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Infotafeln im Wald sollen richtiges Verhalten fördern

24.07.2007

Neue Informationskampagne des Lebensministeriums und der Land&Forst Betriebe Österreich mit Tipps und Ratschlägen für die WaldbesucherInnen

Wien – Eine neue Informationskampagne des Lebensministeriums, die heute vorgestellt wurde, soll WaldbesucherInnen zu richtigem Verhalten im Wald anregen. Damit der Zustand unseres Waldes erhalten bzw. sogar verbessert werden kann, sollen die WaldbesucherInnen besser informiert werden, wie man sich im Wald verhält. Mit den Tafeln soll Bewusstsein, Klarheit und Verständnis bei allen Waldbesuchern geschaffen werden. Die Präsentation der neuen Hinweis– und Informationstafeln erfolgte heute im Naturpark Sparbach.
Rund 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung sehen die Wälder als wichtigen Freizeit– und Erholungsraum an. Auch für den Tourismus sind Österreichs Wälder ein wichtiger Faktor, da sie aufgrund der hohen Vielfalt sowie der Ruhe und Stille besonders attraktiv sind. Im Gegensatz zu manch anderen europäischen Ländern sind rund 99 Prozent des heimischen Waldes für BesucherInnen begehbar.
„Gerade im Sommer kommen viele Menschen in den Wald, um dort an besonders heißen Tagen Erholung und Abkühlung zu suchen. Die Waldbesitzer heißen die Besucher als Gäste in ihren Wäldern herzlich willkommen„, betonte Felix Montecuccoli, Präsident der Land&Forst Betriebe Österreich, bei der Präsentation „Als Eigentümer tragen wir die Verantwortung dafür, dass der Naturraum seine ökologische, ökonomische und soziale Funktion nachhaltig erfüllen kann. Das Forstgesetz erlaubt es grundsätzlich, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten. Damit der Aufenthalt wirklich erholsam wird und Gefährdungen sowie Konflikte vermieden werden, ist es notwendig, dass die Waldbesucher bestimmte Verhaltensregeln einhalten. Es ist daher wichtig, den Dialog mit allen Betroffenen zu suchen, um einen richtigen Umgang mit dem Wald sicherzustellen. Es gibt viele Dinge, die in der Natur zu beachten sind, an die man jedoch vielleicht nicht primär gedacht hätte. Darüber möchten wir die Waldbesucher mit den Hinweistafeln informieren.„
Beim Österreichischen Walddialog wurde es als wichtig angesehen, die BesucherInnen auf richtiges Verhalten im Wald aufmerksam zu machen, da sich fehlerhaftes Verhalten negativ auf das Ökosystem auswirken kann.
So wird jeder Waldbesucher beim Eingang in den Wald mit einer Willkommenstafel begrüßt und darüber informiert, dass jeder den Wald zu Erholungszwecken betreten darf. Dieses „Willkommen„ steht aber auch für gegenseitige Rücksichtnahme und gewisse Spielregeln, die jeder Waldbesucher respektieren sollte. Jungwälder unter drei Meter Baumhöhe, gekennzeichnete Sperrgebiete sowie forstbetriebliche Einrichtungen dürfen zum Bespiel nicht betreten werden.
Neben dieser allgemeinen Information beim Eintritt in den Wald gibt es viele Hinweise und Tipps für die unterschiedlichen Situationen:
** Grundsätzlich sollte sich jeder Besucher und jede Besucherin im Wald ruhig verhalten, da Lärm die Tiere verschrecken oder beunruhigen könnte. Laute und schrille Handytöne sowie mp3–Musik sind daher zu vermeiden. Vor zutraulichen Tieren sollte darüber hinaus besser Abstand gehalten werden – Tollwutgefahr! Hunde sollten außerdem stets an der Leine ihrer Besitzer gehalten werden, da Wildtiere vor Hunden höchstes Stressverhalten zeigen. Weites haben JägerInnen das Recht, gegen wildernde Hunde einzuschreiten.
** Abfälle sollten nicht weggeworfen, sondern wieder mit nach Hause genommen werden. Tiere könnten den Abfall fressen und daran sterben. Wir wollen weiterhin auf unseren sauberen Wald stolz sein können.
** Feuer ist eine große Bedrohung für den Wald. Offenes Feuer oder Grillen ist nur an dafür gekennzeichneten Plätzen erlaubt. An besonders heißen und trockenen Sommertagen wie diesen muss sogar gänzlich darauf verzichtet werden. Brennende oder glühende Gegenstände wie zum Beispiel Zigaretten sollten im Wald nicht weggeworfen werden. Im Sommer reicht oft schon eine weggeworfene Glasscherbe, um einen Waldbrand zu entfachen. Angesichts der jetzigen Hitze und Trockenheit, ist es besonders wichtig, dieses Gebot zu beachten, um jegliches Risiko eines Waldbrandes auszuschalten.
** Bei Holzlagerplätzen ist ebenfalls besondere Vorsicht geboten. Sie sind keine Spielplätze. Eltern sollten zur Sicherheit ihrer Kinder stets darauf achten, dass forstliche Arbeitsplätze nicht betreten werden sollten. Diese Gefahr wird oft unterschätzt, daher kam es in der Vergangenheit zu sehr vielen Unfälle.
** Mountainbiken und Reiten sind im Wald nur auf eigens dafür ausgewiesenen Strecken erlaubt. Alpinsteige und Wanderwege sind Wanderinnen und Wanderern vorbehalten. Mountainbiker sollen auch stets gewisse Verhaltensregeln beachten, um Konflikte mit Waldbesitzern zu vermeiden. Aus diesem Grund hat das Lebensministerium gemeinsam mit den Land&Forst Betrieben Österreich auch eine eigene „Fair Play„ Broschüre für Mountainbiker herausgegeben, die bereits zu einer Entschärfung der Situation beigetragen hat.
** Die Früchte des Waldes wie etwa Beeren oder Pilze sollten maßvoll genossen werden und dürfen nur in begrenzter Menge, das heißt bis zu zwei Kilo pro Person, mitgenommen werden. Zu beachten ist auch, dass Pilze oder Blumen nicht wahllos ausgerissen oder zertreten werden. Viele Pflanzen stehen darüber hinaus unter Naturschutz.
** Campieren und Lagern bei Dunkelheit benötigt immer das Einverständnis des Waldbesitzers. In Naturschutzgebieten ist es jedoch grundsätzlich verboten.
Mit dem gestrigen Startschuss sind die österreichischen Waldbesitzer eingeladen, mit dem Lebensministerium diesen Weg zu gehen. Mit den Land&Forst Betrieben Österreich konnte ein wichtiger Partner gewonnen werden, der auch die Umsetzung in Österreichs Wäldern unterstützt. Die neuen Waldtafeln sind ab sofort bei den Land&Forst Betrieben Österreich bestellbar. Genaue Informationen zur Bestellung erhalten Sie unter www.landforstbetriebe.at.
Über die Tafeln kann man natürlich geteilter Meinung sein: einerseits finden wir die Infokampagne sehr gut, aber andererseits ist es traurig, dass manche Menschen anscheinedn schon so DUMM sind, dass sie auch im Wald Tafeln benötigen. Anscheinend muss wirklich alles reglementiert werden, weil manche Menschen keinen Hausverstand mehr haben.
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24.07.2007 | Gastautor*In: W. Pucher
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