Hitzerekord im August: Greenpeace fordert Konsequenzen statt „Weiter-so“
„Nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen war die Erde heißer als in diesem August“, erklärt Greenpeace-Klimaexpertin Mira Jäger. Die Folgen seien längst nicht mehr abstrakt, sondern würden sich unmittelbar auf die Gesundheit und die Wirtschaft auswirken.
Allein in Deutschland seien seit Juni knapp 16.000 Menschen infolge extremer Hitze gestorben, so Greenpeace unter Berufung auf aktuelle Berechnungen. Die wirtschaftlichen Schäden durch die Hitze hätten mindestens 36 Milliarden Euro erreicht.
Angesichts der Entwicklung fordert Greenpeace einen Kurswechsel in der deutschen Klimapolitik. Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Hitzewellen zeige, dass weitere Verzögerungen beim Klimaschutz keine Option seien.
Kritik übt die Umweltorganisation insbesondere an der Energie- und Verkehrspolitik der deutschen Bundesregierung. Greenpeace warnt vor einer Abschwächung des Gebäudeenergiegesetzes, Verzögerungen beim Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor sowie dem geplanten Ausbau von Gaskraftwerken.
„Die Welt brennt, buchstäblich. Und die Bundesregierung kippt weiter Öl ins Feuer“, sagt Jäger.
Aus Sicht von Greenpeace müsse vor allem der Ausstoß von Treibhausgasen möglichst rasch und deutlich sinken. Dazu sei ein konsequenter Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas notwendig.
Der aktuelle Temperaturrekord reiht sich in eine Entwicklung ein, die Klimaforscher seit Jahren beobachten: Mit der globalen Erwärmung nehmen extreme Hitzeereignisse zu. Sie belasten die Gesundheit, erhöhen den Druck auf Landwirtschaft und Infrastruktur und verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden.
Für Greenpeace macht der August-Rekord deshalb deutlich, dass Klimaschutz nicht aufgeschoben werden könne. Die Antwort auf immer häufigere extreme Sommer müsse eine schnellere Energiewende sein, mit weniger fossilen Brennstoffen und einem raschen Ausbau klimafreundlicher Energie.
Der Hitzerekord ist damit nicht nur eine meteorologische Nachricht, sondern ein weiterer Hinweis darauf, wie dringend der Umbau des Energiesystems geworden ist.