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IEA-Bericht: Österreich muss bei Energiewende deutlich schneller werden

11.05.2026

Ambitionierte Ziele und tatsächlichen Umsetzung sind nicht parallel

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Erneuerbare versus Fossile © MD & oekonews
Die Internationale Energieagentur (IEA) stellt Österreich in ihrem aktuellen Länderreport ein gemischtes Zeugnis aus.  Zwar verfügt das Land über eine starke Basis bei erneuerbaren Energien, doch beim weiteren Ausbau wächst die Kluft zwischen ambitionierten Zielen und der tatsächlichen Umsetzung. Vor allem langwierige Genehmigungsverfahren, politische Verzögerungen und unsichere Förderbedingungen bremsen laut Bericht die Energiewende.

Der Dachverband Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ) sieht sich durch die Analyse der IEA bestätigt. „Die IEA macht klar: Damit die Ziele für 2030 und 2040 erreichbar bleiben, muss die Energietransformation deutlich schneller werden“, erklärt EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-Grundnig.  


Erneuerbarer Strom stark – aber nicht ausreichend
 

Positiv bewertet die IEA den hohen Anteil erneuerbarer Energien an der österreichischen Stromversorgung. 2024 wurden rund 90 Prozent des Strombedarfs aus erneuerbaren Quellen gedeckt. Besonders die Wasserkraft, Pumpspeicher und der starke Ausbau der Photovoltaik gelten als zentrale Stärken. Solarenergie deckte zuletzt bereits 11,3 Prozent der Stromversorgung ab.
 

Trotzdem sieht die IEA Österreich derzeit nicht auf Kurs, um die langfristigen Klima- und Energieziele zu erreichen. Insbesondere beim Ausbau der Windkraft bestehe erheblicher Nachholbedarf. Gerade im Winter sei zusätzliche Windenergie notwendig, um saisonale Schwankungen auszugleichen.
 

Als größte Hindernisse nennt die IEA komplizierte Genehmigungsverfahren, fehlende Flächenwidmung sowie unklare Zuständigkeiten zwischen Bund und Ländern. „Der Ausbau darf nicht länger an zersplitterten Zuständigkeiten und Verzögerungen auf Ebene der Bundesländer hängen bleiben“, betont Prechtl-Grundnig.
 

Kritisch verweist die Energieagentur zudem auf Verzögerungen bei zentralen gesetzlichen Reformen – insbesondere beim weiterhin ausstehenden Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz.
 

Große Baustelle Wärmeversorgung
 

Deutlichen Handlungsbedarf sieht die IEA auch im Gebäudebereich. Zwar sei der Anteil von Ölheizungen seit 2005 stark gesunken, dennoch werden in Österreich weiterhin rund 850.000 Gasheizungen und 450.000 Ölheizungen betrieben.

Die IEA empfiehlt deshalb integrierte Wärme- und Kältepläne auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene sowie gezielte Anreize für Eigentümer:innen und Mieter:innen. Besonders kritisch bewertet der EEÖ die unstete Förderpolitik beim Heizkesseltausch. Das wiederholte Stop-and-go bei Förderungen sorge sowohl bei Betrieben als auch bei Konsument:innen für Unsicherheit. Zudem dürfte das Budget der aktuellen Förderprogramme bereits im Sommer ausgeschöpft sein.
 

„Die Branche braucht dringend Planungssicherheit und eine klare Perspektive“, sagt Prechtl-Grundnig. Investitionen in erneuerbare Heizsysteme würden nicht nur den Klimaschutz stärken, sondern auch Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen. Technologien wie Biomasse, Pellets, Solarthermie, Geothermie und Wärmepumpen könnten Haushalte unabhängiger von fossilen Energiepreisen machen. 


„Jetzt braucht es Umsetzung statt Verzögerung“
 

Für den Dachverband ist die IEA-Analyse ein deutlicher Weckruf an Politik und Verwaltung. Österreich habe grundsätzlich gute Voraussetzungen, um bei der Energiewende eine Vorreiterrolle einzunehmen. Dafür müssten jedoch Ausbau, Netze, Speicher und erneuerbare Wärme deutlich schneller vorangebracht werden.

„Jetzt braucht es Umsetzung statt Verzögerung – in der Gesetzgebung, in den Verfahren und in allen Bundesländern“, meint Prechtl-Grundnig.

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