Heizungstausch vor dem Förderstopp: Geldtopf schon im Juli leer!
Gleichzeitig sieht der Verband mit Sorge auf das geplante Doppelbudget für 2027 und 2028. Dieses lasse eine weitere Kürzung der Fördermittel erwarten und verschärfe die Unsicherheit für Haushalte und die Heizungsbranche.
„Viele Haushalte, die aus der fossilen Kostenfalle aussteigen wollen, gehen bei den Förderungen zum Heizungstausch heuer wieder leer aus. Das aktuelle System bringt den Ausstieg aus Öl und Gas immer wieder ins Stocken“, warnt EEÖ-Geschäftsführerin Martina Prechtl-Grundnig. Die Bundesregierung müsse endlich verlässliche Rahmenbedingungen schaffen, um die Wärmewende dauerhaft voranzutreiben.
Förderpolitik gleicht einer „Achterbahnfahrt“
Nach Ansicht des EEÖ fehlt es Österreich an einer langfristigen Strategie. Während für den Heizungstausch im Jahr 2026 noch rund 225 Millionen Euro zur Verfügung stehen, soll das jährliche Fördervolumen ab 2027 auf etwa 180 Millionen Euro sinken – ein Minus von rund 45 Millionen Euro.
Der Verband befürchtet, dass sich dadurch der Austausch fossiler Heizungen weiter verzögert. Bleibe das derzeitige Tempo unverändert, würde Österreich laut EEÖ bis zum Jahr 2065 benötigen, um alle rund 1,4 Millionen Öl- und Gasheizungen zu ersetzen.
Zusätzlich bereiten dem Verband die aktuellen Installationszahlen Sorgen. Im Jahr 2025 wurden laut EEÖ rund 32.000 neue Gasheizungen und mehr als 1.000 neue Ölheizungen eingebaut. Gleichzeitig ging die Zahl der neu installierten Wärmepumpen und Biomasseheizungen im Vergleich zum Vorjahr zurück.
Mehr als Förderungen notwendig
Der EEÖ betont, dass finanzielle Zuschüsse allein nicht ausreichen, um die Wärmewende erfolgreich umzusetzen. Neben einer verlässlichen Förderpolitik brauche es klare politische Leitplanken und rechtliche Rahmenbedingungen.
Der Verband fordert daher:
- dauerhaft verfügbare Förderprogramme ohne Unterbrechungen,
- einen verbindlichen Ausstiegspfad für Öl- und Gasheizungen bis spätestens 2040,
- zusätzliche finanzielle und ordnungsrechtliche Instrumente zur Unterstützung der Wärmewende,
- den raschen Abbau klimaschädlicher Subventionen sowie
- Anpassungen im Wohnrecht, damit erneuerbare Heizsysteme auch in Mehrparteienhäusern einfacher umgesetzt werden können.
Prechtl-Grundnig plädiert für eine grundlegende Neuausrichtung der Investitionen: Statt Milliarden für fossile Energieimporte auszugeben, müsse Österreich verstärkt in erneuerbare Wärme investieren. Das stärke nicht nur den Klimaschutz, sondern entlaste langfristig Haushalte, Unternehmen und den Staatshaushalt.