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Indigener Protest gegen Amazonas-Wasserstraße geht in zweite Woche

06.02.2026

Zahlreiche Eingriffe durch Baggerungen sind ebenfalls geplant

Amazonasprotest .jpg
Protest am Amazonas © Amazon Watch

Santarém (Pará), / Brasilien – Bereits die zweite Wochen gibt es indigene Proteste gegen die geplante Umwandlung zentraler Amazonas-Flüsse in industrielle Wasserstraßen. Rund 700 Angehörige von 14 indigenen Völkern blockieren seit fast zwei Wochen das Getreideterminal des Konzerns Cargill in Santarém. Sie fordern einen direkten Dialog mit der brasilianischen Bundesregierung und die Rücknahme des Dekrets 12.600/2025, das Teile der Flüsse Tapajós, Madeira und Tocantins in das Nationale Privatisierungsprogramm aufnimmt. Verstärkt wurde der Protest zuletzt durch die Ankunft zahlreicher Vertreter:innen des Munduruku-Volkes vom Oberlauf des Tapajós.
 

Das Dekret ermöglicht umfangreiche Baggerarbeiten zur „Sicherung der Schiffbarkeit“ für große Frachtschiffe und öffnet damit die Tür für eine weitreichende Privatisierung der Flüsse. Die Protestierenden kritisieren, dass diese Maßnahmen ohne  Information und ohne freie, vorherige  Zustimmung der betroffenen indigenen Gemeinschaften erfolgen – dies sei ein klarer Verstoß gegen das ILO-Übereinkommen 169. Zusätzlich richtet sich der Widerstand gegen eine staatliche Ausschreibung für  große Baggerungen zwischen Santarém und Itaituba.. 

Mehrere indigene  Organisationen und Gruppen warnen vor massiven Folgen für Fischerei, Umwelt sowie kulturell und spirituell bedeutende Orte. Studien zeigen eine starke Zunahme von Hafen- und Exportinfrastruktur entlang des Tapajós,  die oft mit erheblichen Mängeln bei Genehmigungen und Beteiligungsverfahren umgesetzt werden sollen. Zwar erklärte das brasilianische Ministerium für indigene Völker, dass Projekte am Tapajós nur mit Zustimmung der Betroffenen umgesetzt werden dürften, doch die Protestierenden sehen bisher keine wirksamen Schritte in diese Richtung. Für sie steht fest: Der Fluss ist Lebensraum, Geschichte und spirituelle Grundlage – und kein bloßer Exportkorridor.

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