Erzdiözese Wien: 100. Photovoltaikanlage auf kirchlichem Gebäude
Die Anlage wurde teilweise bereits im November 2025 in Betrieb genommen und läuft seit Juni 2026 vollständig. Besonders die vielen Sonnenstunden im Juni sorgten für hohe Erträge und reduzierten den Bedarf an zugekauftem Strom deutlich.
Erzbischof Josef Grünwidl besichtigte die PV-Anlage in rund 30 Metern Höhe und betonte die Bedeutung des Projekts für den Klimaschutz: „Für mich ist es alternativlos, sich für die Schöpfung einzusetzen. Mit der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Gebäuden leisten wir unseren Beitrag für den verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen unserer Erde.“
Für Pfarrer Gerald Gump war die Nutzung der großen Dachfläche ein naheliegender Schritt: „Für uns war es völlig logisch, die große Dachfläche unserer Kirche für eine Photovoltaikanlage zu nutzen – nicht als Symbolprojekt, sondern als echten Beitrag.“
Die Erzdiözese Wien, die Wien und den Osten Niederösterreichs umfasst, errichtet durchschnittlich rund zehn neue PV-Anlagen pro Jahr. Im Jahr 2022 wurden sogar 36 Anlagen installiert. Weitere Projekte sollen folgen. Dabei werden neben technischen und wirtschaftlichen Kriterien auch denkmalpflegerische Anforderungen berücksichtigt, weshalb sich nicht jedes Kirchengebäude für eine Photovoltaikanlage eignet.
Insgesamt investiert die Erzdiözese Wien jährlich rund vier Millionen Euro in ökologische Maßnahmen an kirchlichen Gebäuden. Dazu zählen neben Photovoltaikanlagen auch Heizungswechsel, Dämmmaßnahmen und die Umstellung auf LED-Beleuchtung. Für die Errichtung der mittlerweile 100 PV-Anlagen wurden seitens der Erzdiözese insgesamt 5,5 Millionen Euro investiert.
„Die errichteten Anlagen und die eingesetzten Budgetmittel für ökologische Maßnahmen zeigen, dass wir über Schöpfungsverantwortung nicht nur reden, sondern auch danach handeln“, sagt Markus Gerhartinger, Umweltbeauftragter der Erzdiözese Wien.
Die 1964 errichtete Kirche St. Florian gehört zur Pfarre zur Frohen Botschaft, der größten Pfarre Wiens. Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind dort seit Jahren zentrale Themen. Die Pfarre ist seit 2021 nach dem EU-Umweltmanagementsystem EMAS zertifiziert und hat ein eigenes Team für „Schöpfungsverantwortung“. Durch die Umsetzung der EMAS-Maßnahmen konnte der Abfall laut Pfarre um zwei Drittel reduziert werden. Veranstaltungen werden nach den ÖkoEvent-Richtlinien der Stadt Wien durchgeführt.
Auch über die Energiegewinnung hinaus engagiert sich die Pfarre für Umwelt- und Klimaschutz: Auf dem Dach des linken Seitenschiffs leben drei Bienenvölker. Vorträge, Gottesdienste und „Laudato-Si“-Wanderungen widmen sich regelmäßig dem Thema Schöpfungsverantwortung. Über das Projekt „Vanakkam“ unterstützt die Pfarre zudem Entwicklungs- und Umweltschutzprojekte in Südindien.