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IPCC–Klimabericht: Forscher sehen Küsten durch Meeresspiegelanstieg bedroht

06.02.2007

Die Temperaturzunahme der letzten 50 Jahre ist doppelt so hoch wie in den letzten 100 Jahren

Die in Paris veröffentlichte Zusammenfassung des 4. Klimaberichts des Umweltrates der Vereinten Nationen unterstreicht die zunehmende Veränderung des Weltklimas. Beobachtungen der letzten Jahre zeigen insbesondere einen stärkeren Anstieg des Meeresspiegels, aber auch eine dramatische Beschleunigung der Erderwärmung. Die Temperaturzunahme der letzten 50 Jahre ist doppelt so hoch wie in den letzten 100 Jahren. Wissenschaftler am Leibniz–Institut für Meereswissenschaften (IFM–GEOMAR) in Kiel haben die bedeutende Rolle des Ozeans im Weltklimageschehen für den UNO–Bericht herausgearbeitet. Dazu gehören neue Erkenntnisse über den Ausmaß des Meeresspiegelanstiegs, das Verhalten des Golfstroms wie auch Änderungen in der Wechselwirkung zwischen Ozean und Atmosphäre.
Norddeutschland, Winter 2100. Küstenbewohner der Nordsee sehen dem nächsten Wintersturm mit mulmigem Gefühl entgegen. Auch die mittlerweile erhöhten Deiche bieten keinen sicheren Schutz vor der zu erwartenden schweren Sturmflut. Nordseeinseln wie Sylt befürchten weitere massive Landverluste. Was sich Anfang des Jahrhunderts schon abzeichnete, ist jetzt grauer Alltag. Die Winter sind fast immer mild, regenreich und stürmisch, der Meeresspiegel ist im Durchschnitt fast einen Meter höher als noch vor 100 Jahren. Mit teuer erkauften Küstenschutzmaßnahmen ist es gelungen, größere Landverluste zu vermeiden, anderswo in der Welt mussten dagegen tiefer gelegene Gebiete und flache Eilande evakuiert werden. Solche Szenarien sind Interpretationen dessen, was die nackten Zahlen des 4. Klimaberichtes der Vereinten Nationen aussagen.
Die vorgestellten Ergebnisse stellen die umfangreichste wissenschaftliche Analyse des aktuellen Kenntnisstands dar. "Was wir jetzt feststellen müssen ist, dass es keinen Zweifel mehr an dem vom Menschen verursachten Klimawandel gibt", so Prof. Jürgen Willebrand vom Leibniz–Institut für Meereswissenschaften (IFM–GEOMAR), Hauptautor des Kapitels zum Verhalten der Ozeane und des Meeresspiegels . Der von den Vereinten Nationen ins Leben gerufene "Intergovernmental Panel on Climate Change" (IPCC) stellt unter anderem fest, dass der Meeresspiegel seit 1993 durchschnittlich um 3 mm pro Jahr gestiegen ist. Davon ist mehr als die Hälfte durch die Erwärmung der Ozeane und die daraus folgende Ausdehnung des Meerwassers verursacht worden. "Für die letzten zehn Jahre haben wir ein sehr gutes Bild davon, welche Faktoren eine maßgebliche Rolle in der Veränderung des Meeresspiegels spielen. Das Abschmelzen der Gebirgsgletscher trägt ein Viertel dazu bei, während das Abschmelzen der polaren Eisschilde für weitere 15% verantwortlich ist", beschreibt Prof. Willebrand die Ergebnisse der umfangreichen Studie. Beruhigend für Nordeuropäer ist die Feststellung, dass der Golfstrom bisher stabil geblieben ist.
Der neue Klimabericht stellt fest: Es ist sehr wahrscheinlich, dass vom Menschen ausgestoßene Treibhausgase (hauptsächlich Kohlendioxid) den Grossteil der Erwärmung der letzten 50 Jahre verursacht haben. Weiterhin ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Erwärmung des Ozeans und der unteren Atmosphäre, wie auch das zunehmende Abschmelzen von Polareis, allein durch eine natürliche Klimavariabilität erklärt werden können.
Kieler Meereswissenschaftler weisen auf zukünftige ozeanische Prozesse und ihre Auswirkungen auf den vom Menschen eingeleiteten Klimawandel hin. "Die Ozeane sind das Gedächtnis unseres Klimas. Sie verzögern jede Änderung um Jahrzehnte", so Willebrand weiter. "Selbst wenn heute Maßnahmen zur Reduzierung der vom Menschen verursachten Klimaerwärmung getroffen werden, greifen diese erst in 30 bis 40 Jahren." Dennoch können wir den weiteren Verlauf der Umweltänderungen noch maßgeblich beeinflussen. Abhängig von unserem Verhalten heute wird die globale Mitteltemperatur in den nächsten 100 Jahren zwischen ein und sechs Grad ansteigen. Auch das Ausmaß des Meeresspiegelanstiegs kann eingeschränkt werden, engagiertes Handeln vorausgesetzt.

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06.02.2007 | Autor*in: holler
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