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Greenpeace prognostiziert "Windwirtschaftswunder"

11.05.2004

Blick in die Zukunft: Strom aus Windkraft wird immer billiger werden

ja © Andreas Zajc – www.zajc.at
ja © Andreas Zajc – www.zajc.at
Der durchschnittliche Preis für eine Kilowattstunde Strom aus Windkraft wird kontinuierlich sinken – wenn die Politik die richtigen Rahmenbedingungen schafft. Zu diesem Ergebnis kommt die Zukunfts–Studie "Windstärke 12", die Greenpeace und die Europäische Windenergie–Vereinigung EWEA heute auf der Fachmesse "WindEnergy 2004" in Hamburg vorstellen. Sie prognostiziert der Branche für die nächsten zehn Jahre ein jährliches Wachstum von 25 Prozent. Dabei entstehen weltweit über zwei Millionen neue Arbeitsplätze. Wichtige politische Voraussetzung für so einen Boom ist allerdings eine Gesetzeslage, die die Einspeisung und Vergütung von sauberem Strom regelt. Die von Wirtschaftsminister Bartenstein gestern präsentierten Pläne für eine Änderung des Ökostromgesetzes würden aber der Todesstoß für den Ausbau von Ökostrom– so auch Windkraft – in Österreich bedeuten.
"Das von Minister Bartenstein auf Effizienzkriterien propagierte Ausschreibungsmodell für Ökostromanlagen, würde den Ökostromausbau beenden. Das zeigen die Erfahrungen aus Ländern mit einem Ausschreibungsmodell, so Greenpeace–Sprecher Westerhof. "Auch der Unternehmer Bartenstein wird ja wohl wissen, dass man nur investiert, wenn man weiß, dass man die Investitionskosten zurückverdienen kann. Dazu braucht es einfache und faire Einspeisetarife, und keine wirtschaftlich nicht nachvollziehbaren Fantasiekonstruktionen, die innovativen Unternehmern das Wasser abdrehen sollen", so Westerhof.
"Hindernisse für die Windkraft in vielen Staaten sind vor allem ein erschwerter Netzzugang und bürokratische Hürden", sagt Corin Millais, Geschäftsführer der EWEA. "Wenn diese Hindernisse beseitigt werden, kann die Windindustrie bis zum Jahr 2020 ihren Umsatz verzehnfachen, von jetzt acht auf 80 Milliarden Euro."
"Windstärke 12" zeichnet die weltweite Entwicklung der Windkraft unter optimalen Bedingungen bis 2020 auf. Der Anteil an der Stromversorgung wird demnach auf zwölf Prozent steigen. Weil mehr produziert wird, sinkt der "Gestehungspreis", also der Preis für die reine Produktion des Stroms: an den günstigsten Standorten von heute 3,79 auf 2,45 Euro–Cent pro Kilowattstunde. Wegen wachsender Turbinengrößen werden weniger Anlagen erforderlich sein. Insgesamt werden rund elf Milliarden Tonnen Kohlendioxid eingespart, weil Windkraftanlagen klimaschädliche Kohle– und Ölkraftwerke ersetzen.
Die Studie geht davon aus, dass die OECD–Staaten führend beim Neubau von Windrädern sein werden, insbesonders die USA (176 Milliarden Euro Investitionen) und Europa (131 Milliarden). Aber auch China wird mit 105 Milliarden einen bedeutenden Beitrag leisten. Damit dieses "Windwirtschaftswunder" eintritt, fordern Greenpeace und die EWEA, die Benachteiligung der Windkraft gegenüber herkömmlichen Kraftwerken zu beseitigen.
Rückfragehinweis: Greenpeace Österreich
Studie ‚Windstärke 12‚ zum Download
*** OTS–ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***
OTS0178 2004–05–11/12:45

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11.05.2004 | Autor*in: pawek
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