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Greenpeace-Report: Täglich wandern 81,4 Millionen Euro Übergewinne in die Kassen der Öl-Industrie in der EU 

01.04.2026

Öl-Industrie in Österreich hat im EU-weiten Vergleich die zweithöchste Margensteigerung bei Benzin - Umweltschutzorganisation sieht Margenbegrenzung als unzureichend und fordert Ausweitung der Übergewinnsteuer

pexels-owen-outdoors-FOSSILENERGIE.jpg
© Owen.outdoors pexels.om

Wien - Ein neuer Greenpeace-Report zeigt auf, wie Öl- und Gaskonzerne in der EU seit Beginn des Krieges im Iran mächtige Übergewinne einfahren: Satte 81,4 Millionen Euro an zusätzlichen Gewinnen wandern täglich aufgrund der explodierenden Spritpreise in die Kassen fossiler Konzerne. Die Studie zeigt, dass die Preise an den Tankstellen weitaus stärker gestiegen sind als die zugrunde liegenden Rohölpreise. Beim Benzinverkauf liegt Österreich im europäischen Vergleich auf Platz 2 der höchsten Industrie-Übergewinne. Bei Diesel liegt Österreich auf dem 4. Platz. Greenpeace fordert von Finanzminister Marterbauer die Übergewinnsteuer zu erhöhen und auf das Tankstellengeschäft auszuweiten. Dieses Geld soll genutzt werden, um die Energiewende in Österreich voranzutreiben und klimafreundliche Mobilitätsangebote auszubauen.

Marc Dengler, Klima- und Energieexperte bei Greenpeace in Österreich: „Während viele Menschen nicht mehr wissen, wie sie ihre Spritkosten bezahlen sollen, verdienen sich fossile Konzerne eine goldene Nase. Die Margenbegrenzung ist da nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Dabei sind Öl und Gas zentrale Treiber für Krisen und Kriege und verschärfen zudem die Klimakrise. Es ist höchste Zeit, dass große Klimaverschmutzer, wie Öl- und Gaskonzerne, für den Schaden zahlen, den sie verursachen. Finanzminister Marterbauer muss dringend die Übergewinnsteuer erhöhen und auch auf das Tankstellengeschäft ausweiten.”   

Mehr als 90 % der Übergewinne resultieren aus dem Verkauf von Diesel. In Österreich ist die Gewinnmarge fossiler Konzerne beim Liter Diesel um fast 23 Cent gestiegen. Damit liegt Österreich auf dem 4. Platz, hinter den Niederlanden, Schweden und Dänemark. Bei Benzin verzeichnet Österreich sogar die zweithöchste Gewinnmarge der Öl-Industrie, mit fünf Cent pro Liter. Nur in Deutschland sind die Gewinnmargen der Öl-Industrie bei Benzin stärker gestiegen als in Österreich.

Zwar gibt es in Österreich eine Übergewinnsteuer in Form des sogenannten Energiekrisenbeitrags für fossile Energieträger, doch der hat zahlreiche Schlupflöcher. So werden Gewinne aus dem Tankstellengeschäft nicht berücksichtigt. Greenpeace fordert, dass der Energiekrisenbeitrag auf alle Gewinne aus dem Geschäft mit Öl und Gas ausgeweitet wird. Zudem schöpft der Energiekrisenbeitrag lediglich 50 Prozent der Übergewinne ab und erlaubt dabei umfangreiche Absetzbeträge. Die Umweltschutzorganisation fordert eine deutliche Erhöhung. Die Einnahmen sollten dafür verwendet werden, die Energiekosten zu senken und Österreichs Energieunabhängigkeit durch erneuerbare Energien voranzutreiben.

„In den ersten 21 Tagen seit Kriegsbeginn hat die Öl- und Gasindustrie alleine in Österreich schon satte 79,8 Mio Euro an Übergewinnen kassiert. Damit könnte man fast ganz St. Pölten für ein Jahr mit kostenlosen Klimatickets versorgen”, führt Dengler aus. „Es ist höchste Zeit, dass wir die Energieversorgung in Österreich unabhängig, sicher und damit letztlich leistbar machen. Das kann nur mit heimischen erneuerbaren Energien gelingen.”

Den vollständigen Report finden Sie hier: https://bit.ly/3PFwCSd 

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