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„Just Fashion Manifest“:  Eine Vision für eine gerechte Modeindustrie

06.05.2026

Breites internationales Bündnis präsentiert Prinzipien für einen nachhaltigen Wandel in der Modeindustrie – 22 österreichische Organisationen unterstützen das Just Fashion Manifest – International mehr als 230 Unterzeichner:innen zum Start

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© JamesDeMers pixabay.com
Wien - Die Modeindustrie ist einer der größten Verursacher von Umweltzerstörung, Klimaschäden und sozialer Ungerechtigkeit. Fast Fashion wird häufig unter menschenunwürdigen Bedingungen produziert und mit schwerwiegenden Folgen für Umwelt und Klima. Südwind hat nun gemeinsam mit der Clean Clothes Kampagne – einem breiten Bündnis aus zivilgesellschaftlichen Organisationen, Gewerkschaften, Arbeitsrechtsexpert:innen aus dem Globalen Norden und Süden – sowie engagierten Einzelpersonen und Aktivist:innen eine Vision für eine gerechte Modeindustrie formuliert: das  Just Fashion Manifest. Es verbindet einmalig die Interessen junger Konsument:innen für nachhaltige Mode mit den Interessen der Arbeiter:innen am anderen Ende der Lieferkette für menschenwürdige Arbeit.

„Es ist längst offensichtlich, dass wir die weitreichenden Probleme der Modeindustrie nicht mit nachhaltigem Konsum alleine lösen können. Für soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit braucht es politischen Willen und ineinandergreifende Maßnahmen auf allen Ebenen“, sagt Lena Gruber, Südwind-Sprecherin für Textillieferketten. Südwind fordert daher von der österreichischen Bundesregierung einen konkreten Maßnahmenplan, um gegen Ausbeutung, Klima- und Umweltschäden vorzugehen.
 

Khalid Mahmood, Sprecher der Labour Education Foundation, Pakistan sagt dazu: „Für Arbeiter:innen in Pakistan kann der ökologische Wandel nur dann gerecht sein, wenn er gleichzeitig faire Löhne, Arbeitsschutz, Gesundheits- und Sicherheit am Arbeitsplatz, Vereinigungsfreiheit, sozialen Schutz und die echte Mitbestimmung der Arbeiter:innen bei Entscheidungen garantiert. Das Manifest bietet einen wichtigen Rahmen, um sicherzustellen, dass die Kosten des Wandels nicht den Arbeiter:innen und Communities im Globalen Süden aufgebürdet werden, sondern von jenen getragen werden, die am meisten von der Industrie profitieren.“
 

Vision für eine gerechte Modeindustrie

 

Das Just Fashion Manifest beschreibt eine Vision für die Zukunft der Mode mit menschenwürdigen, klimaresilienten Arbeitsplätzen auf einem gesunden Planeten und enthält konkrete Verbesserungsschritte bis 2030. Das Dokument soll gleichermaßen Inspirationsquelle für eine interessierte Öffentlichkeit sowie Aufforderung an Politik und Unternehmen sein. Es definiert Prinzipien, die allen Maßnahmen für die Zukunft der Mode zugrunde liegen müssen.

Ein gerechtes Modesystem:
 

  • ...bietet allen Arbeiter:innen in der Wertschöpfungskette faire Arbeitsbedingungen, hohe Lebensqualität und gleiche Rechte.
  • ...sichert Gerechtigkeit in all ihren Formen – sozial, wirtschaftlich, geschlechtsspezifisch und klimabedingt – heute und in Zukunft.
  • ...verteilt Reichtum um, mit dem Ziel,  existenzsichernde Löhne und universellen sozialen Schutz für alle zu gewährleisten.
  • ...stellt sicher, dass die Kosten für Klimaanpassung und -schutz fair geteilt werden.
  • ...ermöglicht Arbeiter:innen Mitsprache – ohne Angst vor Repressionen.
  • ...trägt zur Regeneration der Natur bei und bleibt innerhalb der planetaren Grenzen.
  • ...reduziert übermäßige Produktionsmengen und erhöht gleichzeitig die Arbeitsplatzsicherheit.
  • ...macht Unternehmen und ihre Führungskräfte für verursachte Schäden verantwortlich.
  • ...fördert neue, faire Methoden für Anbau, Verarbeitung, Herstellung, Transport, Einzelhandel, Wiederverwendung, Recycling und Wertschätzung von Kleidung. 


Forderungen an die Bundesregierung: Just Fashion Task Force

In Bezug auf Österreich sieht Südwind ein Kernproblem in der fragmentierten Gesetzeslage, die Schlupflöcher, Intransparenz und fehlende Haftung zur Folge hat. Die österreichische Menschenrechtsorganisation fordert daher von der Bundesregierung eine Just Fashion Task Force. Diese sollte Ministerien, Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen vernetzen, um die Wirksamkeit bestehender Gesetze sicherzustellen, Kontrollen zu stärken, bestehende Lücken zu schließen und Transparenz und öffentlichen Informationszugang sicherzustellen. Zusätzlich müssen EU-Richtlinien, die für die Regulierung von Fast Fashion-Anbietern relevant sind – wie etwa Empowering Consumers for the Green Transition oder der Digital Service Act – in Österreich konsequent umgesetzt werden, ebenso wie die EU-Zwangsarbeitsverordnung.
 

 

Links

  • Südwind-Petition für eine gerechte Modeindustrie
  • Just Fashion Manifest
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