Greenpeace: Volksabstimmung soll zweites Temelin verhindern
Nach dem neuen Energiekonzept des tschechischen Industrieministeriums sollen zwei weitere Reaktoren mit jeweils 600 Megawatt Leistung in Temelin gebaut werden. Ein weiterer Standort soll sich in der Region von Moravia befinden. Greenpeace kritisiert, dass das AKW Temelin schon jetzt am europäischen Strommarkt nicht wettbewerbsfähig ist. Nur mit Milliarden-Subventionen konnte Temelin in Betrieb genommen werden. Greenpeace Atomexperte Erwin Mayer sieht daher den Hauptansatzpunkt für Österreichs Anti-Atompolitik gegen neue AKW in Tschechien im Kampf gegen den Euratom-Vertrag. Bei der jetzt laufenden Regierungskonferenz zur europäischen Verfassung wird darüber entschieden ob Atomstrom weiterhin vor allen anderen Energiequellen bevorzugt und über das europäische Wettbewerbsrecht gestellt wird. "Kann Österreich gemeinsam mit anderen Anti-Atomstaaten den Euratom-Vertrag kippen, bedeutet das das allmähliche Aus für die europäische und somit auch tschechische Atomindustrie", setzt Mayer voll auf den Kampf gegen die Atomindustrie auf europäischer Ebene.
Bisher gibt es bei der Regierungskonferenz zur europäischen Verfassung kaum Unterstützung für die von Österreich geforderte separate Euratom-Konferenz. Greenpeace fordert daher, dass die neue europäische Verfassung den Bürgern der EU zur Abstimmung vorgelegt wird. So sollte auch in Österreich - genau wie in voraussichtlich acht anderen EU-Staaten - eine Volksabstimmung durchgeführt werden. "Die europäische Bevölkerung lehnt die Bevorzugung der Atomenergie eindeutig ab und würde wahrscheinlich in einigen Ländern auch keine Verfassung akzeptieren, die die Atomkraft unterstützt", setzt Mayer auf die österreichische Bevölkerung in Anlehnung an die Volksabstimmung zum AKW Zwentendorf vor 25 Jahren. "Bundeskanzler Schüssel muss die Österreicher selbst entscheiden lassen", so Mayer.
In Europa werden bis zu 29 neue Reaktoren gebaut. Am konkretesten sind die Pläne neben Tschechien in Frankreich und Finnland. "Diese Renaissance der Atomindustrie ist nur möglich, wenn der Euratom-Vertrag weiterhin seine schützende Hand über die Atomlobby halten kann", betont Mayer. So wäre die Alternative zur Schließung zahlreicher veralteter Reaktoren der ersten Baureihe in Europa in den nächsten Jahren der Ausbau erneuerbarer Energie, z.B. Windenergie, Biomasse, Geothermik und Kleinwasserkraft, nicht nur in Tschechien sondern in ganz Europa gemeinsam. Auch die Energieeffizienz muss verbessert werden. Greenpeace lehnt die Ersetzung der alten gefährlichen Reaktoren durch solche neueren Typs strikt ab.
Rückfragehinweis: MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246 Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Atomexperte, tel. 01-5454580-48 oder 0664-2700441
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OTS0119 2003-11-18/12:00
Bisher gibt es bei der Regierungskonferenz zur europäischen Verfassung kaum Unterstützung für die von Österreich geforderte separate Euratom-Konferenz. Greenpeace fordert daher, dass die neue europäische Verfassung den Bürgern der EU zur Abstimmung vorgelegt wird. So sollte auch in Österreich - genau wie in voraussichtlich acht anderen EU-Staaten - eine Volksabstimmung durchgeführt werden. "Die europäische Bevölkerung lehnt die Bevorzugung der Atomenergie eindeutig ab und würde wahrscheinlich in einigen Ländern auch keine Verfassung akzeptieren, die die Atomkraft unterstützt", setzt Mayer auf die österreichische Bevölkerung in Anlehnung an die Volksabstimmung zum AKW Zwentendorf vor 25 Jahren. "Bundeskanzler Schüssel muss die Österreicher selbst entscheiden lassen", so Mayer.
In Europa werden bis zu 29 neue Reaktoren gebaut. Am konkretesten sind die Pläne neben Tschechien in Frankreich und Finnland. "Diese Renaissance der Atomindustrie ist nur möglich, wenn der Euratom-Vertrag weiterhin seine schützende Hand über die Atomlobby halten kann", betont Mayer. So wäre die Alternative zur Schließung zahlreicher veralteter Reaktoren der ersten Baureihe in Europa in den nächsten Jahren der Ausbau erneuerbarer Energie, z.B. Windenergie, Biomasse, Geothermik und Kleinwasserkraft, nicht nur in Tschechien sondern in ganz Europa gemeinsam. Auch die Energieeffizienz muss verbessert werden. Greenpeace lehnt die Ersetzung der alten gefährlichen Reaktoren durch solche neueren Typs strikt ab.
Rückfragehinweis: MMag. Franko Petri, Pressesprecher Greenpeace, tel. 01-5454580-29 oder 0676-5147246 Mag. Erwin Mayer, Greenpeace-Atomexperte, tel. 01-5454580-48 oder 0664-2700441
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OTS0119 2003-11-18/12:00
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