Grünes "Nein" zur 380-kV-Leitung quer durch Salzburg
Salzburgs Grüne mobilisieren gegen die vom Verbund geforderte 380-kV-Leitung quer durch Salzburg: "Dieses Leitungsprojekt stellt einen massiven Eingriff in die Natur dar. Salzburg soll von einer Atomstrom-Autobahn durchschnitten werden, die mit der Versorgungssicherheit des Bundeslandes absolut nichts zu tun hat, sondern lediglich dem Stromtransit dient und wegen der hohen Errichtungskosten den Strom für die heimischen Haushalte verteuern wird! Eine solches Projekt ist wohl kaum von öffentlichem Interesse und damit auch nicht bewilligungsfähig", erklärt die Grüne Umweltsprecherin Labg. Heidi Reiter. Sie fordert Energie- und Naturschutzlandesrat Sepp Eisl auf, dem geplanten Lückenschluss der 380-kV-Leitung vom Innviertel nach Kaprun die Genehmigung zu versagen. Wie bekannt, will die Verbundtochter APG (Austrian Power Grid AG) in Salzburg und in der Steiermark die im 380-kV-Netz bestehenden Lücken schließen. Für den Abschnitt durch Salzburg soll Anfang 2004 die Umweltverträglichkeitsprüfung starten. Geplante Fertigstellung: 2015, voraussichtliche Kosten: 247 Mill. Euro. (Für die "Steiermarkleitung" sind weitere 120 Mill. Euro notwendig.) Nach Aussagen der APG soll mit diesem Lückenschluss die Leistungsfähigkeit der zunehmend überlasteten Nord-Süd-Hochspannungsverbindung deutlich erhöht und die "Versorgungssicherheit" gewährleistet werden.
Netzüberlastung wegen Stromtransit und Pumpstromlieferungen
Dass es kritische Lastsituationen - speziell im Winterhalbjahr während der Nacht - gibt, bestätigt eine Studie des Instituts für elektrische Anlagen und Hochspannungstechnik der TU Graz (Engpässe im 220/380-kV-Übertragungsnetz der Verbund-APG). Die Untersuchung nennt auch die Ursachen für die Strapazierung der Netze: Stromtransit und Pumpstromlieferung.
Stromtransit: Strom ist in Italien knapp und teuer, was das südliche Nachbarland für nordeuropäische Stromlieferanten zu einem attraktiven Markt macht. Die starken Lastflüsse von Nord nach Süd sind deshalb auch in erster Linie auf die hohen Stromimporte Italiens zurückzuführen. Und für diesen Stromdurchfluss soll Salzburg als "Transitroute" herhalten.
Pumpstrom: Salzburgs saubere Wasserkraft ist in nicht unbeträchtlichem Ausmaß durch Atomstrom verschmutzt. Möglich wird dies durch den so genannten "Pumpstrom". Für die Produktion von teurem "Spitzenstrom" gibt es Speicherkraftwerke. Mit Hilfe von billigem Strom aus dem Norden (vorzugsweise bezogen von bayerischen oder tschechischen Atomstromlieferanten) wird nachts Wasser in die Speicher der Kraftwerke Malta, Kaprun und Fragant gepumpt. Dieser Pumpstrom belegt etwa die Hälfte der gesicherten Übertragungskapazitäten! Noch ein netter Nebeneffekt: Pumpstrom scheint nicht in der "Strombilanz" für den Endverbraucher auf (er wird ja nur zum "pumpen" gebraucht und nicht "ausgeliefert"), womit ein erheblicher Anteil an hierzulande verwendetem Atomstrom still und leise unter den Tisch fällt!
Stromtransit: Strom ist in Italien knapp und teuer, was das südliche Nachbarland für nordeuropäische Stromlieferanten zu einem attraktiven Markt macht. Die starken Lastflüsse von Nord nach Süd sind deshalb auch in erster Linie auf die hohen Stromimporte Italiens zurückzuführen. Und für diesen Stromdurchfluss soll Salzburg als "Transitroute" herhalten.
Pumpstrom: Salzburgs saubere Wasserkraft ist in nicht unbeträchtlichem Ausmaß durch Atomstrom verschmutzt. Möglich wird dies durch den so genannten "Pumpstrom". Für die Produktion von teurem "Spitzenstrom" gibt es Speicherkraftwerke. Mit Hilfe von billigem Strom aus dem Norden (vorzugsweise bezogen von bayerischen oder tschechischen Atomstromlieferanten) wird nachts Wasser in die Speicher der Kraftwerke Malta, Kaprun und Fragant gepumpt. Dieser Pumpstrom belegt etwa die Hälfte der gesicherten Übertragungskapazitäten! Noch ein netter Nebeneffekt: Pumpstrom scheint nicht in der "Strombilanz" für den Endverbraucher auf (er wird ja nur zum "pumpen" gebraucht und nicht "ausgeliefert"), womit ein erheblicher Anteil an hierzulande verwendetem Atomstrom still und leise unter den Tisch fällt!
Leitungsbau kommt primär Atomstromlobby zu Gute
Durch Stromtransite und Pumpstromlieferungen wird vor allem der Einsatz von Großkraftwerken betriebswirtschaftlich optimiert. "Das Prinzip der verbrauchsnahen Stromproduktion verliert immer mehr an Bedeutung. Die Orientierung an den ausschließlich kurzfristigen Grenzkosten des Kraftwerkbetriebs begünstigt Großwasserkraftwerke und Atomkraftwerke", kritisiert Reiter. Und: "Die geplante Atomstrom-Autobahn unterstützt damit eine völlig falsche Energiepolitik und schwächt die Marktchancen regionaler sowie alternativer Energieversorger!"
Zwölf Prozent höhere Stromrechnung für KonsumentInnen
Für die Grüne Abgeordnete wäre der fast 250 Millionen Euro teure Bau der 380 KV-Leitung durch Salzburg ein "energiepolitisches Saurierprojekt": zu groß und alles andere als innovativ. Der Bau sei aber nicht nur aus ökologischen, sondern auch ökonomischen Gründen abzulehnen: Eine von den Grünen beauftragte Studie kommt zu dem Schluss, dass sich die hohen Investitionskosten bei den Verbraucherpreisen kräftig niederschlagen würden. Demnach würde der Bau der insgesamt 370 Mill. Euro teuren Leitungen (Salzburg und Steiermark) den Strompreis für einen durchschnittlichen Haushalt um zwölf Prozent in die Höhe treiben!
Für Rückfragen: Labg. Heidi Reiter >(0664 / 1137521)
DIE GRÜNEN, Landtagsfraktion Salzburg Elisabeth Schmidt, Pressesprecherin
Chiemseehof, 5010 Salzburg
Tel.: 0662 / 8042-2046, 0664 / 4036 735
Fax: 0662 / 8042-2913
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DIE GRÜNEN, Landtagsfraktion Salzburg Elisabeth Schmidt, Pressesprecherin
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