Jugend fordert starkes und wirksames Klimaschutzgesetz
Wien - Fast fünf Jahre ohne gültiges Klimaschutzgesetz, das ist für Österreichs junge Generation zu lang. Deshalb haben sich am Freitag vor dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft Vertreter*innen von sieben großen Kinder- und Jugendorganisationen sowie der Bundesjugendvertretung (BJV) versammelt, um ein starkes, wirksames und rechtsverbindliches Klimaschutzgesetz zu fordern.
Beteiligt waren die Alpenvereinsjugend, Fridays For Future, Pfadfinder*innen Österreich, Naturfreundejugend, das Jugendbiodiversitätsnetzwerk, die Katholische Jugend, die Katholische Jungschar sowie die Bundesjugendvertretung, die rund drei Millionen junge Menschen in Österreich vertritt.
In einem offenen Brief an die Bundesregierung und Klimaminister Norbert Totschnig mahnen die Organisationen, dass die Politik ihre Verantwortung endlich wahrnehmen müsse: „Kinder und Jugendliche haben das Recht, in einer gesunden Umwelt aufzuwachsen und zu leben.“ Das neue Klimaschutzgesetz müsse klare Ziele, Zuständigkeiten und Kontrollmechanismen enthalten – und junge Menschen aktiv in die Gestaltung einbeziehen.
„Ohne klare Regeln bleibt Klimaschutz wirkungslos“Der Appell kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Österreich im europäischen Vergleich beim Klimaschutz hinterherhinkt. „Während uns die Realität mit Extremwetter, Hitzebelastung und Artensterben längst einholt, fehlt der politische Mut, Verantwortung zu übernehmen“, heißt es im Schreiben. Ohne verbindliche Regeln bleibe Klimaschutz „unverbindlich – und damit wirkungslos“.
Das Bündnis fordert ein rechtlich abgesichertes Ziel der Klimaneutralität bis 2040, jährliche Zwischenziele sowie Sektorziele für Energie, Verkehr, Landwirtschaft, Gebäude und Industrie. Werden diese verfehlt, müsse die Regierung nachbessern – wer seine Ziele übertrifft, solle profitieren.
Außerdem brauche es einen öffentlichen Klimafahrplan mit jährlichen Emissionsbudgets, ein unabhängiges Monitoring, das auch die Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche prüft, sowie Rechtsschutzmechanismen, um bei Versäumnissen rechtlich vorgehen zu können.
Ein zentrales Anliegen der Organisationen ist, dass Kinder und Jugendliche strukturell in Klimapolitik eingebunden werden. „Wir sind nicht nur Betroffene, sondern Akteur*innen unserer eigenen Gegenwart und Zukunft“, betonen sie. Die ökologischen Kinderrechte müssten gesetzlich verankert und in die Klima- und Umweltgesetzgebung integriert werden.
Der Klimajugendrat der BJV hatte bereits im Oktober 2025 erneut klargemacht, dass junge Menschen mehr Tempo und Entschlossenheit in der Klimapolitik verlangen. Nun legen die Organisationen nach – mit dem Ziel, die Regierung an ihr Versprechen aus dem Koalitionsprogramm zu erinnern: Klimaneutralität bis 2040.
„Wir fordern von der Politik dieselbe Entschlossenheit, die wir als junge Menschen täglich (vor)leben“, heißt es im Brief weiter. „Klimaschutz bedeutet, Menschen und Natur zu schützen – und Verantwortung zu übernehmen, bevor es zu spät ist.“
Die Botschaft an die Regierung ist eindeutig: Nur ein verbindliches, überprüfbares und generationengerechtes Klimaschutzgesetz kann die Zukunft sichern.
„Mut zum Handeln ist jetzt dringend gefragt“, so das Bündnis.