Greenpeace warnt vor gletscherfreien Alpen bis 2050
Vom 1. Juli bis zum 1. August zeigen Greenpeace und das Naturhistorische Museum in Wien die Foto–Ausstellung "Gletscher im Treibhaus". Die Foto–Dokumentation der Gesellschaft fürökologische Forschung wurde von Greenpeace unterstützt und erweitert. Sie vergleicht den Zustand der Gletscher anhand zahlreicher historischer Fotos und Bilder vom Anfang des letzten Jahrhunderts mit aktuellen Fotos vom gar nicht mehr "ewigen" Eis. Die Bilder belegen einen dramatischen Schwund der Eiskappen in den Alpen. "Wenn die Menschheit weiterhin immer mehr Treibhausgase ausstößt, dann könnten bereits Mitte dieses Jahrhunderts die meisten Alpen–Gletscher verschwunden sein", warnte Greenpeace–Sprecher Matthias Schickhofer heute bei der Eröffnung der Ausstellung. Der Generaldirektor des Museums, Bernd Lötsch, erinnerte daran, dass heute seit 400.000 Jahren die höchste CO2–Konzentration auf der Erde gemessen wird.
"Gletscher sind ein guter Indikator für Klimaveränderungen, da sie aufgrund ihrer Masse nur auf länger anhaltende Witterungsanomalien reagieren", betont Dr. Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur. "In den letzten Jahrzehnten konnte bis auf wenige Ausnahmen ein weltweiter Rückgang der Gletscher beobachtet werden. Der rasante Temperaturanstieg hat seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem starken Rückgang aller alpinen Gletscher geführt. Das Extremjahr 2003 führte zu rund fünf bis zehn Prozent Volumsverlust bezogen auf das Gletschervolumen 2000."
Formayer warnt vor den Folgen des drohenden Gletscherverlusts: "Zurückziehende Gletscher hinterlassen gelegentlich Gletscherseen. Wasser–Ausbrüche aus solchen Gletscherseen können verheerende Folgen für die darunter liegenden Täler haben – wie dies im Himalaya bereits der Fall ist: Millionen von Menschen sind dort von plötzlichen Flutwellen bedroht." Speziell im Alpenraum sind die Gletscher wesentliche Wasserlieferanten im Sommer. Im August 2003 stammten rund 40 Prozent des Wassers in der Salzach von den Gletschern der Hohen Tauern. "Fehlt diese ‚Gletscherspende‚, hat dies massive Auswirkungen auf die Wasserführung und die Temperatur alpiner Flüsse. Dadurch kann das gesamte Ökosystem "alpiner Fluss" gefährdet werden. Aber auch die Trinkwasser– und die Energieversorgung (Wasserkraft bzw. Kühlwasser für thermische Kraftwerke) sind dadurch betroffen", ergänzte Formayer.
Matthias Schickhofer berichtet von verheerenden Verhältnissen, die Greenpeace–Aktivisten bei einem Lokalaugenschein im August 2003 in den Hohen Tauern vorfanden: "Die Alarmzeichen sind unübersehbar geworden! Geröll–Lawinen, die von den auftauenden Felsflanken herabstürzten und Spaltenlabyrinthe selbst auf flachen Gletschern bedrohen zusehends den Alpin–Tourismus. Wir mussten durch Schmelzbäche in der Nähe von bisher stets vereisten Berggipfeln waten. Wir laden daher vor allem Politiker und Industrievertreter ein, die Ausstellung zu besuchen – um sich von der Dringlichkeit des Klimaschutzes zu überzeugen!"
"Die Ausstellung ist auch ein Aufruf an die Politik: Anstatt das Kyoto–Ziel in Frage zu stellen, Ökostrom–Förderungen zu kürzen und die Lkw–Flut durch neue Transit–Straßen zu steigern, ist Mut zu einer wirksamen Klimaschutzpolitik gefragt. Erneuerbare Energieträger müssen stärker gefördert werden. Der Verkehr ist der Haupt–Klimasünder in Österreich – die CO2–Emissionen sind zwischen 1990 und 2002 um 60 Prozent gestiegen. Wir erwarten uns einen regen Besuch der Ausstellung seitens der Politik – und eine mutige Verkehrspolitik, die auf eine Eindämmung des Verkehrs abzielt", so Schickhofer abschließend.
"Gletscher sind ein guter Indikator für Klimaveränderungen, da sie aufgrund ihrer Masse nur auf länger anhaltende Witterungsanomalien reagieren", betont Dr. Herbert Formayer von der Universität für Bodenkultur. "In den letzten Jahrzehnten konnte bis auf wenige Ausnahmen ein weltweiter Rückgang der Gletscher beobachtet werden. Der rasante Temperaturanstieg hat seit den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts zu einem starken Rückgang aller alpinen Gletscher geführt. Das Extremjahr 2003 führte zu rund fünf bis zehn Prozent Volumsverlust bezogen auf das Gletschervolumen 2000."
Formayer warnt vor den Folgen des drohenden Gletscherverlusts: "Zurückziehende Gletscher hinterlassen gelegentlich Gletscherseen. Wasser–Ausbrüche aus solchen Gletscherseen können verheerende Folgen für die darunter liegenden Täler haben – wie dies im Himalaya bereits der Fall ist: Millionen von Menschen sind dort von plötzlichen Flutwellen bedroht." Speziell im Alpenraum sind die Gletscher wesentliche Wasserlieferanten im Sommer. Im August 2003 stammten rund 40 Prozent des Wassers in der Salzach von den Gletschern der Hohen Tauern. "Fehlt diese ‚Gletscherspende‚, hat dies massive Auswirkungen auf die Wasserführung und die Temperatur alpiner Flüsse. Dadurch kann das gesamte Ökosystem "alpiner Fluss" gefährdet werden. Aber auch die Trinkwasser– und die Energieversorgung (Wasserkraft bzw. Kühlwasser für thermische Kraftwerke) sind dadurch betroffen", ergänzte Formayer.
Matthias Schickhofer berichtet von verheerenden Verhältnissen, die Greenpeace–Aktivisten bei einem Lokalaugenschein im August 2003 in den Hohen Tauern vorfanden: "Die Alarmzeichen sind unübersehbar geworden! Geröll–Lawinen, die von den auftauenden Felsflanken herabstürzten und Spaltenlabyrinthe selbst auf flachen Gletschern bedrohen zusehends den Alpin–Tourismus. Wir mussten durch Schmelzbäche in der Nähe von bisher stets vereisten Berggipfeln waten. Wir laden daher vor allem Politiker und Industrievertreter ein, die Ausstellung zu besuchen – um sich von der Dringlichkeit des Klimaschutzes zu überzeugen!"
"Die Ausstellung ist auch ein Aufruf an die Politik: Anstatt das Kyoto–Ziel in Frage zu stellen, Ökostrom–Förderungen zu kürzen und die Lkw–Flut durch neue Transit–Straßen zu steigern, ist Mut zu einer wirksamen Klimaschutzpolitik gefragt. Erneuerbare Energieträger müssen stärker gefördert werden. Der Verkehr ist der Haupt–Klimasünder in Österreich – die CO2–Emissionen sind zwischen 1990 und 2002 um 60 Prozent gestiegen. Wir erwarten uns einen regen Besuch der Ausstellung seitens der Politik – und eine mutige Verkehrspolitik, die auf eine Eindämmung des Verkehrs abzielt", so Schickhofer abschließend.
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