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Greenpeace warnt vor Schlupflöchern bei EU-Verbot von PFAS

30.03.2026

Entscheidende Konsultation zum Verbot von Ewigkeitsgiften startet – Greenpeace warnt vor Ausnahmen und Verzögerungen

PFAS chemical representation.png
PFAS © KI generiert

Wien/Brüssel – Mit der Veröffentlichung der Stellungnahmen der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) startet die EU-weite Konsultation zum geplanten PFAS-Verbot. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace begrüßt, dass die EU erstmals die sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ PFAS beschränken will. Ziel ist es, tausende PFAS-Stoffe gleichzeitig zu regulieren, von Verpackungen und Kosmetik bis zu Textilien und Elektronik. In den nächsten 60 Tagen können Bürger:innen, Fachleute, Organisationen und Unternehmen Stellung nehmen. Greenpeace warnt vor Schlupflöchern und einem Flickenteppich an Ausnahmen für die Industrie. Die Umweltschutzorganisation wird ebenfalls eine Stellungnahme einreichen.

 

Madeleine Drescher, Konsumexpertin bei Greenpeace: „PFAS verschwinden nicht einfach, sie bleiben über Generationen in unserer Umwelt und in unseren Körper. Dass die EU sie jetzt endlich umfassend regulieren will, ist längst überfällig. Die aktuellen Einschätzungen der Wissenschaft zeigen: Eine breite Beschränkung ist möglich und nötig. Aber genau jetzt wird entschieden, ob daraus ein echtes Verbot wird oder ein Flickenteppich voller Ausnahmen.“
 

Die Gutachten der beiden wissenschaftlichen Gremien der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) bestätigen eindeutig: Ein umfassendes Verbot von PFAS ist notwendig. Doch der Teufel steckt im Detail. Aktuell wird heftig darüber gestritten, welche Ausnahmen es geben soll, wie lange die Übergangsfristen dauern und wann das Verbot tatsächlich in Kraft tritt. In fast allen Anwendungsbereichen existieren bereits sichere Alternativen. Greenpeace warnt daher vor unnötigen Verzögerungen, die rein durch die Interessen der Industrie entstehen.
 

Greenpeace kritisiert auch die Gestaltung des Beteiligungsprozesses selbst. Zwar dürfen formal alle Bürgerinnen und Bürger teilnehmen, doch in der Praxis ist die Hürde extrem hoch. Der Prozess läuft über komplizierte Online-Fragebögen, die tiefes technisches und wirtschaftliches Fachwissen voraussetzen. Das macht es für die breite Öffentlichkeit fast unmöglich, sich einzubringen. Gut organisierte Industriekonzerne und Lobbyverbände sind dadurch klar im Vorteil und können den Prozess so zu ihren Gunsten beeinflussen.
Greenpeace fordert ein klares PFAS-Verbot ohne Schlupflöcher für die Industrie.
 

„Diese Konsultation ist kein einfaches Mitmach-Format, sondern ein hochtechnischer Prozess. Das macht es für viele Menschen unmöglich, sich einzubringen – und verschiebt das Gewicht in Richtung Industrie und Verbände. Wenn es um unsere Gesundheit und Umwelt geht, dürfen nicht nur Stimmen aus der Industrie gehört werden”, so Drescher.
 

 

Links

  • Hintergrundinformationen zur EU-Konsultation zum PFAS-Verbots finden Sie HIER
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