Großbritannien: Gigantisches Gezeitenkraftwerk vor Somerset geplant
Die Pläne für ein Gezeitenkraftwerk im Bristolkanal reichen bereits bis etwa 2018 zurück. Laut Roger Falconer, Vorstandsmitglied der West Somerset Lagoon und emeritierter Professor an der Cardiff University, wurde damals mit der Gründung von Tidal Engineering and Environmental Services durch Fachleute aus Wasserbau, Ingenieurwesen und regionaler Politik der Grundstein für die Ideen zum heutigen Projekt gelegt.
Geplant sind 125 Unterwasserturbinen mit einer maximalen Leistung von 2,5 Gigawatt - genug, um rund zwei Millionen Haushalte mit Strom zu versorgen. Damit würde das Kraftwerk in eine ähnliche Größenordnung wie das nahegelegene Atomkraftwerk Hinkley Point C kommen. Die Baukosten werden auf etwa 11 Milliarden Pfund geschätzt.
Laut dem Guardian zielt das Projekt ausdrücklich darauf ab, den stark wachsenden Strombedarf durch den KI-Boom in Großbritannien klimafreundlich zu decken. Barfield betont, dass erneuerbare, gut planbare Energiequellen wie Gezeitenkraft eine sinnvolle Antwort auf den steigenden Energiehunger von Rechenzentren seien.
Neben der Energieerzeugung sieht der Entwurf auch einen Rad- und Fußweg auf der bogenförmigen Staumauer, Wassersportanlagen, einen Aussichtsturm sowie mögliche schwimmende Solaranlagen vor. Die Initiator:innen hoffen zudem auf wirtschaftliche Impulse für die strukturschwache Region rund um Minehead. Ob das Projekt realisiert wird, hängt jedoch maßgeblich von staatlicher Unterstützung ab – trotz vorhandener Investoreninteressen.