Hitze und Dürre ohne Ende: Krisenkoordinator warnt vor anhaltender Trockenheit
Trotz der angespannten Lage sieht Vorhofer jedoch die Versorgungssicherheit derzeit gewährleistet. Zwar weisen rund 90 Prozent der Grundwassermessstellen sehr niedrige Wasserstände auf, flächendeckende Probleme bei der Trinkwasserversorgung seien jedoch nicht zu erwarten. Lokale Engpässe in einzelnen Gemeinden könnten durch Ausgleichsmaßnahmen bewältigt werden. Gleichzeitig appellierte der Krisenkoordinator an die Bevölkerung, insbesondere im Außenbereich sparsam mit Wasser umzugehen.
Auch die Waldbrandgefahr bleibt nach wie vor hoch. Vorhofer rief dazu auf, in Wäldern konsequent auf offenes Feuer zu verzichten.
Besonders stark betroffen ist die gesamte Landwirtschaft. Laut Vorhofer ergebe sich durch die aktuelle Situation eine "historische Belastungsprobe". Es wird mit einer deutlich unterdurchschnittlichen Ernte gerechnet. Als mögliche Unterstützung brachte Vorhofer zinslose Kredite für landwirtschaftliche Betriebe ins Spiel. . Erste Schätzungen gehen bei der Getreideernte von Ertragseinbußen von durchschnittlich rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Ähnlich sieht es auch bei anderen Pflanzen aus. Besonders dramatisch ist die Lage im Grünland: Auf zahlreichen Futterflächen drohen Ausfälle von bis zu 50 Prozent. Bereits jetzt kommt es in einzelnen Regionen zu vorgezogenen Almabtrieben, Futter- und Wassermangel sowie ersten Notverkäufen und Schlachtungen von Rindern.
Positiv bewertet der Krisenkoordinator die aktuelle Energiesituation. Obwohl einzelne Kraftwerke wegen fehlenden Kühlwassers nur eingeschränkt betrieben werden können, stabilisieren Photovoltaikanlagen die Stromversorgung. Österreich könne zeitweise sogar Nachbarländer mit Energie unterstützen.
Scharfe Kritik kommt unterdessen von den Grünen. Klubobfrau Leonore Gewessler zeigte sich empört, dass beim interministeriellen Krisentreffen im Bundeskanzleramt kein einziges Regierungsmitglied anwesend war.
"Unser Land ist ausgetrocknet – die Menschen leiden unter der Hitze, wir erleben dramatische Waldbrände, Bauern müssen ihr Vieh schlachten, weil das Futter nicht mehr reicht. Aber die Bundesregierung ist einfach abgetaucht und erscheint nicht einmal zu ihrem eigenen Krisengipfel", erklärte Gewessler.
Die Grünen werfen der Bundesregierung vor, den Klimaschutz zurückzufahren, obwohl die Folgen der Klimakrise immer deutlicher sichtbar würden. Statt neue Straßenprojekte voranzutreiben, müsse die Regierung wirksame Maßnahmen gegen die Klimakrise setzen und Österreich besser auf künftige Extremwetterereignisse vorbereiten.
Vorhofers Fazit fällt eindeutig aus: Klimawandel und geopolitische Entwicklungen werden Österreich langfristig prägen. Umso wichtiger seien eine vorausschauende Krisenvorsorge, sparsamer Umgang mit Ressourcen und rasche Anpassungsmaßnahmen an die neuen klimatischen Realitäten.