Grün und bunt statt braun und trocken: So werden Gärten klimafit!
Das Gartenteam vom Klimabündnis OÖ zeigt, wie bereits einfache Maßnahmen helfen, um Gärten klimafit zu gestalten. Heiße Sommertage und längere Trockenphasen gehören mittlerweile auch in Oberösterreich zum Alltag. Was Mensch und Natur belastet, stellt auch viele Gärten vor große Herausforderungen. „Doch anstatt tatenlos zuzusehen können Gartenbesitzer:innen aktiv werden: Mit einer klimaangepassten Gestaltung und der richtigen Pflege bleiben Gärten auch in Hitzeperioden grün und bunt – und werden gleichzeitig zu kühlen Oasen für uns Menschen sowie vielfältige Lebensräume für Tiere und Pflanzen.“, weiß Norbert Rainer, Geschäftsführer des Klimabündnis OÖ.
Die Antwort auf heiße Sommer liegt nicht in einzelnen Maßnahmen, sondern in einem vielfältig gestalteten Garten: Je abwechslungsreicher ein Garten bepflanzt ist, desto besser kommt er mit Hitze und Trockenheit zurecht. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.
Konkrete Maßnahmen für klimafitte Gärten
Nicht jede Fläche im Garten muss Rasen sein. Vor allem größere, wenig genutzte Rasenflächen lassen sich schrittweise in artenreiche Wildblumen- und Staudenbeete umgestalten. Diese beschatten den Boden, speichern Feuchtigkeit länger und benötigen nach dem Anwachsen deutlich weniger Wasser und Pflege. Gleichzeitig bieten sie Nahrung und Lebensraum für Bienen, Schmetterlinge und viele weitere Insekten.
Auch die richtige Pflege macht einen Unterschied. Ein höher gemähter Rasen schützt den Boden vor dem Austrocknen. Noch besser ist ein artenreicher Kräuterrasen mit Braunelle, Gänseblümchen oder anderen niedrig wachsenden Kräutern.
Für ein angenehmes Mikroklima sorgen Bäume, Sträucher, Hecken und Kletterpflanzen. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung und schützen den Boden vor Austrocknung. „Ein gesunder Boden ist ebenfalls entscheidend: Regelmäßiges oberflächliches Lockern – etwa im Gemüsebeet – verbessert die Wasseraufnahme. Eine Mulchschicht aus Rasenschnitt, Laub oder Stroh hält die Feuchtigkeit länger im Boden und fördert ein aktives Bodenleben.“, so Renate Fußthaler, Gartenexpertin beim Klimabündnis OÖ
Versiegelte Flächen sollten im Garten möglichst vermieden werden. Wege aus wasserdurchlässigen Materialien wie Kies oder Schotter lassen Regenwasser versickern, heizen sich weniger stark auf und helfen dabei, die Auswirkungen von Starkregen abzumildern.
Beim Gießen gilt: Lieber seltener, dafür gründlich und möglichst in den frühen Morgenstunden. So gelangt wurzeln die Pflanzen tiefer in den Boden und können Wasser aus tieferen Schichten verfügbar machen.
Gärten als Teil der Klimaanpassung
Jeder Garten – ob groß oder klein – kann einen Beitrag zur Klimaanpassung leisten. Bereits kleine Veränderungen bei der Gestaltung und Pflege helfen, Wasser zu sparen, die Artenvielfalt zu fördern und das Mikroklima zu verbessern. So entstehen Gärten, die auch in Zukunft grün und bunt statt braun und trocken bleiben.
Das Projekt „Gärten der Vielfalt“ von Bodenbündnis Oberösterreich unterstützt Gemeinschaftsgärten, Bildungseinrichtungen und engagierte Garteninitiativen dabei, naturnahe und klimafitte Gärten zu gestalten. Mit Förderungen, Beratung und praxisnahen Informationen zeigt das Projekt, wie Biodiversität und Klimaanpassung im Garten erfolgreich zusammengedacht werden können.
Veranstaltungstipp: Tage der offenen Gartentüren
Die Tage der offenen Türen in Oberösterreichs Gemeinschaftsgärten von Juni bis September 2026 laden zum Austausch und Besuch mit vielen Terminen in ganz Oberösterreich ein.
Alle Infos zu den teilnehmenden Gärten: www.bodenfreundlich.at/angebote/tage-der-offenen-tueren-in-ooe-gemeinschaftsgaerten/
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