Hört endlich auf die wahren Energieexpert:innen!
Die aktuelle Debatte rund um das neue ELWG / „Günstiger-Strom-Gesetz“ zeigt einmal mehr: Die Politik übergeht Fachleute aus dem erneuerbaren Energiesektor. Engagierte Menschen in dieser Branche sind nicht nur bürgende Produzent:innen, sondern entscheidende Expert:innen – ihre Meinung ist nicht nett, sondern sollte dringend gehört werden.
Im ZiB-2-Interview hat Minister Hattmannsdorfer diese Wioche eine Reihe von Maßnahmen präsentiert - von Netzkostenbremsen bis zu dynamischen Tarifen. Doch ein Faktencheck seitens der Branche macht klar: Einige seiner Kernbehauptungen entbehren jeglicher belastbaren Grundlage. Es kann doch nicht sein, dass jemand, der leider offensichtlich nicht mit der betroffenen Branche gesprochen hat, etwas behauptet, was einfach nicht stimmt.
Zu oft wird in der politischen Kommunikation das Narrativ bedient, Netzkosten explodierten „wegen der Erneuerbaren“. Die Erneuerbare-Branche widerspricht: Die Kosten steigen nicht, weil es zu viel Ökostrom gibt, sondern weil jahrzehntelang zu wenig in die Netzinfrastruktur investiert wurde. Gleichzeitig zahlen Erzeuger:innen bereits heute substantielle Beiträge: Anschlusskosten, Infrastrukturgebühren, Verlustenergie - all das ist real.
Ein besonders wichtiger Punkt: Wenn erneuerbare Energiekraftwerke abgeregelt werden, ist das kein Zeichen gegen Erneuerbare, sondern ein Symptom eines Netzausbaus, der nicht Schritt hält. Gleichzeitig wird die Physik nicht ausgeblendet: Technische Prüfungen für neue Anlagen finden statt, und die Hürden sind real.
Was mich besonders bewegt: Es ist nicht die Zeit für Populismus, sondern für Ehrlichkeit. Wohin biegt die Politik da ab? Die Branche fordert nicht leere Versprechen, sondern verlässliche Rahmenbedingungen:
Planbarkeit für Investitionen
Beschleunigter Netzausbau
Mehr Speicher & Flexibilität
Stärkung heimischer Erzeugung
Entlastung bei Abgaben und Steuern
Austausch statt ideologische Grabenkämpfe
Wir können nicht ernsthaft über die Zukunft der Energie entscheiden, wenn diejenigen, die jeden Tag mit großen persönlichem Einsatz daran bauen, nur als Randerscheinung wahrgenommen werden. Ihre Stimmen - ihre Erfahrungen, ihre Inputs, ihre Expertise aus jahrzehntelanger oft mühsamer Umsetzung zur Veränderung müssen zentraler Bestandteil jeder politischen Debatte zu erneuerbaren Energien sein.
Denn: Ohne fundierte Expertise keine Glaubwürdigkeit, und ohne Glaubwürdigkeit keine Energiewende, die uns weiterbringt. Bitte aufwachen, liebe Bundesregierung, auch andere Menschen tragen die Veränderung mit. Wir müssen sei gemeinsam mit einer engagierten Green-Tech-Branche umsetzen soviel ist fix.