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Hitzeschock für Ungarn  verschärft die Energiekrise 

03.08.2026

Historischer Schritt nach 44 Jahren: Der sinkende Wasserstand der Donau setzt Ungarns Atomkraftwerk außer Betrieb  und verschärft die Energiekrise des Landes

jstolp-hungary-DonauBudapest.jpg
© JStolp! pixabay.com
Budapest- Ungarn steht vor einem außergewöhnlichen Energieschock: Das Kernkraftwerk Paks  wird erstmals seit seiner Inbetriebnahme vor 44 Jahren vollständig vom Netz genommen. Grund ist der weiter sinkende Wasserstand der Donau. Der Fluss liefert das Kühlwasser für die Reaktoren der Anlage, die unter normalen Bedingungen rund die Hälfte des ungarischen Strombedarfs deckt. 

Ministerpräsident Péter Magyar kündigte die vollständige Abschaltung angesichts des anhaltenden Rückgangs des Donaupegels an. Die ungarische Wasserwirtschaftsbehörde erwartet, dass der Wasserstand in den kommenden Tagen noch weiter sinken wird. Eine Wiederaufnahme der Stromproduktion sei erst zu erwarten, wenn sich die Situation an der Donau verbessert. Damit wird in den kommenden Wochen  jedoch  nicht gerechnet.  

Der Ausfall von Paks trifft Ungarn besonders hart. Die Regierung setzt daher auf Stromimporte und Energiesparmaßnahmen. Der ungarische Übertragungsnetzbetreiber MAVIR soll befugt sein, verpflichtende Verbrauchsreduzierungen anzuordnen und bei Bedarf einzelne Großverbraucher vorübergehend vom Netz zu nehmen. Die wirtschaftlichen Folgen könnten erheblich sein .

Auch Budapest muss Energie sparen
 

Die Energiekrise erreicht inzwischen den Alltag der Bevölkerung. Der Budapester Bürgermeister Gergely Karácsony kündigte an, die Geschwindigkeit von U-Bahnen und Straßenbahnen zu reduzieren und die Taktfrequenz auf einigen Linien zu verlängern. Auch der Güterverkehr auf der Schiene soll eingeschränkt werden. Gleichzeitig leiden Schifffahrt und Tourismus unter dem niedrigen Wasserstand.

In mehr als 100 Städten und Gemeinden kam es laut Regierungsangaben bereits zu Einschränkungen des Wasserverbrauch.

Der Fall Paks zeigt  eine neue Dimension der Klimakrise: Extreme Hitze und anhaltende Trockenheit können nicht nur Landwirtschaft und Wasserversorgung treffen, sondern auch die Stromproduktion
 aller fossilen Kraftwerke gefährden, die zur Kühlung auf Flüsse angewiesen sind.
Auch Wasserkraftwerke liefern übrigens aktuell aufgrund der anhaltenden Wetterlage und dem daraus resultieren Niederwasser weit weniger Strom. Sinnvoll ist somit der Ausbau von Solarenergie und Windkraft in Kombination mit Speichern.

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