Höchster Windmessmast Österreichs stärkt Qualität und Sicherheit in der Windenergie
Präzisionsmessung als Schlüssel für die Energiewende
Moderne Windmessungen basieren zunehmend auf Fernerkundungstechnologien wie LiDAR (Light Detection and Ranging) und SoDAR (Sonic Detection and Ranging). Diese Systeme erfassen Windgeschwindigkeit, -richtung und Turbulenzen mittels Laser- bzw. Schallimpulsen und ermöglichen eine detaillierte Analyse der atmosphärischen Bedingungen an potenziellen Standorten für Windkraftanlagen.
Für die Erstellung belastbarer Windgutachten ist jedoch eine regelmäßige Verifikation dieser Messsysteme erforderlich. Diese erfolgt durch den Vergleich mit Referenzmessungen eines hochpräzisen Windmessmastes. Der neue Mast in Stetteldorf fungiert dabei als sogenanntes Bezugsnormal und ermöglicht eine Überprüfung der Messgenauigkeit sowohl vor als auch nach Messkampagnen.
Das Testfeld in Stetteldorf am Wagram bietet aufgrund seiner topografischen Lage und der freien Anströmung besonders günstige Bedingungen für Windmessungen. Die geringe Beeinflussung durch Hindernisse sowie ein konstantes Windangebot machen den Standort zu einem idealen „Freifeld-Windtunnel“ für die Kalibrierung und Validierung moderner Messsysteme.
Der 200 Meter hohe Verifikationsmast erreicht Höhen, die den Nabenhöhen aktueller und zukünftiger Windenergieanlagen entsprechen. Dadurch verbessert sich die Qualität von Ertragsprognosen erheblich. In der Fachsprache spricht man von einer höheren „Bankability“ – also einer gesteigerten Finanzierbarkeit von Projekten durch belastbare Daten.
Das EWS Testing Center, das den Standort betreibt, ist die einzige akkreditierte Prüfstelle für Windmessungen in Österreich und arbeitet nach der internationalen Norm EN ISO/IEC 17025. Mit der Erweiterung auf Messungen bis 200 Meter über Grund gehört die Einrichtung nun auch europaweit zu den wenigen vergleichbaren Testfeldern.
Neben der technologischen Bedeutung bringt das Projekt auch regionale Effekte mit sich. Die Ansiedlung internationaler Technologieunternehmen stärkt die lokale Wertschöpfung und positioniert die Region als Kompetenzstandort für erneuerbare Energien.
Zugleich zeigt das Projekt, wie technische Infrastruktur und nachhaltige Flächennutzung kombiniert werden können: Die Fläche rund um den Windmessmast wird weiterhin landwirtschaftlich genutzt und zugleich als Biodiversitätsfläche gestaltet.
EWS verfügt über mehr als 30 Jahre Erfahrung in der Planung und Umsetzung von Windenergie-, Photovoltaik- und Hybridprojekten. Mit über 100 Mitarbeitenden an mehreren Standorten begleitet EWS Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Standortentwicklung bis zur Netzintegration.
Mit dem neuen Windtestfeld unterstreicht EWS seine Rolle als technologischer Vorreiter und trägt wesentlich zur Qualitätssicherung im Ausbau der Windenergie bei.