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Jugend Eine Welt-Projekt in Äthiopien sichert Trinkwasserversorgung für Tausende von Menschen

22.03.2026

Wasserentnahmestellen stehen notleidender Bevölkerung in Krisenregion Tigray uneingeschränkt zur Verfügung | Hilfslieferung von dringend benötigtem Mehl eingetroffen

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Die von Jugend Eine Welt errichtete Wasserentnahmestelle in Adwa/Äthiopien versorgt täglich über 10.000 Menschen mit sauberem Trinkwasser. © Jugend Eine Welt
Anlässlich des Weltwassertages wird immer wieder betont: Wasser ist ein Menschenrecht. Der Zugang zu sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen ist die Voraussetzung für ein gesundes, menschenwürdiges Leben. Doch in vielen Ländern unserer EINEN Welt ist das sechste nachhaltige Entwicklungsziel (SDG6) nur ein Satz auf dem Papier. Blicken wir zum Beispiel in die Krisenregion Tigray, im Norden Äthiopiens. Hunderttausende Menschen sind dort auf fremde Hilfe angewiesen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen“, erinnert Reinhard Heiserer, Geschäftsführer der österreichischen Entwicklungsorganisation Jugend Eine Welt, anlässlich des „Weltwassertag“ am 22. März.


Gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos hat Jugend Eine Welt nach dem Ende des Bürgerkriegs in der Region Tigray daher mehrere Wasserentnahmestellen saniert und neu errichtet. Damit soll der Zugang zu lebensnotwendigem Trinkwasser sichergestellt werden. Allein in Adwa, einer Stadt mit rund 44.000 Einwohnerinnen und Einwohnern, versorgt ein neu errichteter Brunnen täglich über 10.000 Menschen mit Wasser. 

 

Wasser für die Bevölkerung rund um die Uhr


Die Trinkwasseranlage wurde auf dem Gelände der Salesianer Don Boscos in Adwa errichtet und arbeitet vollständig solarbetrieben. „Die Wasserentnahmestation steht allen Bewohnerinnen und Bewohnern von Adwa rund um die Uhr frei zur Verfügung, um sauberes Wasser zu erhalten“, erklärt Wolfgang Wedan, Globaler Nothilfe-Koordinator von Jugend Eine Welt. „Jeder kann so viel Wasser entnehmen, wie er für Trinken, Kochen oder Hygiene benötigt.“
 

Neben den Wasserentnahmestellen umfasst das von der Austrian Development Agency (ADA) im Rahmen von International Partnerships Austria unterstützte Projekt auch Sanitäranlagen sowie eine Abwasserentsorgung. „Toiletten wurden errichtet, zusätzlich entstanden Duschanlagen. Alles barrierefrei, damit Kinder, ältere Menschen oder Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen – darunter viele Kriegsversehrte – dauerhaft und würdevoll Zugang haben“, so Wedan. Zusätzlich wurden an weiteren Standorten in Adwa, Shire und Mekele weitere Brunnen saniert. Von dort aus wird auch Trinkwasser in weiter entfernte Lager für Binnenvertriebene transportiert. Eigens angemietete Wassertankwagen bringen bis zu 20.000 Liter Trinkwasser in die Camps, da die Geflüchteten – in der ganzen Tigray-Region handelt es sich um eine Million Menschen - sonst weite Wege zurücklegen müssten. „Die Versorgung wird jedoch immer schwieriger, weil Treibstoff sehr teuer und knapp ist. Gründe sind Einschränkungen durch die Regierung bei der Benzinabgabe und der Iran-Krieg, der dazu führte, dass an Tankstellen aktuell gar kein Benzin mehr erhältlich ist“, berichtet Wedan, der sich erst kürzlich selbst ein Bild von der Situation vor Ort machte.
 

Dramatische Zustände in Flüchtlingslagern


Jugend Eine Welt engagiert sich seit über 20 Jahren in der Tigray-Region in der Bildungs- und Entwicklungsarbeit. Vor allem die erfolgreiche Ausbildung von jungen Frauen und Männern im Bereich der Elektro- und Solartechnik bildete viele Jahre einen wichtigen Teil des Förderprogramms. Doch seit dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Jahr 2020, der schließlich zwei Jahre dauerte und die Region in eine humanitäre Krise stürzte, unterstützt Jugend Eine Welt die Don Bosco-Partner vorwiegend bei dringend notwenigen Nothilfeprojekten.
 

Denn die Lage der Bevölkerung bleibt dramatisch. In den Lagern für Binnenvertriebene fehlt es an Wasser, Nahrung, Medikamenten und hygienischen Einrichtungen. Oft steht nur eine Toilette für Tausende Camp-Bewohnerinnen und Bewohner zur Verfügung. „Da Wasser ohnehin schon ein Luxusgut ist, wird es natürlich nicht zur Reinigung der Toiletten eingesetzt. Der Gestank ist unmenschlich. Und noch viel schlimmer: Die sanitären Verhältnisse sind lebensgefährlich“, erzählt Br. Tedros Hawku, Projektpartner von Jugend Eine Welt, bei seinem Besuch in Wien. „Krankheiten, die durch mangelnde Hygiene und verunreinigtes Wasser entstehen, nehmen zu. Infektionen breiten sich aus, dazu kommen Fälle von Cholera. Viele Menschen können sich keine medizinische Behandlung leisten.“

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