft Strom für Österreich und macht uns unabhängig vom Ausland. Genau dann, wenn die Windanlagen am meisten Strom erzeugen, machen wir sie nun zur unsichtbaren Stromerzeugung Österreichs.“
Für Gemeinden mit Windparks wird die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung eine spürbare Verbesserung bringen. Studien und die Erfahrungen zeigen, dass die nächtlichen Blinklichter dadurch in bis zu 90 Prozent der Nachtzeit ausgeschaltet bleiben können.