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GreenTech Monitor 2026: Startups schaffen Resilienz im deutschen Energiesektor – doch jährlich fehlen 500 Mio. Euro

13.05.2026

Pausder: „Unsere Industrie halten und den KI-Ausbau stemmen heißt, auch bei Energie auf Startups setzen“ 

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© CorsadoArt
  • Starke Substanz: In Deutschland lassen sich rund 2.900 GreenTech-Startups identifizieren. Die Hotspots sind Berlin (549), München (222) und Hamburg (170).  
  • GreenTech schafft Resilienz: Fast 700 Energie-Startups bringen den Standort bei Erzeugung, Netzen und Speicherung voran – mit Blick auf die aktuelle Energiekrise und den steigenden Energiebedarf durch den KI-Boom zentral.  

  • Stagnation trotz Relevanz: Während im Energiebereich die Zahl der Neugründungen auf hohem Niveau liegt, schwächelt die GreenTech-Gründungsdynamik in der Breite im aktuellen politischen Umfeld. 

  • Massive Finanzierungslücke: Gegenüber US-Wettbewerbern fehlen deutschen Energie-Startups rund 500 Mio. Euro pro Jahr – bezogen auf den gesamten GreenTech-Sektor sind es sogar mehr als eine Milliarde Euro. 

  • Deutschland kann GreenTech: Mit 75 % bewertet die große Mehrheit der GreenTech-Gründer*innen Deutschland im europäischen Vergleich als attraktivsten Standort – im Vergleich zu den USA sind es immerhin 48 %. 

 

Berlin  -  Der GreenTech Monitor 2026 des Startup-Verbands zeigt: 2.903 junge GreenTech-Startups entwickeln in Deutschland nachhaltige Lösungen für Energie, Mobilität und Industrie. Damit adressieren sie genau die Themen, die im Kontext der Transformation unserer Wirtschaft sowie aktueller Krisen und Engpässe bei der Versorgung mit fossilen Energieträgern enorm an Relevanz gewinnen. 

 

Energie im Fokus: Souveränität und Resilienz durch neue Technologien 
 

Deutschland gibt jedes Jahr hohe zweistellige Milliardensummen für fossile Energieimporte aus und die aktuellen geopolitischen Spannungen zeigen erneut, wie schnell Wirtschaft und Gesellschaft durch explodierende Preise unter Druck geraten. Gleichzeitig hebt der KI-Ausbau den Strombedarf der Rechenzentren weltweit auf ein völlig neues Level – günstiger Strom und eine verlässliche Versorgung werden somit noch wichtiger. Die gute Nachricht: 675 Energie-Startups sind in Deutschland aktiv und allein 2025 wurden 107 neu gegründet. 39 % der Energie-Startups arbeiten an Energiequellen und -trägern, weitere 35 % an Netzinfrastruktur und Speichern. Sie sind also genau dort tätig, wo Unabhängigkeit, Stabilität und Klimaschutz entstehen. 

 

„Das Thema Energiesouveränität entscheidet, ob wir unsere Industrie halten, den Ausbau von IT-Infrastruktur stemmen und unabhängiger von globalen Schocks werden. Wir haben viele Gründerinnen und Gründer, die ihre Expertise einbringen und hier an nachhaltigen Lösungen arbeiten. Für unseren Wirtschaftsstandort ist es daher zentral, den GreenTech-Sektor weiter zu stärken und die Dynamik zu befeuern“, sagt Verena Pausder, Vorstandsvorsitzende des Startup-Verbands. „Dafür muss Gründen und Skalieren jetzt durch die neue Rechtsform EU Inc. einfacher und damit attraktiver werden. Wir brauchen dazu auch Fortschritte bei der angekündigten nationalen IP-Strategie, um unsere exzellente Forschung konsequent in die unternehmerische Praxis zu bringen.“ 

 

Finanzierungslücke: 500 Mio. Euro fehlen jedes Jahr, damit Energie-Startups mithalten können 
 

Damit aus Ideen Unternehmen entstehen, braucht es Kapital – und hier fällt Deutschland klar zurück. Zwischen 2021 und 2025 flossen in den USA rund 46 Mrd. Euro in Energie-Startups, in Deutschland waren es nur knapp 6 Mrd. Euro. Pro Kopf investieren die USA damit etwa doppelt so viel in diesen Zukunftssektor. Das bedeutet, dass die Finanzierungsrunden im Schnitt kleiner ausfallen: Rund 500 Mio. Euro zusätzlich hätte es zwischen 2021 und 2025 pro Jahr gebraucht, damit deutsche Energie-Startups Finanzierungsrunden auf US-Niveau abschließen könnten. Im gesamten GreenTech-Sektor summiert sich die Lücke auf über eine Milliarde Euro jährlich – besonders bei großen Finanzierungen wird es eng. 

 

„Deutschland hat die Technologien, die Teams und die Märkte – was uns fehlt, ist das Kapital. Gelingt es, diese Lücke zu schließen, gewinnen wir erhebliche Wachstumschancen im GreenTech-Sektor und stärken zugleich die Wettbewerbsfähigkeit unserer etablierten Industrien. Die Umsetzung und Weiterentwicklung der WIN-Initiative sowie von First-of-a-kind (FOAK)-Krediten im Rahmen des Deutschlandfonds sind hier ganz wichtige Schritte“,  meint Nils Aldag, Gründer & CEO Sunfire sowie Vorstand Startup-Verband. 

 

2.903 aktive GreenTechs – aber weniger Neugründungen 
 

Für den Report konnten 2.903 aktive GreenTech-Startups in Deutschland identifiziert werden. Fast ein Viertel der GreenTechs entfällt auf den Energiesektor, weitere 18 % lassen sich dem breiteren Feld der Umwelttechnologien zuordnen. Besonders stark sind die Ökosysteme in Berlin (549), München (222) und Hamburg (170). Bis 2021 sind die Neugründungen auf den Höchststand von 545 pro Jahr gestiegen, seitdem beobachten wir jedoch einen Rückgang und aktuell im Jahr 2025 sind nur 312 neue GreenTech-Startups entstanden. Die politische Unsicherheit und das schwache Investitionsklima im Sektor hinterlassen ihre Spuren. 

 

Forschung als Sprungbrett: Zwei Drittel kommen aus der Wissenschaft 
 

GreenTech-Startups verbinden Klimaschutz mit Innovationskraft: Zwei Drittel geben an, dass ihr Produkt aus wissenschaftlicher Forschung hervorgeht, über die Hälfte bringt eine neue Technologie auf den Markt. 62 % wurden bei ihrer Gründung von Hochschulen oder Forschungseinrichtungen unterstützt und 16 % lassen sich dem DeepTech-Bereich zuordnen (Startups insgesamt: 11 %). Entsprechend hoch ist auch der Hardware-Anteil: 44 % der GreenTechs entwickeln physische Produkte. Ganz wichtig ist hier auch: GreenTechs stärken den Transfer von der Forschung in die Breite der Wirtschaft und 69 % kooperieren mit etablierten Unternehmen. 

 

Gute Noten für den Standort Deutschland – ein USP, den es zu nutzen gilt 
 

Trotz aller Herausforderungen bleibt der Standort attraktiv: 75 % der GreenTech-Gründer*innen bewerten Deutschland im europäischen Vergleich positiv – deutlich mehr als im allgemeinen Startup-Durchschnitt. Gerade im aktuellen politischen Umfeld kann Deutschland in diesem Sektor für Talente aus der ganzen Welt zum Anziehungspunkt werden. 

 

Den gesamten GreenTech Monitor 2026 gibt es hier. 

 

Über den GreenTech Monitor 2026 

Der GreenTech Monitor 2026 wird vom Startup-Verband veröffentlicht und basiert auf den Analysen der Daten des Deutschen Startup Monitors sowie von Daten der Plattformen startupdetector (Stichtag 31.12.2025) und Dealroom. Der Report schließt an den GreenTech Monitor 2025 an, zeigt zeitliche Trends auf und setzt mit dem diesjährigen Schwerpunkt Energie einen thematischen Fokus. Er gibt einen detaillierten Einblick in Entwicklungen, Herausforderungen und Chancen des GreenTech-Ökosystems in Deutschland. 

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Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Dienstag, 16. Juni 2026, 69.405 Artikel Online

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